Anne Goscinny posiert mit den Comic-Figuren, die ihr Vater René Goscinny einst mit Zeichner Albert Uderzo zum Leben erweckte Foto: imago images/PanoramiC

Anne Goscinny ist das einzige Kind des verstorbenen "Asterix"-Erfinders René Goscinny. Was das Erbe für sie bedeutet und wie sie ihr Schicksal verarbeitet? Sie hat darüber gesprochen.

Anne Goscinny (51) war gerade einmal neun Jahre alt, als ihr berühmter Vater, der Humorist und Comicbuch-Autor René Goscinny (1926-1977), an einem Herzinfarkt starb. Sein Andenken bewahrt sie bis heute. "Ich bin sehr stolz auf meinen Namen", erzählt sie der "Welt am Sonntag". Denn würden die Menschen den Nachnamen Goscinny hören, würden sie zu lächeln beginnen. Warum? "Weil sie mit ihm positive Erinnerungen an schöne Lesestunden verbinden", erklärt die 51-Jährige. Die Geschichten rund um "Asterix" oder "Lucky Luke" seien für viele Menschen schließlich die ersten gewesen, "die sie überhaupt gelesen haben".

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Neben all dem Stolz verspüre Anne Goscinny aber auch eine Belastung. Der Tod ihres Vaters kam unerwartet, mit ihren neun Jahren habe sie ihn "nicht sehr gut" gekannt. Zwar würde sie sich heute durchaus als eine "ausgeglichene und gefestigte Persönlichkeit" beschreiben, "aber ich kannte ihn vielleicht nicht gut genug, um heute glücklich zu sein".

Sie will Kindern Mut machen

"Wenn man die Tochter einer verstorbenen öffentlichen Person ist, dann ist auch die Trauer zwangsläufig öffentlich", erinnert sich Anne Goscinny an die schwere Zeit vor rund 42 Jahren. Sie musste nicht nur ihren Vater früh begraben, auch ihre Mutter starb nach langer Krankheit als sie 25 Jahre alt war. Heute schreibt die 51-Jährige selbst Bücher - und hat eine Mission.

"Meine Jugend war geprägt vom frühen Tod meines Vaters und der sehr schweren Krankheit meiner Mutter", so Anne Goscinny. Wenn sie in ihren Werken also von ihrer Vergangenheit erzähle, dann vielleicht, "um Kindern zu helfen, denen es ähnlich ergeht". Sie wolle ihnen sagen: "Auf den Trümmern kann man sich ein neues Leben aufbauen."

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