Felix macht es sich am liebsten auf der Heizung am Fenster gemütlich. Foto: Sandra Hintermayr

Ein Kater und zwei Kaninchen leben im Haus Sankt Barbara und erfreuen Bewohner und Mitarbeiter gleichermaßen. Um all seinen Menschen einen Besuch abzustatten, fährt Kater Felix sogar mit dem Aufzug.

Möhringen - Entspannt liegt Felix auf seiner Decke auf der Heizung und lässt sich nicht stören, als Besuch ins Zimmer kommt. Für die Presse, die sich eigens wegen ihm auf den Weg ins Pflegeheim Sankt Barbara gemacht hat, erübrigt der Kater nur ein wohlwollendes Blinzeln. Die Heizung am Fenster im ersten Stock ist sein Lieblingsplatz, dort ist es warm, kuschelig und man hat einen schönen Ausblick. Wenn er Aufmerksamkeit will, begibt sich Felix auf seinen Rundgang durch das Haus. „Er ist sehr beliebt bei den Bewohnern und den Mitarbeitern“, sagt Conny Kölling, Betreuungs- und Pflegekraft im Haus Sankt Barbara. Oft besuche der Kater die Bewohner in ihren Zimmern, halte beim ein oder anderen auch mal sein Mittagschläfchen. Der weiß-rote Kater strahlt eine Ruhe aus, die sich sowohl auf die Bewohner als auch auf die Mitarbeiter und Besucher des Hauses überträgt.

Der Kater weiß genau, von wem er Leckerchen bekommt

Für die Menschen im Pflegeheim gehört Felix bereits zum Inventar. Seit rund drei Jahren lebt er dort, weil seine ehemalige Besitzerin, die in Sankt Barbara arbeitete, ihn und eine weitere Katze aus privaten Gründen abgeben musste. Im Heim entschied man sich, die Tiere lieber aufzunehmen, bevor sie im Tierheim landen. Während die zweite Katze weglief, blieb Felix und „kümmert“ sich seitdem um die Bewohner und Mitarbeiter des Hauses. „Wenn es einem der Bewohner nicht gut geht, sucht er dessen Nähe. Es scheint, als wolle er mit seiner Gesellschaft trösten“, sagt Kölling. Menschen, die nur wenig sprechen, tauten zudem in seiner Nähe auf und sprächen wieder mehr. Für den Kater ist das Leben unter so vielen Menschen selbstverständlich geworden.

Hochheben lässt sich Felix nur ungern. Streicheleinheiten von den Bewohnern und den Mitarbeitern holt sich der Kater, wenn er gerade Lust darauf hat. „Und er weiß genau, von wem er ab und an ein Leckerchen bekommt“, sagt Kölling und schenkt Felix ein Lächeln. Der Kater quittiert die Aufmerksamkeit damit, dass er sich auf seiner Decke umdreht und sich hinter dem Vorhang versteckt.

Die Tiere haben einen positiven Effekt auf die Bewohner

Zu Felix’ Kontrollgängen durch das Haus gehört auch die gewissenhafte Inspektion von Taschen und Rucksäcken, die die Besucher mitbringen. „Wir sagen den Leuten immer, dass sie nachschauen sollen, ob er nicht in einer Tasche sitzt. Nicht, dass ihn jemand aus Versehen mitnimmt“, sagt Kölling. Um überall hinzukommen, fährt Felix inzwischen sogar mit dem Aufzug. Das ist schließlich weniger anstrengend, als Treppen zu steigen.

Auch zwei Kaninchen leben im Pflegeheim. Foto: Sandra Hintermayr

Wenn nach dem Rundgang durch das Haus noch Zeit bleibt und das Wetter draußen nicht allzu schlecht ist, stattet Felix den beiden Zwergkaninchen Babsi und Mohrle einen Besuch ab. Die beiden leben im Außenbereich des Heims in einem großen Gehege. „Sie sind hier aufgewachsen. Wir holen sie regelmäßig raus, damit die Bewohner sie streicheln und auf dem Schoß halten können“, sagt Kölling. Die beiden würden diese Aufmerksamkeit genießen, denn sie blieben dabei stets ruhig sitzen.

Die Tiere haben laut Kölling einen positiven Effekt auf die Bewohner. Viele haben eine Aufgabe darin gefunden, nach ihnen zu schauen, beim Ausmisten des Hasenstalls oder beim Füttern zu helfen. „Es ist toll, wenn man die leuchtenden Augen der Menschen sieht, sobald sie Felix oder die Kaninchen sehen“, so Kölling. Sie möchte sich gar nicht vorstellen, wie das Leben im Haus Sankt Barbara ohne die drei tierischen Mitbewohner wäre. Denn eines ist sicher: Es würde etwas fehlen. Etwas, das den Menschen dort Tag für Tag ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

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