Der Durchschlag des Steinbühltunnels ist geschafft. Auf die Entschädigungszahlungen warten viele Betroffene aber immer noch. Foto: dpa

Der Bau der Steinbühltunnels ist dem Zeitplan voraus. Mit den Entschädigungszahlungen hinkt die Bahn indes hinterher. Ob ihr Ruf als verlässlicher Partner leidet, muss den Konzern nicht kümmern – sollte es aber vielleicht doch.

Hohenstadt - Wenn vor Gericht ein Vergleich zustande kommt, gibt es normalerweise weder einen Sieger noch einen Verlierer – obwohl die Streitparteien dies zumeist anders interpretieren. Auch in der Auseinandersetzung zwischen Daniel Buck und der Bahn ist letzten Endes ein Vergleich geschlossen worden. Für die Nutzung seiner gepachteten Ackerflächen im Zuge der Bauarbeiten bekommt der Hohenstädter Landwirt zwar nicht das, was er ursprünglich wollte, aber eben doch weit mehr, als ihm die Bauherren der ICE-Trasse Stuttgart-Ulm angeboten haben.

Ein klassisches Unentschieden also? – Nein. Es gibt sogar mehrere Gewinner. Buck ist der eine. Seine Beharrlichkeit, sich nicht mit einem Taschengeld abspeisen zu lassen, hat sich gelohnt. Ein Erfolg ist der Abschluss aber auch für das Stuttgarter Regierungspräsidium. Die Einschätzung des Gerichts bestätigt fast auf den Euro genau die Bewertung der Behörde, die aufgefordert worden war, einen objektiven Entschädigungsanspruch zu formulieren.

Ob die Bahn letzten Endes auch zu den Gewinnern gehört, muss sich erst noch zeigen. Ficht der Konzern alle ausstehenden Verfahren – mit Privatleuten wie mit Kommunen – in gleicher Weise durch, profitiert er davon womöglich finanziell. Sein Image aber, seine Verlässlichkeit als Partner und die Kooperationsbereitschaft derer, die er dazu aufruft, werden leiden. Und damit könnte aus dem vermeintlich dritten Gewinner schnell ein Verlierer werden.

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