David Schmidt ist der Torgarant des TVB Stuttgart – aber nicht mehr lange. David Schmidt tritt gegen seinen neuen Club an. Foto: Baumann

David Schmidts Wechsel von Handball-Bundesligist TVB Stuttgart zu Ligakonkurrent Bergischer HC steht schon länger fest. Zuvor will der Linkshänder seinen künftigen Arbeitgeber aber noch besiegen.

Stuttgart - Wiedersehen macht Freude, heißt es im Sport. Immer wenn ein Spieler auf seinen Ex-Club trifft und dann bei einem erzielten Tor gerne auf einen Jubel verzichtet, um damit die Verbundenheit zum alten Verein zu demonstrieren. Bei David Schmidt liegt der Fall etwas anders. Der trifft an diesem Sonntag (16 Uhr) in der Scharrena mit dem TVB Stuttgart auf seinen künftigen Club, den Bergischen HC.

Seit Saisonbeginn steht der Wechsel offiziell fest, für Insider war es schon seit der vergangenen Winterpause klar. Was insofern etwas überraschend kam, als dass Schmidt erst ein paar Monate zuvor von den Eulen Ludwigshafen gekommen war und auf Anhieb eingeschlagen hat. Zu gut vielleicht. Jedenfalls streckte der BHC frühzeitig seine Fühler nach ihm aus. „Ich hatte von Anfang an gute Gespräche mit Trainer und Manager“, sagt Schmidt heute, „das Gesamtkonzept hat mir gefallen.“ Dazu gehört auch ein neues Trainingszentrum, das im Frühjahr eröffnet wird – finanziell dürfte sich der 26-Jährige auch nicht verschlechtern, schließlich sind Linkshänder eine gefragte Spezies im Handball. Schmidt hatte sich auch noch mit dem Torhüter Bastian Rutschmann ausgetauscht, den er noch aus Zeiten bei den Rhein-Neckar Löwen kannte, und „nur positives Feedback bekommen“.

Vorzeitiger Wechsel verweigert

Beim TVB waren die Verantwortlichen weniger begeistert, auch wenn der Spieler den Verein von Beginn an in seine Pläne eingeweiht hatte. Die sogar so weit gingen, dass Schmidt schon vor Ende seines Vertrags 2020 in diesem Sommer zum BHC wechseln wollte. Doch da schob Stuttgarts Trainer Jürgen Schweikardt einen Riegel vor. „Das habe ich akzeptiert und klargemacht, dass ich mich bis zum letzten Spiel für den TVB reinhängen werde.“

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Wer Schmidt kennt, hegt daran nicht die geringsten Zweifel. Beweise gefällig? In der Rückrunde der vergangenen Saison brachte Schmidt mit seinen sieben Toren den künftigen Arbeitgeber an den Rand einer Niederlage, ehe der BHC noch 29:28 gewann. „Wir hätten ihn gerne länger behalten“ betont Schweikardt, „konnten uns aber gegen den BHC nicht durchsetzen.“ Vielleicht reicht es dafür am Sonntag im Heimspiel, das wäre ein kleiner Trost. „Wir haben eine realistische Siegchance“, sagt Schmidt, der zugibt, dass das „kein normales Spiel“ für ihn wird.

Nationalmannschafts-Debüt verpasst

Beim TVB zeigt der Trend zwar nach oben, doch gegen den Bergischen HC steht er unter Druck, endlich den zweiten Saisonsieg einzufahren. Und dazu braucht es die Tore von Schmidt. Mit 132 Treffern war er vergangene Saison zehntbester Feldtorschütze der Handball-Bundesliga, diese Saison sind es bereits 41 in nur acht Spielen. Dabei plagte den Karlsruher zu Saisonbeginn noch eine ausheilende Schambeinentzündung, die ihn letztendlich um sein Debüt in der Nationalmannschaft gebracht hat. Denn just in dieser Zeit kam der Anruf des Bundestrainers Christian Prokop, der ihn für die Spiele gegen Israel und das Kosovo berufen wollte. „Das war natürlich eine besondere Wertschätzung, aber ich musste leider absagen.“

Jetzt dürfte es für David Schmidt eng werden, noch auf den EM-Zug im Januar aufzuspringen. „Natürlich würde ich mich riesig freuen, aber den Anspruch kann ich nicht stellen“, sagt Schmidt. „Ich konzentriere mich voll auf den Verein.“ Zudem hat er in der EM-Pause eigentlich schon andere Pläne: Da will er sich im Raum Wuppertal, wo der BHC zu Hause ist, auf die Suche nach einer neuen Wohnung machen. Mit seiner Freundin, die ursprünglich aus Castrop-Rauxel stammt und sich nun auf die Rückkehr in die alte Heimat freut.

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