Bei der so genannten Liebesinsel in Neckarrems sind fünf der schwimmenden Blumenkästen aus Remseck angetrieben worden. Foto:  

Die losgerissenen Blumenkästen der Gartenschau in Remseck hätten eine Flutwelle im Neckar auslösen können. Das Schifffahrtsamt will sie daher nicht mehr zulassen. OB Dirk Schönberger hofft auf eine Lösung.

Remseck - Sie sind ein stilprägendes Element der Gartenschau in Remseck: Bis zu vier Meter lange Holzkästen mit Blumen und Kräutern, die auf dem Wasser treiben. Doch in der Nacht auf Mittwoch sind sieben dieser schwimmenden Gärten dem Hochwasser zum Opfer gefallen: Sie haben sich vom Remssteg losgerissen und sind flussabwärts den Neckar entlang getrieben. Bis nach Poppenweiler sind zwei Elemente gekommen.

„Es hätte ziemlich viel passieren können“, sagt Walter Braun, der Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Neckar. Wenn die Elemente in die Wehranlagen gekommen wären, hätte man die Schleusen öffnen müssen. Die Konsequenz wäre eine Flutwelle bis nach Marbach gewesen. Der Behördenchef stellt klar: „Wir hatten großes Glück. So ein Vorfall darf sich nicht wiederholen.“

Kaum größere Schäden entlang der Rems

Die anderen Kommunen entlang der Rems melden nur kleinere Schäden. In Schorndorf etwa ist ein Schaltkasten überflutet worden, so dass die Aufzüge ausgefallen sind. In Winterbach wurde die renaturierte Rems auf einem Kilometer überflutet. „Das ist der natürliche Lauf der Dinge“, sagt Claudia Ingelmann, die Sprecherin der Remstal-Gartenschau, „schließlich soll man hier sehen, wie die die Ufer überflutet werden.“ Ob es weitere Beschädigungen an Stegen gab, kann erst beurteilt werden, wenn die Pegelstände wieder sinken.

So bleibt der Vorfall in Remseck der gravierendste. Größere Schäden sind allerdings ausgeblieben. „Es wurden auch keine anderen Boote oder die Anlagen des Schifferclubs Neckarrems beschädigt“, sagt Stephan Notheis, der Leiter der Wasserschutzpolizei. Fünf der schwimmenden Gärten seien im Bereich der so genannten Liebesinsel hängen geblieben, zwei an der Schleuse Poppenweiler.

Hoher Wasserstand und treibende Baumstämme

Als Ursache geben die Behörden den hohen Pegelstand an, bis zu 3,69 Meter hoch war das Wasser in Rems und Neckar aufgrund des Dauerregens. Normalerweise beträgt die Wassertiefe 1,60 Meter. Ab zwei Metern wird die Schifffahrt eingestellt – das war bereits am Dienstagvormittag der Fall. „Daher konnten die Elemente auch keine Schiffe auf dem Neckar beschädigen“, sagt Notheis.

Der Remsecker Oberbürgermeister Dirk Schönberger (parteilos) macht für die Vorfälle über 100 treibende Baumstämme verantwortlich, die von der Rems her in den Neckar getrieben seien. „Der 101. Stamm war dann einer zu viel“, sagt der Rathauschef, „ich stelle die Frage: woher kommen die Baumstämme?“ Dieses Szenario wird von Wasserschutzpolizei und Schifffahrtsamt nicht offiziell bestätigt, aber auch nicht ausgeschlossen. Es sei durchaus üblich, dass bei Hochwasser aus den Seitenarmen wie der Rems Treibgut ankomme, sagt Walter Braun: „Doch die Anlagen entlang des Neckars müssen so beschaffen sein, dass sie das abkönnen.“

Schönberger will die schwimmenden Gärten retten

Aus seiner Sicht können die schwimmenden Gärten nicht einfach wieder an die Stege angebracht werden: „Es muss sichergestellt werden, dass sie ausreichend befestigt sind.“ Starker Regen wie am Dienstag ist mittlerweile mehrmals im Jahr der Normalfall, auch so genannte Jahrhunderthochwasser werden häufiger. Der OB Dirk Schönberger hofft , die schwimmenden Blumenkübel so befestigen zu können, dass sie sicher sind. „Es gibt dazu Mittel und Wege“, sagt er und verweist im übrigen auf die Verantwortung der Firma, die mit der Sicherung der Stege am Neckar beauftragt worden sei.

An eine schnelle Bergung ist nicht zu denken, der Wasserpegel sinkt nur langsam. Wegen des Hochwassers bleiben der Neckarstrand und der Schwimmsteg bis Sonntag gesperrt. Ob das Beachvolleyballturnier des TSV Neckargröningen am Samstag stattfinden kann, wird erst im Laufe des Freitags entschieden. Die „Hütte der Vereine“ wird weiter bewirtet, etwa zum Weißwurstfrühstück am Sonntag.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: