Beim Brand des Außenlagers einer Baustofffirma beim Herrenberger Bahnhof haben Zeugen von Explosionen berichtet. Foto: SDMG

Im Außenlager eines Baustoffhandels in Herrenberg ist ein Feuer ausgebrochen. Es gab Explosionen, eine schwarze Rauchwolke verdunkelte den Himmel. Der Bahnhof musste geräumt, der Zugverkehr eingestellt werden.

Herrenberg - Rund um den Herrenberger Bahnhof herrschte am frühen Freitagabend nach Auskunft der Polizei Chaos. Im Außenlager eines in der Nähe befindlichen Baustoffhandels war ein Feuer ausgebrochen. Die erste Alarmmeldung ging gegen 17.30 Uhr ein. „Es handelt sich um einen Großbrand“, erklärte ein Sprecher vom Polizeipräsidium Ludwigsburg, „die Feuerwehr kämpft gegen die Flammen an“. In dem Außenlager hätten sich glücklicherweise keine Personen befunden, niemand wurde verletzt, ergänzte er.

Zeugen meldeten, dass es Explosionen gegeben habe. Möglicherweise handelte es sich dabei um Baustoffe, dies seien aber nur Spekulationen, betonte der Polizeisprecher. Die Lagerhalle war unter anderem mit Dämmmaterial gefüllt. „Einen Brand in der Dimension gab es schon lange nicht mehr in Herrenberg“, sagte ein Feuerwehrmann. Zur Ursache des Brands war noch nichts bekannt. Stundenlang hing eine schwarze Rauchsäule über Herrenberg. Erst gegen 19.15 Uhr verzog sich der Rauch langsam. „Das Feuer ist unter Kontrolle, aber es wird uns noch lange in Atem halten“, sagte Andreas Widmayer gegen 20.30 Uhr. Laut dem Sprecher der Feuerwehr Herrenberg konnte das Gebäude nicht betreten werden, Baustatiker würden es prüfen.

Verkehrschaos nach Absperrung

Die Polizei sperrte das Gebiet großräumig ab, was ein Verkehrschaos in der Stadt zur Folge hatte. Der Bahnhof musste außerdem geräumt werden. Weil durch Funkenflug und die trockene Umgebung einzelne Abschnitte des Bahndamms in Brand gerieten, wurde auch der Zugverkehr eingestellt. Das Baustofflager der Firma Kemmler befindet sich nach Auskunft der Feuerwehr nur rund 100 Meter von den Gleisen entfernt. Die Bahn hat mit Bussen einen Ersatzverkehr zwischen Herrenberg und Böblingen eingerichtet. Zwei Supermärkte in direkter Nachbarschaft des Baustofflagers wurden ebenfalls evakuiert.

„Schließen Sie vorsorglich Fenster und Türen, schalten Sie Lüftungen und Klimaanlagen aus“, warnte die Feuerwehr über das Internet. Mit zwei Messfahrzeugen überprüften die Einsatzkräfte die Schadstoffbelastung in der Luft, konnten Andreas Widmayer zufolge aber keine gefährlichen Werte feststellen. Die Feuerwehr bat die Bevölkerung auch darum, sie in Ruhe arbeiten und genug Platz dafür zu lassen.

Einige Feuerwehrleute mussten sich von Sanitätern behandeln lassen

Rund 180 Wehrleute waren am Freitag im Einsatz, vor allem aus der Umgebung von Herrenberg. Die Kollegen aus Gäufelden, Bondorf und Ehningen standen für mögliche Paralleleinsätze bereit. Auch 30 Rettungskräfte vom Roten Kreuz, die Polizei mit zwei Dutzend Beamten und das Technische Hilfswerk waren mit dem Brand beschäftigt. Einige Feuerwehrleute mussten sich von Sanitätern behandeln lassen. „Der Einsatz ist körperlich sehr belastend“, erklärte Andreas Widmayer. Die Feuerwehrleute tragen schwere Schutzanzüge, was in der aktuell herrschenden Hitze noch anstrengender als gewöhnlich sei.

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