Dublin ist eine der ältesten Städte Europas. Doch zugleich extrem jung. Hier finden sich Zeugnisse seiner mittelalterlichen und georgianischen Geschichte ebenso wie schicke Cafés, innovative Restaurants und die besten Pubs der Welt - die besten Insider-Tipps.

Iren sind nicht nur leidenschaftliche Musiker, sie sind auch ein Volk von Geschichtenerzählern. Dublin besitzt eine immenser Dichter-Dichte: Joyce, Yeats, Wilde, Shaw, Beckett, Heaney, ... Vier Literaturnobelpreisträger hat die grüne Insel hervorgebracht.

Wer will, kann die Geburtshäuser von Oscar Wilde und George B. Shaw besichtigen oder das „James Joyce Museum“ besuchen und auf den Spuren von Bram Stroker, Samuell Beckett, beide ebenfalls gebürtig aus der Stadt, wandeln. Dublin darf sich daher – wie nur vier weitere Städte weltweit – seit 2010 mit dem UNESCO-Titel „City of Literature“ schmücken. Die Stadt preist das Erbe intensiv – und hat mit dem „Writers Museum“ ein Denkmal gesetzt. Gerade wieder – am 16. Juni – dem „Bloomsday“ – wurde wie jedes Jahr das Werk „Ulysses“ von James Joyce in der ganzen Stadt gefeiert. Ganz entspannt, auf den Straßen, den vielen Grünflächen der Stadt und Pubs.

Wenn Rockmusiker im Café sitzen

Irlands Hauptstadt kennt keine Hektik. Das macht die Stadt so sympathisch. Im Bewley’s Oriental Café lässt sich, wer kurz mal eine Pause braucht, wunderbar Rast machen. Kaum ein anderes Café hat so viele Kaffee- und Teespezialitäten. Achtung, gerade am Wochenende herrscht hier Hochbetrieb. Denn es ist "das" Literaturcafé Irlands, das eben auch von jedem Reiseführer als "Top-Tipp" gelistet wird: Hier saßen sie alle: James Joyce (der das Café in seinem Buch „Dubliners“) erwähnt, Patrick Kavanagh, Samuel Beckett und Sean O’Casey. Heute trifft man eher auf den Rockmusiker Bob Geldof und Sängerin Sinead O’Connor.

Von hier aus ist es nicht weit zum historischen Trinity College. Ein Besuch in der altehrwürdigen und bedeutendsten Universität des Landes zählt zum absoluten Pflichtprogramm eines jedes Dublin-Besuchers. Denn hier, in der Alten Bibliothek mit dem Long Room ist das meisterhaft illuminierte frühmittelalterliche Book of Kelts (Entstehung 800 v. Chr.) ausgestellt. Es ist 344 Seiten stark, aus Kalbshäuten hergestellt und beinhaltet die lateinische Abschrift der vier Evangelien. Alle paar Wochen wird eine neue Seite aufgeschlagen. Also auch wer öfters da war, bekommt immer neue Seiten zu sehen. Heute studieren hier rund 15.000 Studenten in den Fußstapfen von Oscar Wilde und Samuel Beckett. Von hier gelangen wir vorbei an der St. Ann’s Kirche und dem Mansions House bis zur Parkanlage Stephen’s Green, der größten Parkanlage der Stadt.

Künstler, Kneipen und Kreative

Ein Vorteil Dublins ist seine überschaubare Größe. Von georgianischen Plätzen wie dem St Stephen’s Green ist es nur ein Katzensprung zu mittelalterlichen Gassen. An der Dame Street stehen zwei der ältesten Bauwerke: Dublin Castle (1204 n. Chr.) und die Christ Church Cathedral (ca. 1028). Letztere ist nicht nur die älteste mittelalterliche Kathedrale der Hauptstadt und besitzt eine der größten Krypten des Landes. 1742 sang hier der Chor der Christ Church Cathedral Händels „Messias“erstmals. Noch heute sind die Bewohner stolz auf die langjährige Tradition des Chores, den es noch immer gibt. Aus dem dunklen Kirchenschiff geht’s wieder hinaus ans krelle Tageslicht. Sofort fällt eines auf: Wie jung die Bewohner sind! 40 Prozent der Iren sind unter 25 Jahre! Daher gilt Irland als jüngste Nation Europas.

Ein kurzer Spazierweg führt den Besucher ins Szeneviertel Temple Bar am südlichen Liffey-Ufer, das pulsierende kulturelle Zentrum Dublins, in dessen Straßen junge Leute spontan ihre Gitarre oder ihr Cello auspacken und spontan Musik machen. Es ist ein Viertel voller Künstler, Kneipen und Kreative.

Am Guinness kommt man nicht vorbei

Gut zu wissen: Auch an Sonntagen haben die Läden offen – manche Geschäfte sogar rund um die Uhr. Am Liffey-Ufer ragt auch - unübersehbar - ein weiteres Wahrzeichen Irlands empor: Guinness. Selbst wer kein Fan des dunklen Gerstensaftes ist, dürfte dem Besuch im Guinness Storehouse – der zweitgrößten Guinness-Brauerei der Welt – einiges abgewinnen können. Auf einer mehr-etagigen multimedialen Rundtour erfährt der Besucher woher die dunkle Guinness Farbe ins Glas kommt (durch die Malz-Röstung!), aber auch über die sozialen Projekte der Familie Guinness. Vielleicht weitaus „höher“ als der Genuss des Gratis-Pints am Ende der Tour (ist im Eintrittspreis inkludiert) ist der fantastische Blick in der Gravity Bar über die Dächer von Dublin. Es ist mit 46 Metern die höchste Bar Dublins.

Beenden muss man den Tag in Dublin mit einem Irish Stew (ein Lammeintopf mit reichlich Kartoffeln und Zwiebeln) in einem der vielen Pubs. Ein unvergessliches Dinner mit traditionell irischem Essen bietet zum Beispiel Irlands ältester Pub, das Brazen Head. Zwischen den Gängen entführt ein Geschichtenerzähler die Gäste in das Leben der Iren im 19. Jh. (auf Englisch). Wer möchte, kann den Abend anschließend ein Stockwerk tiefer bei einem Pint Guinness in einem der besten Live-Musik-Pubs Dublins ausklingen lassen.

Echte irische Küche: Bio und lecker

Wer es statt deftig und laut, lieber kulinarisch raffinierter und familiärer schätzt, ist hier genau richtig: Das O'Connells in Donnybrook ist eines der bestes Restaurant der Stadt was echt irische Küche betrifft. Wer irisches Lamm kosten möchte, zart wie Butter, und nicht – was leider oft in Dublin der Fall ist – billigere Importware, kann hier sicher gehen, dass er 1a Qualität bekommt. Und einen Service, der freundlicher und herzlicher nicht sein könnte. Herr O 'Connell höchstpersönlich serviert die Weine und hilft am Vorspeisenbüffet. Dass er biologische Zutaten verwende, schmeckt man einfach. Wer Zeit hat, sollte nicht nur Downtown bleiben, sondern auch mal vor die Tore Dublins fahren.

Zum Beispiel nach Malahide (mit der Bahn in gut 20 MInuten erreichbar), wo sich mit dem Malahide Castle, eines der ältesten und bezauberndsten Schlösser Irlands mit langer Geschichte befindet. Das Schloss liegt idyllisch inmitten eines 100 Hektar großen botanischen Gärten. Wunderbar zum Flanieren und Durchatmen! Rund 800 Jahren war das Schloss zugleich Festung und Zuhause für die Familie Talbot. Sie lebte von 1185 bis 1973 im Castle, bis vor 40 Jahren der letzten Lord Talbot verstarb. Malahide Castle kann nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Zu sehen sind einige Kostbarkeiten, wie den „Eichensaal“, das eine der ältesten Eichenholz-Vertäfelungen Irlands beheimatet – geschätztes Alter 400 bis 500 Jahre. Beeindruckend auch die „Große Halle“die mit wertvollen Porträts und Gemälden geschmückt ist und heute noch gelegentlich für Bankette genutzt wird.

Seeluft schnuppern und Robben beobachten

Ein hübscher Abschluss eines jeden Dublin Besuchs ist ein kurzer Anstecher ans Meer: Kurz Seeluft schnuppern, Möwen kreischen hören, am Kai flanieren, bevor es wieder zurück zum Airport geht. Ideal dazu ist der einstige Fischerort Howth, bis heute unter Dublinern ein beliebtes Ausflugsziel. Am Hafen gibt es reichlich Fischgeschäfte und Fischlokale mit fangfrischem Fisch, den die Fischer mit ihrem Kutter täglich an Land bringen. Auf der Kaimauer des East Pier am Hafen kann man bis zum Leuchtturm der Hafeneinfahrt laufen und hat eine tolle Sicht auf die Insel Ireland's Eye. Und wer genau aufs Meer schaut, kann immer mal wieder braune Köpfen sehen, die aus dem Wasser auftauchen – es sind Robben, vom Fischfang der Kutter im Hafenbecken angelockt.

Hinkommen, Ankommen, Rumkommen

Anreise: Flüge nach Dublin zum Beispiel mit Aer Lingus oder Lufthansa. Preise ab 110 bzw. 170 Euro, mehr unter www.aerlingus.com, www.lufthansa.com

Hoteltipp: Ashling Hotel, 8 Parkgate St, Dublin 8, www.ashlinghotel.ie. Das moderne Vier-Sterne-Haus ist zentral in Dublin am Liffey Ufer gelegen.

Pubtipp: 20 Lower Bridge St, Dublin, www.brazenhead.com. Das Brazen Head wirbt damit, der älteste Pub Dublins zu sein (angeblich anno 1198). Jeden Abend ab 21.30 Uhr treten Bands im rappelvollen Saal neben dem gepflasterten Hof auf. Der Eintritt ist frei.

Veranstalter: Das Bayerische Pilgerbüro hat mehrere Studien-, Pilger- und Wanderreisen in Irland mit Start- und Endziel Dublin im Programm. Preise inkl. Flug und Übernachtung im Doppelzimmer ab 1195 Euro. Mehr unter www.pilgerreisen.de.

Weitere Infos im Netz unter: www.visitdublin.com.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: