Marienplatzfest, Flohmarkt und nun soll auf dem beliebten Areal auch bald ein Markt für nachhaltige Produkte kommen. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Dominik Ochs und Lennart Arendt veranstalten im Mai den nachhaltigen Übermorgen-Markt.

S-Süd - Eine Glitzer-Glamour-Exhibition-Welt werde der Markt nicht, betonte Dominik Ochs am vergangenen Dienstag im Bezirksbeirat Süd. Vielmehr werde es eine sehr ruhige und informative Veranstaltung, ergänzte sein Partner Lennart Arendt. Aus diesem Grund hatte das lokalpolitische Gremium keine Einwände gegen den ersten nachhaltigen Wochenmarkt Stuttgarts und stimmte dem Antrag mehrheitlich zu.

Bio, regio und fair gehandelte Produkte haben ihr Müsli-Image längst verloren. Ökologisch korrektes Einkaufen ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Auch in Stuttgart wachse das Angebot und die Nachfrage nach nachhaltigen Lifestyle-Produkten, so die Erfahrung von Ochs und Arendt. Die beiden Macher des Magazins „Übermorgen – Nachhaltigkeit und Lifestyle in Stuttgart“ wollen nun die Themen ihres vierteljährlich erscheinenden Heftes auf die Straße bringen, genauer auf den Marienplatz. Am Samstag, 28. Mai, soll der erste grüne Wochenmarkt der Stadt dort stattfinden.

Händler aus der Region präsentieren sich

Dazu haben die beiden eigens den Verein Kesselglück gegründet. Der fungiert in Zukunft als Veranstalter des Übermorgen-Marktes. Mitmachen dürfen nachhaltige Händler und Organisationen aus der Region, die Textil, Handwerk und Lebensmittel produzieren. Die Grenze haben die Veranstalter auf 50 Kilometer angesetzt. Erwünscht sind Zertifizierungen und transparente Produktinformationen. Offen ist man auch für Upcycler und kleine Hinterhof-Manufakturen aus der Innenstadt – auch wenn die vermutlich keine teuren Umweltzertifikate vorweisen können.

Initiativen, Organisationen und Vereine haben auf dem grünen Wochenmarkt ebenfalls die Gelegenheit, sich und ihre Arbeit zu präsentieren. Gut beraten ist, wer sein eigenes Stofftäschchen mitbringt. Denn Plastik ist an dem Tag am Marienplatz verboten. Tüten und Wegwerfbesteck akzeptieren die Veranstalter nicht.

Zunächst soll der Übermorgen-Markt ein Pilotprojekt sein. Bewährt sich das Konzept, können sich Ochs und Arendt gut vorstellen, den Markt viermal jährlich zu veranstalten. Allerdings wollen sie sich nicht unbedingt auf den Marienplatz als Veranstaltungsort festlegen: „Ich finde es schön, wenn wir den Markt auch woanders machen könnten. Aber wir kommen beide aus dem Süden und sind am Marienplatz groß geworden“, sagte Arendt. Der Auftakt soll deshalb dort stattfinden. Um die Kosten decken zu können, unterstützte der Bezirksbeirat auch den Antrag der Veranstalter nach besonderer Förderungswürdigkeit mehrheitlich. Veranstaltungen gemeinnütziger Vereine oder Organisationen mit Sitz in Stuttgart werden einmal jährlich von der Stadt gefördert.

Nachhaltigkeit wird direkt ausgelebt

Jens Hermann von der Wählervereinigung Die Stadtisten hält das Projekt für unterstützenswert: „Ich finde die Sache toll. Wir reden oft über das Nachhaltigkeit, jetzt passiert endlich was, und es gibt einen Markt dazu in Stuttgart.“ Auch Gertrud Moll von der Fraktionsgemeinschaft SÖSLinke-Plus lobte die Veranstalter: „Der Verkauf von nachhaltigen Produkten ist eine wichtige Sache.“ Wolf-Dieter Wieland von der FDP bezeichnete die Idee gar als „kreativ und visionär“.

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