Ein Strafzettel hängt an einer Windschutzscheibe. Die Geldbußen für Falschparken sollen von 15 Euro auf bis zu 100 Euro steigen. Bei schwereren Verstößen – etwa mit Behinderung, Gefährdung oder Sachbeschädigung – soll künftig ein Punkt ins Fahreignungsregister in Flensburg eingetragen werden. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Bisher kommen Falschparker mit einer Geldstrafe davon. Doch das soll sich ändern: Wer im Halteverbot steht, erhält bald Punkte in Flensburg. Und: Das Halten in zweiter Reihe wird richtig teuer. Kritik kommt von den Automobilclubs.

Berlin/Flensburg - Die Pläne, Falschparker in gravierenden Fällen künftig mit Punkten zu bestrafen, stoßen bei den Automobilclubs deutlich auf Widerstand. Die angedachten Strafen von 100 Euro für Falschparken seien „unverhältnismäßig hart“, sagte eine ADAC-Sprecherin.

Keinesfalls dürfe es dafür auch noch Punkte geben. Auch fehle es an Augenmaß, weil zum Beispiel die Nöte der Fahrer von Lieferfahrzeugen nicht berücksichtigt würden.

Parken in zweiter Reihe wird teuer

Dem Bericht zufolge moniert der Club AvD, dass zusätzliche Kosten für Autofahrer „den öffentlichen Personennahverkehr weder leistungsfähiger noch für die Pendler interessanter“ mache. Zusätzliche Haltezonen für Bring- und Lieferdienste fordert der ACE.

Dieser Haltung schloss sich auch der Bundesverband Paket- und Expresslogistik an. Die Begründung: Mangels Alternativen bleibe Lieferwagenfahrern häufig nur das Parken in zweiter Reihe.

Falschparkern, die Radfahrer und Fußgänger gefährden, sollen künftig Punkte in Flensburg drohen. Dabei geht es um unerlaubtes Halten auf Rad- und Gehwegen, auf Schutzstreifen für Radler und für das Parken in zweiter Reihe, wie das Bundesverkehrsministerium mitteilte.

Die Geldbußen für Falschparken sollen von 15 Euro auf bis zu 100 Euro steigen. Bei schwereren Verstößen – also etwa mit Behinderung, Gefährdung oder Sachbeschädigung – soll zudem künftig ein Punkt ins Fahreignungsregister in Flensburg eingetragen werden.

Berüchtigte Flensburger Punkteliste

Wer sich im Straßenverkehr falsch verhält, riskiert Punkte in Flensburg. Millionen Menschen sind im Verkehrszentralregister (VZR) des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) erfasst, das umgangssprachlich auch Verkehrssünderkartei genannt wird.

Die gesetzliche Grundlage für die Einrichtung wurde vor 60 Jahren geschaffen. Die entsprechende Verordnung stammt vom 25. Juli 1957, aber erst am 2. Januar 1958 ging das Register in Betrieb.

Vorläufer war die Sammelstelle für Nachrichten über Führer von Kraftfahrzeugen (SNFK), die 1910 beim Polizeipräsidium in Berlin eingerichtet worden war. Die SNFK wurde 1951 dem Kraftfahrt-Bundesamt zugeordnet. Wegen der rasant steigenden Motorisierung und damit auch steigender Unfallzahlen entstand dann das Verkehrszentralregister.

Die berüchtigten Punkte gibt es aber erst seit 1974. Im Jahr 2014 wurde das System grundlegend reformiert. Aus dem Verkehrszentralregister wurde das Fahreignungsregister.

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