Der mit dem „Merkur“ ausgezeichnete IHK-Ehrenpräsident Günter Baumann. Foto: Eberspächer

Günter Baumann, Ehrenpräsident der IHK Stuttgart, ist mit der IHK-Auszeichnung „Merkur“ gewürdigt worden. Bei seiner Rede im Zuge der Preiverleihung forderte der ehemalige IHK-Präsident, dass Ältere künftig länger im Beruf bleiben sollen.

Stuttgart - Ältere Mitarbeiter sollen künftig länger arbeiten. Dies forderte der Ehrenpräsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart. Anlässlich seiner Würdigung mit dem „Merkur“ sagte Günter Baumann, eine längere Lebensarbeitszeit sei erforderlich, „wenn wir unseren Wohlstand behalten wollen“. Nur dann gelinge es auch, die Versorgungssysteme weiter zu finanzieren.

Für ein Einwanderungsgesetz

In seiner Rede bei der Verleihung des Preises setzte sich Baumann auch für ein Einwanderungsgesetz ein. Dies könne befähigten Flüchtlingen eine legale Chance auf dem Arbeitsmarkt bieten. Mit Blick auf den Wandel hin zu Elektromobilität sagte der Preisträger, das Rennen um die beste Antriebslösung sei „noch lange nicht entschieden“. Sein Unternehmen, das noch stark vom Verbrennungsmotor abhängig sei, habe schon einmal eine gravierende Veränderung hinter sich bringen müssen: von der Komponenten-Lieferung für den luftgekühlten VW-Käfer hin zum wassergekühlten Golf.

1974 bei Eberspächer begonnen

Der 1939 geborene Baumann trat nach Studium und Promotion 1974 beim Esslinger Autozulieferer Eberspächer ein, dessen Leitung er von 1988 bis 2006 innehatte. In seiner Zeit bei dem Autozulieferer erhöhte sich dessen Umsatz um das Vierzigfache, die Zahl der Beschäftigten um das Dreifache. Im vergangenen Jahr erzielte Eberspächer mit mehr als 9000 Beschäftigten einen Umsatz von etwas mehr als 4,3 Milliarden Euro. Von 2001 bis 2009 stand Baumann an der Spitze der IHK Stuttgart, deren Ehrenpräsident er heute ist. IHK-Präsidentin Marjoke Breuning hob bei der Verleihung des „Merkur“ besonders Baumanns Einsatz für die berufliche Aus- und Weiterbildung hervor. Der „Merkur“ ist die höchste Auszeichnung, die die IHK vergibt. Die kammerkritische Kakteengruppe hat die Preisverleihung kritisiert, da Eberspächer 2015 eine Kartellbuße von 68 Millionen Euro bezahlen musste.

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