Die IHK Stuttgart zeichnet schon länger besonders herausragende Persönlichkeiten aus. Foto: dpa

Die kammerkritische Kakteen-Gruppe protestiert gegen die Verleihung des „Merkur“ an Günter Baumann. In seiner Zeit als geschäftsführender Gesellschafter habe sich der Esslinger Autozulieferer Eberspächer an einer verbotenen Preisabsprache beteiligt, so die Kritik.

Stuttgart - Die kammerkritische Kakteen-Gruppe protestiert gegen die Auszeichnung des früheren Präsidenten der IHK Region Stuttgart, Günter Baumann, mit dem „Merkur“. Der „Merkur“ ist der höchste Preis, den die Kammer zu vergeben hat. In einem „Offenen Brief“ an Kammerpräsidentin Marjoke Breuning schreiben die „Kakteen“, Baumann dürfe nicht mit diesem Preis gewürdigt werden. Der von ihm damals geführte Autozulieferer Eberspächer musste während der Zeit von Baumann als geschäftsführendem Gesellschafter eine Kartellstrafe bezahlen. Dies passe nicht zum von der Kammer hochgehaltene Ideal des „ehrbaren Kaufmanns“, so die Kakteen.

Eberspächer musste 2015 wegen Preisabsprachen eine Buße von 68 Millionen Euro bezahlen. Das Esslinger Unternehmen hatte sich mit Webasto, einem weiteren Hersteller von Heizungen für Autos, abgesprochen. Nach den Angaben von Clemens Morlok, einem der Sprecher der „Kakteen-Gruppe haben 29 Kakteen und 22 Vertreter anderer Firmen, die ihm nicht als „Kakteen“ bekannt seien, den Brief unterzeichnet.

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