Die Investoren Georg Kofler, Dagmar Wöhrl und Carsten Maschmeyer testen den „Soccer Performancesack“. Foto: Bernd-Michael MaurerTV Now

Die Vox-Gründershow „Die Höhle der Löwen“ ist für so manches Start-up zum Sprungbrett geworden. Der Mannheimer Gründer Bülent Yaman landet mit seiner Erfindung allerdings in einer Sackgasse.

Stuttgart/Mannheim - Mit seiner Erfindung hatte Bülent Yaman die Investoren der Vox-Gründershow „Die Höhle der Löwen“ schon im Sack – genauer gesagt in dem von ihm eigens kreierten „Soccer Performancesack“. Dennoch platzte für den 42-jährigen Mannheimer in der am Dienstagabend ausgestrahlten TV-Sendung der Traum von einem großen Deal. Und das obwohl er mit seinem Produkt schon Profi-Fußballvereine wie den SV Darmstadt 98, den FC Ingolstadt oder die Damen des VfL Wolfsburg beliefert.

Die Idee zu seiner Erfindung hatte der Gründer, weil er als Hobby-Fußballer die meiste Zeit auf der Ersatzbank verbrachte. Das kann, vor allem im Herbst und Winter, relativ kalt werden, berichtet der Mannheimer bei seinem Pitch vor den TV-Investoren. „Das kostbarste Gut eines Fußballers sind seine Beine – und die sind der Kälte oft schutzlos ausgeliefert.“ Genau hier setzt Yamans Erfindung an.

Ein Sack für frierende Kicker

Die Lösung des Mannheimer Start-ups für frierende Kicker: Ein Stoffsack zum Reinschlüpfen – bestehend aus einem wasser- und winddichten Außenstoff, Innenfutter aus weichem Fleece und Thermowatte und der Fußbereich aus Kunstleder, damit kein Wasser eindringen kann. So sollen auch bei Minusgraden die Beine der Fußballer warm und trocken bleiben. Der Sack kann individuell in den Vereinsfarben geliefert werden. Und bietet – gerade für die Profivereine – eine weitere Werbefläche für Sponsoren.

Für den großen Durchbruch benötigte Yaman 80.000 Euro sowie einen strategischen Partner – und bot den „Löwen“ dafür 15 Prozent der Firmenanteile. 20.000 Euro hat der Mannheimer bereits aus eigener Tasche in die Entwicklung seiner Erfindung gesteckt. Bei den „Löwen“ kam das Produkt zunächst gut an. Die Investoren Dagmar Wöhrl, Georg Kofler und Carsten Maschmeyer nahmen auf der Ersatzbank Platz und schlüpften in den wärmenden Sack. „Ich habe es als sehr angenehm empfunden und hätte da auch noch länger drin bleiben können“, lautete das Fazit von TV-„Löwin“ Wöhrl.

Daran scheiterte der Deal

Und dennoch kam am Ende kein Deal mit den Investoren zustande. Der Grund: Der schwierige Vertrieb des Produkts und die nach Einschätzung der Löwen zu geringen Ertragsaussichten. Denn: In zweieinhalb Jahren hat der Mannheimer gerade mal 150 Exemplare seines „Soccer Performancesack“ verkauft. Bei einem Stückpreis von 116,50 Euro belaufen sich die Produktionskosten auf 67,25 Euro.

„Ich finde, dass sie einen so sympathischen Eindruck machen, aber ich muss ehrlich sagen, die Zielgruppe ist sehr, sehr klein. Die Umsatzgrößen, die sie erzielen können, sind sehr klein“, befand etwa Investor Georg Kofler. Auch die anderen Löwen teilten diese Auffassung: „Ist zu klein für mich. Ich bin raus“, begründete etwa Carsten Maschmeyer seine Ablehnung. Aufgeben will der der Gründer aus dem Südwesten aber nicht: „Es ist sehr schade, ich wäre gerne mit einem Deal nach Hause gegangen. Ich muss jetzt mit kleinen Schritten weiter machen“, gibt sich Yamal am Ende enttäuscht, aber kämpferisch.

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