Immerhin: 2018 will die Stadt zumindest die Toiletten im Nordbau des Hegel-Gymnasiums sanieren lassen. Foto: Achim Zweygarth

Weil erst das Campushaus stehen muss, verschieben sich am Hegel-Gymnasium in Stuttgart-Vaihingen geplante Sanierungen. So steht es in einem Schreiben der Schulbürgermeisterin, das unserer Redaktion vorliegt.

Vaihingen - Nun haben es die Mitglieder des Bezirksbeirats und auch die Schulen im Süden des Stuttgarter Stadtbezirks Vaihingen noch einmal schwarz auf weiß: Mit dem Campus wird es vorerst noch nichts. Zwar steht aktuell Geld für die Planung eines Campushauses zur Verfügung. Und das Schulverwaltungsamt trifft mit den Schulen letzte Absprachen, um aus dem erarbeiteten pädagogischen Konzept ein Raumprogramm zu entwickeln. Doch im Hochbauamt gibt es einen personellen Engpass. Darum können die Kollegen dort die Planungen für das Campushaus erst ab Juli 2020 weiter vorantreiben. Baubeginn soll dann im Juli 2022 sein. Mit einer Fertigstellung kann im Juli 2024 gerechnet werden. So steht es in einer Antwort von Schulbürgermeisterin Isabel Fezer auf einen Antrag der Freien Wähler.

Im Juli hatte die Fraktion im Vaihinger Bezirksbeirat gefordert, mit der überfälligen Sanierung des Hegel-Gymnasiums zu beginnen und das Campus-Projekt zügig voranzutreiben. Geplant ist, dass das Hegel, die Robert-Koch-Realschule, die Pestalozzischule und die Verbundschule Rohr enger zusammenwachsen und so Synergieeffekte entstehen. Das gemeinsame Campushaus wäre ein erster und wichtiger Schritt in diese Richtung.

Schulsanierung ist nur in den Ferien möglich

Der Nachteil ist jedoch: „Solange das Campushaus nicht steht, sind umfangreiche Sanierungen und Umstrukturierungen in den Innenbereichen der Schulgebäude, die eine Auslagerung von Klassen erforderlich machen, nicht möglich.“ So schreibt es Fezer in ihrer Antwort. Denn erst wenn das Campushaus stehe, könne der neue Modulbau der Pestalozzischule als Ausweichquartier genutzt werden. Bis dahin müsse sich die Verwaltung auf besonders dringende Reparaturen beschränken und diese in den Ferien in Angriff nehmen.

Die Konsequenz ist, dass die Stadtverwaltung auch die Sanierung des Hegel-Gymnasiums auf das Nötigste beschränkt. Doch immerhin werden 2018 die Toiletten im Nordbau erneuert. Zudem stehen im Schulsanierungsprogramm 706 000 Euro für das Hegel bereit. Mit dem Geld sollen unter anderem die Fenster, die Fassade und die Dämmung modernisiert werden. „Nach Aussagen des Hochbauamts kann unter Berücksichtigung der personellen Kapazitäten mit der Planung der genannten Maßnahmen in 2018 begonnen werden“, heißt es in Fezers Schreiben. Die Bürgermeisterin verweist aber auch auf die anstehenden Haushaltsberatungen. Die Abhängigkeit der Sanierungsmaßnahmen am Hegel-Gymnasium von den Campus-Entwicklungen sei dann eventuell neu zu bewerten.

Mit so einer Antwort hatten die Vaihinger Bezirksbeiräte freilich schon gerechnet. Schließlich hatte Fezer die Vertreter der Politik und der Schulen vor Ort bereits im Oktober über die personellen Engpässe informiert. Stadtweit gab es neun Gespräche zur sogenannten Schulentwicklungsplanung (wir berichteten).

Das Sanierungsprogramm muss zeitlich gestreckt werden

Ausgangspunkt ist das vom Gemeinderat im Doppelhaushalt 2012/2013 beschlossene Schulsanierungsprogramm. Dieses wird seither kontinuierlich abgearbeitet und fortgeschrieben. Seit 2014 hat der Gemeinderat pro Jahr 50 Millionen Euro bereitgestellt. Doch das Geld konnte nicht verbaut werden. Denn die städtischen Ämter sind überlastet, es fehlt an Personal. In der Folge konnte die Stadt durchschnittlich nur 34 Millionen Euro pro Jahr in die Sanierung der Schulen investieren. Viele Projekte verzögerten sich.

Die Verwaltung hat nun für den nächsten Doppelhaushalt eine Absenkung der finanziellen Mittel auf 40 Millionen Euro pro Jahr verabschiedet. Sie hat zudem darauf verwiesen, dass neue Stellen im Hochbauamt erforderlich sind. „Als Folge muss auch das gesamte Sanierungsprogramm zeitlich weiter bis 2026 gestreckt werden und viele Schulen müssen auf die notwendigen Sanierungen entsprechend länger warten“, schreibt Fezer. Der Gemeinderat hat die Fortschreibung des Sanierungsprogramms in seiner Sitzung am 25. Oktober beschlossen.

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