Die Polizei hat im Rems-Murr-Kreis einen illegalen Welpenverkauf gestoppt. Foto: Polizei

Die Polizei-Hundestaffel hat im Rems-Murr-Kreis einen Welpenverkauf beobachtet und gestoppt. Warum niemand Tiere aus dem Kofferraum heraus kaufen sollte – und was nun mit den beschlagnahmten Welpen geschieht:

Schorndorf - Die Polizeihundestaffelhat am Freitag in Schorndorf (Rems-Murr-Kreis) einen mutmaßlich illegalen Welpenhandel gestoppt. Eine Streife hatte in der Karlstraße beobachtet, wie eine Frau aus der offenen Heckklappe eines Autos mit rumänischem Kennzeichen einen kleinen Hund entgegennahm, den sie offenbar gerade gekauft hatte. Die Beamten überprüften den Verkäufer und sein Fahrzeug.

Im Wagen entdeckten sie vier weitere Welpen der Rasse Malteser, die in kleinen Transportboxen im Kofferraum verstaut waren. Die Polizisten riefen eine Amtstierärztin hinzu. Diese untersuchte die Jungtiere und ordnete an, sie zu beschlagnahmen. Die Welpen werden in einem Tierheim untergebracht – dort bleiben sie zunächst in Quarantäne. Dem Hundehändler droht jetzt ein Strafverfahren.

Zweifelhafte Herkunft der Welpen

Derartige Hundehändler ignorieren bei Aufzucht, Transport und Handel oft die tierschutzrechtlichen Vorschriften. Laut der Webseite des Deutschen Tierschutzbunds müssen schon die Muttertiere unter den Zuchtbedingungen leiden. Die zum Verkauf angebotenen Welpen sind in einem schlechten gesundheitlichen Zustand: Oft fehlen ihnen lebenswichtige Impfungen und Entwurmungen, zudem sind sie durch die Transporte und schlechte Aufzuchtbedingungen geschwächt. Zudem werden viele der Tiere zu früh von der Mutter getrennt. Aus diesen Gründen sind sie nicht selten schlecht sozialisiert und bekommen Verhaltensprobleme, die bis ins Erwachsenenalter andauern können.

Tiere sind kein Weihnachtsgeschenk

Auch der Verkauf aus dem Kofferraum heraus hat einen bestimmten Grund: Auf diese Weise können sich die Käufer kein Bild von den – häufig schlechten – Aufzuchtbedingungen machen, manchmal versuchen die Verkäufer mit dieser Masche auch, das Herkunftsland der Tiere zu verschleiern. Tierschützer raten dringend davon ab, Hundewelpen von solchen offensichtlich illegalen Händlern zu kaufen – auch nicht aus Mitleid, weil durch den Kauf die Händler in ihrem Treiben unterstützt werden. Gerade Haustiere, die als Weihnachtsgeschenk angeschafft werden, landen laut dem Deutschen Tierschutzbund überdurchschnittlich oft im Tierheim, sobald die erste Freude verflogen ist.

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