Philipp Hans aus Stuttgart an einer Hindernisstation von „Ninja Warrior Germany“. Ob er und sein Bruder es ins Finale schaffen, zeigt sich am Freitag. Foto: TVNOW/Markus Hertrich

Es ist nicht das erste Mal, dass die Kletterer Philipp und Moritz Hans bei der Show vorne mit dabei sind. Am kommenden Freitag wird sich zeigen, ob die beiden Brüder ins Finale einziehen werden. Der jüngere Moritz, wurde bereits 2017 zum „Last-Man-Standing“ gekürt.

Stuttgart - TV-Shows gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Dabei schauen sich die meisten Menschen das ganze gemütlich abends von der Coach aus an. Und manche denken sich wohl insgeheim: Na das kann ich auch. So ging es auch den Kletter-Brüdern Philipp (26) und Moritz (23) Hans aus Stuttgart, als sie die RTL-Sendung „Ninja Warrior Germany“ im Fernseher sahen. Doch die beiden wollten wissen: „Können wir das wirklich?“

Casting erfolgreich überstanden

Um überhaupt an der Show teilzunehmen, muss im Voraus ein zweistufiges Bewerbungsverfahren durchlaufen werden. Online bewerben sich dabei Zehntausende Athleten, um vor laufenden Kameras unterschiedliche Hindernisparcours zu bewältigen. Wer in die nächste Runde eingeladen wird, darf zum Casting. „Das ist dann ein Fitnesstest, bei dem man zeigen muss, was man kann“, erzählt Moritz Hans. Offensichtlich gefiel den Machern der Show, was sie sahen.

Philipp Hans ist in diesem Jahr zum dritten mal dabei. Für seinen jüngeren Bruder Moritz ist es bereits die vierte Teilnahme. Und das mit Erfolg: 2017 wurde er zum „Last Man Standing“ gekürt. Was bedeutet, dass er in dieser Staffel der beste Kandidat war – jedoch nicht alle Parcours absolvieren konnte, weshalb es nicht zum Titel „Ninja Warrior Germany“ reichte.

Früher stand klettern an erster Stelle

Eigentlich sind die Brüder fürs Klettern bekannt. „Wir waren früher jedes zweite Wochenende auf einem anderen Wettkampf“, erzählt Philipp Hans. Das habe sich mittlerweile geändert. Obwohl die beiden damals nationale und Moritz Hans auch internationale Erfolge feiern konnten. Die Bekanntheit aber kam größtenteils durch die Fernsehshow-Teilnahme. „Auf einmal haben mich Schüler darauf angesprochen“, erzählt Philipp Hans, der kurz vor seinem Staatsexamen als Gymnasiallehrer steht. „Wenn ich Anfang November bei den deutschen Meisterschaften klettere, dann schauen da maximal 500 Menschen zu“, meint Moritz Hans, der im dritten Semester Landschaftsarchitektur studiert.

Wenn überhaupt, sei die Aufmerksamkeit aber nur ein kleiner Anreiz, bei der Fernsehshow mitzumachen. „Beim Klettern hängen wir alleine in der Natur rum – bei der Fernsehshow sind hunderte Menschen vor Ort und ein, zwei Millionen vor dem Bildschirm – das ist natürlich aufregend und spannend“, findet der jüngere Bruder. Man wisse im voraus ja nicht, welche Hindernisse da auf einen zukommen. „Das hat dann schon auch wieder viele Elemente vom Klettern, die uns helfen können. Nicht im Voraus zu wissen, wo genau man greifen muss oder was einen erwartet – das ist ja auch beim Felsklettern der Fall“, erzählt Philipp Hans.

Drehtag dauert zwölf Stunden

Dabei sei nicht nur der sportliche Teil aufregend: Das Halbfinale wurde an einem Tag abgedreht. „Das bedeutet, dass wir zwölf Stunden in der Halle stehen, immer auf Abruf für ein Interview, Fotoshooting oder eben für den Hindernislauf“, so der ältere Bruder.

Aber auch ohne Fernseh-Show-Teilnahme wird es den beiden nicht langweilig: Derzeit sind sie mit Freunden in Frankreich zum Bouldern. „Klettern war für uns schon immer mehr als eine Sportart“, sagt Moritz Hans. Sein Bruder pflichtet ihm bei: „Da gehört einfach so viel dazu – gemeinsame Zeit mit der Familie oder Freunden, fremde Kulturen und Landschaften entdecken, das ist auch ein Lebensstil.“

Studium zwischen Expeditionen, Skifahren und Surfen

So viel die beiden Hans-Brüder auch gemeinsam haben, so gibt es doch deutliche Unterschiede. Während es früher Zeiten gab, in denen ausschließlich das Klettern bei beidem im Fokus stand, haben sie mittlerweile einen Weg gefunden, ihre Sportart mit anderen Dingen zu kombinieren. Philipp Hans war 2018 beispielsweise über einen Monat lang auf einer Expedition in Grönland, und hat dort das Inlandeis zu Fuß durchquert – klettern hat dabei nur einen Teil ausgemacht. Das käme so für den jüngeren Bruder eher nicht infrage: „Ich bin dann lieber Skifahren oder Surfen.“ Ihm sei es wichtig, auch mal abzuschalten und die Kletterschuhe auszuziehen. Danach habe er wieder die nötige Motivation, weiter zu machen. Sein nächstes Ziel sei, bei einer Erstbegehung mitzumachen. Mittelfristig wollen die Brüder ihr Studium beenden. Wo es sie dann hintreiben wird, lasse sich schwer sagen. „Auf jeden Fall soll das Klettern nicht weniger werden – lieber mehr“, sagt Moritz Hans. Dafür reize beide Brüder das Abenteuer einfach zu sehr.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: