Tina Speck (links) und Sandra Weinmann in ihrem Laden in Bernhausen. Deses Jahr feiern sie das zehnjährige Bestehen. Foto: Caroline Holowiecki

Zwei Freundinnen aus Bernhausen und Echterdingen nähen, hakeln und sticken schöne Unikate. Der Nachhaltigkeitsgedanke spielt dabei für sie eine wichtige Rolle.

Bernhausen - Omas Bettwäsche liegt schon parat. Der karierte Stoff ist stellenweise leicht ausgebleicht, aber er ist noch fest und intakt. Deswegen soll er ein zweites Leben erhalten. Als Kissenhülle, die irgendeiner Frau mit dem aufgestickten Schriftzug „Lieblingsmama“ eine Freude bereiten wird. „Ich finde es schön, wenn der alte Bettbezug wieder ein Zuhause kriegt und nicht in der Altkleidersammlung landet“, sagt Sandra Weinmann und streicht über den Baumwollstoff, der einst ihrer Großmutter gehörte. In der Werkstatt in ihrem Wohnhaus in Bernhausen finden viele ausrangierte Textilien eine neue Bestimmung. Im Regal lagern Teile von Säcken, von Jeanshosen, von Tischdecken und Herrenhemden. Sie warten darauf, wiedergeboren zu werden. Als Tasche oder Brotbeutel, als Schlüsselanhänger oder Zierde auf einem Kinder-Shirt, als Wimpelkette oder Geschirrtuch.

Aus alt mach neu. In Bernhausen läuft das unter dem Namen „2 Emmas & more“. Hinter dem kleinen Label stehen Sandra Weinmann (44) und ihre Freundin Tina Speck (46) aus Echterdingen. Neben ihren Handelsvertreter- und Bürojobs haben sie sich dem Nähen, Häkeln, Sticken und Gestalten verschrieben. Kennengelernt haben sich die beiden Frauen vor 18 Jahren bei einem Bastelkurs, den die gelernte Erzieherin Sandra Weinmann seinerzeit in ihrem Hort angeboten hatte. Aus einem gemeinsamen Hobby wurden Sympathie und schließlich ein Business.

Konkurrenz gibt es im Do-it-yourself-Bereich durchaus

Seine Waren verkauft das Duo auf Märkten, außerdem seit genau zehn Jahren im eigenen Hinterhoflädle an der Alten Talstraße. „Das war schon immer unser Traum“, sagt Sandra Weinmann über das Geschäft, das die Frauen nach ihren Töchtern benannt haben. Mittwochvormittags ist Nähtag, da arbeiten sich die zwei Mütter, die es zusammen auf fünf Kinder bringen, durch ihren Mix aus alten und neuen, zugekauften Textilien. „Manche Stoffe stammen aus den 40ern und 50ern, aber stehen da wie eine Eins. Manche sind so fest, da haben die Nähmaschinen oft Probleme“, sagt Tina Speck. Genau diese Kombination aus modern und Vintage mache den Reiz aus, zudem spiele der Nachhaltigkeitsgedanke eine große Rolle. „Ein Nachbar hat sein Rot-Kreuz-Zelt weggeworfen, da habe ich mir ein paar Bahnen gesichert, da mache ich mal was draus“, sagt Sandra Weinmann.

Das meiste läuft bei den „2 Emmas“ über Mund-zu-Mund-Propaganda. Konkurrenz gibt es im Do-it-yourself-Bereich durchaus, „aber jeder hat seine Handschrift, die Geschmäcker sind verschieden“, sagt Sandra Weinmann. In ihrem Laden verkaufen die Frauen auch Kreationen von Gleichgesinnten aus der Region. So gibt es Häkeltiere von einer Frau aus Neckartailfingen, Seifen aus Bernhausen oder bunte Lederpuschen aus Echterdingen. Tina Speck lächelt. „Damen wie wir.“

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