Keine Panik in Sachen Hantavirus: Eltern können ihre Kinder unbesorgt draußen spielen lassen. Foto: dpa

In diesem Jahr häufen sich Fälle von Hantavirus-Infektionen in Stuttgart. Manche Eltern sind verunsichert. Ein Blick auf die Zahlen gibt aber Entwarnung.

Stuttgart - Rötelmäuse sehen possierlich aus. Doch ihr Kot kann den Hantavirus übertragen. In diesem Jahr häufen sich diese Erkrankungen im Raum Stuttgart wieder, nachdem sich die Nagetiere im vergangenen Jahr bei gutem Futter stark vermehrt haben. Manche Eltern sind verunsichert und fragen sich, ob sie ihre Kinder guten Gewissens im Garten oder Wald spielen lassen können.

Diese Sorgen sind verständlich, aber wenn Experten auf ihre Zahlen schauen, können sie Entwarnung geben: Unter den 211 in diesem Jahr bislang registrierten Hantavirus-Fällen (Stand: 15. Mai), die dem Landesgesundheitsamt übermittelt wurden, sind laut Matthias Kreuzinger vom Regierungspräsidium keine Kinder und Jugendlichen zwischen null und 14 Jahren.

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Auch im Olgahospital, dem Kinderkrankenhaus des Klinikums Stuttgart, ist in diesem Jahr noch kein Hantavirus-Fall nachgewiesen worden. „In den vergangenen sieben Jahren hatten wir 22 Kinder in Behandlung, die an dem Virus erkrankt waren“, sagt Friedrich Reichert, Oberarzt in der Notaufnahme des „Olgäle“.

Die Krankheit trete in Wellenbewegungen auf: „Alle zwei bis vier Jahre häufen sich die Fälle.“ Das hat mit der Vermehrung der Rötelmäuse zu tun. Im vergangenen Jahr konnten sich die Nager stark vermehren, weil es jede Menge Bucheckern gab.

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Die Dunkelziffer ist hoch beim Hantavirus, denn die Symptome seien manchmal unklar, erklärt Reichert: „Mal hat ein Kind ein bisschen Bauchweh und Fieber und es wird nie festgestellt, dass es an Hanta erkrankt war.“

Schwere Verläufe sind bei Kindern selten

Schwere Verläufe der Krankheit seien dagegen selten: „Alle zwei bis drei Jahre haben wir mal ein Kind hier, dessen Nieren in Mitleidenschaft gezogen wurden.“ So schlimm, dass die kleinen Patienten zur Dialyse müssten, sei es im Olgahospital seines Wissens aber noch nie gewesen.

Reichert und die Experten im Landesgesundheitsamt sind sich einig: Eltern können ihre Kinder weiterhin unbesorgt im Freien spielen lassen. „Kinder müssen ganz normal im Dreck spielen dürfen“, betont der Oberarzt des Olgahospitals.

Auch das Landesgesundheitsamt rät nicht zu besonderen Vorkehrungen, wenn Kinder im Garten oder im Wald spielen. Allerdings sollten Eltern darauf achten, dass die Kinder keine toten Mäuse anfassen. Haben sich im Gartenhäuschen, auf dem Speicher oder in der Garage Mäuse eingenistet, sollte man den Nachwuchs hier nicht spielen lassen.

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