Ein Mitarbeiter von Heidelberger Druck betrachtet einen bedruckten Bogen, auf dem Verpackungsmuster zu sehen sind. Foto: dpa

Bisher fasst Heidelberger Druckmaschinen auf dem chinesischen Markt nicht so recht Fuß. Gerade mal zehn Prozent setzt der Maschinenbauer in der Volksrepublik, dem weltweit größten Einzelmarkt für den Verpackungsdruck, um. Das soll sich nun ändern.

Stuttgart - Heidelberger Druckmaschinen will seinen Umsatz in China in den nächsten Jahren verdoppeln. Der Maschinenbauer erzielt derzeit etwa zehn Prozent seines Umsatzes in der Volksrepublik, in dem weltweit größten Markt für Verpackungsdruck. Und in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres – es begann am 1. April – sind die Erlöse in diesem Land nur leicht gestiegen, teilt das Unternehmen mit. Seine Zuversicht, dass die Geschäfte dort künftig besser laufen, begründet der Vorstand des Heidelberger Unternehmens mit dem Einstieg der chinesischen Firma Masterwork in dem deutschen Konzern. Über eine Kapitalerhöhung mit Ausschluss des Bezugsrechts beteiligt sich Masterwork mit 8,5 Prozent an Heidelberger Druck. 2,68 Euro zahlt das chinesische Unternehmen dafür pro Aktie – der Betrag summiert sich auf 69 Millionen Euro.

Abbau der Schulden geplant

Das Geld soll unter anderem zur Stärkung des Eigenkapitals und zum Abbau der Schulden verwendet werden. Aktuell notiert das Papier von Heidelberger Druck bei rund 1,80 Euro. Warum Masterword einen so deutlichen Aufschlag auf den Aktienkurs von Heidelberger Druck zahlt, dazu wollte sich Finanzchef Dirk Kaliebe nicht äußern. Noch nicht entschieden sei, ob sich das Unternehmen im Gegenzug an Masterwork beteiligen wird. „Die Gespräche laufen“, sagte Kaliebe. Die beiden Unternehmen haben in der Vergangenheit kooperiert – unter anderem im Vertrieb. Mitarbeiter von Heidelberger Druck verkaufen 50 Prozent der Produktion von Masterwork; der Anteil dürfte steigen, erläutert Rainer Hundsdörfer, Chef von Heidelberger Druck. Masterwork hat in Neuss/Nordrhein-Westfalen eine Entwicklung und in Tschechien eine Produktion; beide sollen bestehen bleiben.

In den ersten neun Monaten haben die Heidelberger den Umsatz um zwei Prozent auf 1,7 Milliarden Euro gesteigert. Dass die Ziele im dritten Quartal nicht erreicht wurden, führt Kaliebe auf Lieferengpässe bei Zulieferern zurück. Gefehlt hätten etwa mechanische Komponenten. Die Probleme seien gelöst; die verschobenen Auslieferungen könnten erfolgen. Nach Steuern ist der Verlust auf zwei (Vorjahr: zehn) Millionen Euro geschrumpft. Der Auftragseingang ist im dritten Quartal um zehn Prozent gesunken. Ende des Jahres beschäftigte das Unternehmen unverändert 11 500 Mitarbeiter.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: