Haba fertigt heute schon in Gültstein spezielle Metallplatten. Foto: factum/Granville

Die Mehrheit des Gemeinderats empfindet die Zukunftspläne der Firma Haba als Glücksfall. Das Unternehmen will bis zu 350 neue Arbeitsplätze schaffen.

Herrenberg - Den Neubauplänen des Metallwerks Haba im Gewerbegebiet Gültstein steht nichts im Weg – jedenfalls nicht der Gemeinderat. Das Gremium hat das Vorhaben des Unternehmens mit großer Mehrheit gebilligt. Formal fassten die Stadträte den Aufstellungsbeschluss. Dies ist die erste von drei politischen Stufen, die vor der Baugenehmigung zu nehmen sind.

Haba fertigt schon bisher in Gültstein spezielle Metallplatten für den Maschinenbau. Das für den Neubau angepeilte Grundstück liegt in nächster Nähe zum bisherigen Standort und ist fünf Hektar groß. Das Unternehmen ist in mehreren europäischen Ländern vertreten und hat seinen Stammsitz in der Schweiz. Langfristig soll die Firmenzentrale nach Herrenberg verlegt werden, an den schon heute umsatzstärksten Standort. Dies nicht zuletzt, um Grenzkontrollen für Lieferungen innerhalb der EU zu vermeiden.

Die Zahl der Mitarbeiter soll von 60 auf bis zu 400 steigen

In Herrenberg erwirtschaften derzeit 60 Beschäftigte einen Umsatz von rund 24 Millionen Euro pro Jahr. Wenn die Neubauten fertig sind, soll die Zahl der Mitarbeiter auf bis zu 400 steigen, der Umsatz auf bis zu 150 Millionen Euro. Gemäß Auskunft der Schweizer Geschäftsleitung will die Firma in Gültstein bis zu 30 Millionen Euro in ihre drei neuen Produktionshallen investieren, die nach und nach entstehen sollen.

Vereinzelt wurde im Gemeinderat Widerspruch laut. Insbesondere Brigitte Binder-Kirn von der Frauenliste kritisierte, dass der Stadtteil Gültstein im Vergleich zu seiner Größe mit Industriebauten überlastet werde. Dies sieht nicht nur der Regionalverband in Stuttgart anders, der sich auf dem Gelände an der Autobahn ausdrücklich eine industrielle Nutzung wünscht. Auch die große Mehrheit des Gemeinderats samt dem Oberbürgermeister Thomas Sprißler hält die Ausbaupläne für einen Glücksfall. „Haba deckt eine Bandbreite ab, die für uns hervorragend ist, vom einfachen Arbeiter bis zum Ingenieur“, sagte Sprißler.

Die Sozialdemokraten erklären die Firma zum „Traumbetrieb“

Das Unternehmen „könnte nicht besser angesiedelt sein als direkt neben der Autobahn“, sagte Thomas Deines für die Freien Wähler. „Wir können froh sein, dass die Firma hier investiert.“ So sehen es auch die Christdemokraten. „Das sind genau die Firmen, nach denen wir immer gesucht haben“, erklärte ihr Vize-Fraktionschef Dieter Haarer. Der Sozialdemokrat Bodo Philipsen erinnerte daran, dass es der Stadt Herrenberg im Verhältnis zu ihrer Einwohnerzahl an Arbeitsplätzen mangele und erklärte Haba gar zu „einem Traumbetrieb“. Auch die Grünen stimmten für die Ausbaupläne.

Noch ist das Baugrundstück nicht vollständig in städtischer Hand. Offenkundig sind aber auch die restlichen Eigentümer zum Verkauf bereit. Den Baubeginn plant das Unternehmen für die Mitte des nächsten Jahres. Das Stadtplanungsamt rechnet damit, kurz zuvor die Baugenehmigung erteilen zu können.

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