Bei einer Modenschau wurden die neusten Hochzeitskleider vorgeführt. Foto: 7aktuell.de/Andreas Werner

Hochzeitsideen auf mehr als 7.000 Quadratmetern: Erstmals fand die Messe Trau Dich! in der Stuttgarter Schleyer-Halle statt. Auf die Besucher warteten die neusten Hochzeitstrends.

Stuttgart - Das schwarze Brautkleid sticht sofort ins Auge. Michael Tselepidis hat es zentral platziert, so dass kein Besucher auf der Hochzeitsmesse „Trau Dich!“ daran vorbeikommt. Der Inhaber des Braut-Tempels aus Abstatt ist bereits zum dritten Mal auf der Hochzeitsmesse Trau Dich! vertreten. Fünf schwarze Kleider die Woche verkaufe er mittlerweile. Warum? „Ich hätte auch nicht gedacht, dass es so einschlägt. Oft fragen Frauen danach, die helle Haut haben und tätowiert sind – der Kontrast zum schwarzen Kleid passt dann sehr gut“, so Tselepidis.

„Zudem wollen sie Akzente setzen, Mut haben. Weiß trägt ja jeder.“ Von Hinguckern wie dem Kleid an Tselepidis` Stand lebt die Hochzeitsmesse, die am Samstag und Sonntag zum 27. Mal in Stuttgart stattgefunden hat. Zum ersten Mal allerdings in der Schleyer-Halle, denn die Liederhalle befindet sich im Umbau. Projektleiterin Lisa Gronbach ist hochzufrieden mit der Interimsstätte. Der Andrang sei wie immer groß, an beiden Tagen kämen zusammen in der Regel rund 7.000 Besucher.

Was sind die Hochzeitstrends?

Viele der 190 Aussteller aus 30 Branchen seien bereits seit Jahrzehnten dabei, ein Drittel wiederum feiere in diesem Jahr Premiere. Welche Trends bestimmen den Hochzeitsmarkt in diesem Jahr? Einer, der schon länger währt: „Fotoboxen“, sagt Lisa Gronbach. „Die haben sich mittlerweile durchgesetzt. Die Leute haben Spaß auf der Hochzeit, und mit den Boxen hat man am Ende etwas, das bleibt“, erklärt sie.

Insgesamt gehe es den Paaren heute weniger um den Akt der Hochzeit an sich. Vielmehr stehe das Fest als Event im Vordergrund, bei dem alle Spaß haben sollen. Dabei wollen Eheleute mehr selbst bestimmen als früher. „Die Dienstleister sind für diese Wünsche auch offen. Es ist heute mehr eine Zusammenarbeit zwischen Paar und Dienstleister und nicht mehr so, dass man einfach ein festes Angebot auswählt“, sagt Gronbach.

Große Bandbreite an Hochzeitsmode

Bei Trau Dich! wird nichts dem Zufall überlassen. Wer sucht, der findet: Deko-Ideen wie individualisierte Keks-Stempel, die den Hochzeitstag unvergesslich machen sollen. Locations wie die Burgschenke Burg Guttenberg, die mit einem eigenen Standesamt, einer Burgkapelle mit 120 Plätzen und Übernachtungen in einer mittelalterlichen Herberge werben. Oder sogenannte Bridal Pop-Up-Stores, die den Junggesellinnenabschied mit einer Yoga-Stunde verbinden.

Wie groß die Bandbreite der Hochzeitsmode ist, zeigt sich auf der nachmittäglichen Modenschau der Stuttgarter Brautmode-Designer Eglantina Frroku und Experinate: vom klassischen Weiß über kräftige Rot- und Blautöne bis hin zu cremefarbenen, mit großen Blumenmustern versehenen Kleidern sind verschiedene Stile versammelt. Ein Hingucker sind die teils schrulligen Details: die Models auf dem Laufsteg tragen weiße Zweige im Haar, die wie kleine Geweihe aussehen. Um die zum Dutt gebundenen Haare der Frauen wickelt sich bodenlanges Lametta.

Holzfliege liegt im Trend

Extravaganz ist allerdings nicht nur den Frauen vorbehalten. Auch Männer legen immer mehr Wert auf modische Akzente, die sie von der Masse der Bräutigame abheben soll. Das Leonberger Bekleidungshaus Wibbel kommt diesem Verlangen mit Fliegen aus Holz entgegen, die in allen denkbaren Mustern und Farbkombinationen erhältlich sind.

„Ein Bräutigam, der bei uns eingekauft hat, betreibt die Holzfliegen als Art Garagenprojekt und hat angefragt, ob wir das mal ausprobieren wollen“, sagt Mitarbeiterin Daniela Kübler. Die Nachfrage danach sei seither enorm. Die Fliege gebe auch einem klassischen Look dann die eine ganz individuelle Note, sagt Kübler.

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