Früh übt sich – ein junger Nachwuchsgolfer spielt auf dem neuen öffentlichen Kurzplatz des Golfclubs Haghof. Foto: Gottfried Stoppel

Golfen ohne Mitgliedschaft und Platzreife – auf dem neuen Kurzplatz des Golfclubs Haghof in Alfdorf können Neulinge die Sportart unverbindlich kennen lernen. Die 7-Loch-Anlage ist aber auch für Fortgeschrittene und Familien reizvoll.

Alfdorf - Früher habe er schon ab und an über Golf-Spieler gefrotzelt, erzählt Michael Lutz – nach dem Motto: „Ist das überhaupt Sport?“ Vor etwa fünf Jahren hat der einstige Squash-Spieler dann doch mal einen Golfschläger in die Hand genommen – und Spaß daran gefunden. Nun fährt der 54-jährige Stuttgarter regelmäßig nach Alfdorf, um im Golf- und Landclub Haghof Bälle einzuputten. Inzwischen sind es seine Kinder, die über Michael Lutzens Lieblingshobby frotzeln.

Fragt sich nur, wie lange noch. Denn demnächst wird der Nachwuchs selbst einen Schnupperkurs auf dem Golfplatz am Haghof machen – und vielleicht wie der Vater Lust auf mehr bekommen. Möglich ist das dank eines neuen öffentlichen Kurzplatzes, auf dem der Verein jedem die Möglichkeit bietet, die Sportart auszuprobieren – ohne Platzreife oder eine Mitgliedschaft im 1983 gegründeten Verein.

Unverbindliches Schnupper-Spielen

„Unser Ziel ist, Interessenten fürs Golfspiel zu begeistern und neue Mitglieder für unseren Golfclub zu gewinnen“, sagt dazu der Vereinspräsident Albrecht Sorg. Und für alle, die bereits fürs Golfen entflammt sind, sei das rund fünf Hektar große Gelände mit den sieben Bahnen ein „idealer Trainingsort zur Vorbereitung der Platzreife“. Loslegen dürfen die Gäste gleich nach einer Einweisung und dem Bezahlen einer Tages-Gebühr in Höhe von 20 Euro. Kinder und junge Erwachsene bis zum Alter von 25 Jahren zahlen die Hälfte. Auch für Senioren von 75 Jahren an gibt es laut Sorg es ein spezielles Angebot.

„Wir haben Mitglieder, die weit über 80 Jahre alt sind und fast täglich ihre Runden spielen“, erzählt Albrecht Sorg. Älteren Spielern wie auch jüngeren mit wenig Zeit dürfte es entgegen kommen, dass eine Runde über den neuen Platz deutlich schneller zu bewältigen ist, als die Golfrunde über den 18-Loch-Meisterschaftsplatz „Dafür benötigt man nämlich etwa vier Stunden und läuft acht bis neun Kilometer“, erklärt Albrecht Sorg. Die 7-Loch-Runde bringt mit ihren sieben Bahnen, die zwischen 65 und knapp 250 Meter lang sind, hingegen nur einen knappen Kilometer mit sich. Eine Strecke, die auch für Familien gut zu bewältigen ist.

Vier Jahre Warten auf die Baugenehmigung

Die Welzheimerin Ursula Hörsch und ihr Mann bringen beispielsweise seit kurzer Zeit gelegentlich ihre Enkelinnen, die achtjährige Janina und die sechs Jahre alte Lena, mit. „Janina macht es viel Spaß“, erzählt Ursula Hörsch: „Manche Schläge hat sie nach drei Monaten besser drauf als ich.“ Der gleichaltrige Sandro aus Korb spielt seit zwei Jahren Golf – so wie seine Eltern. „Ich bin einfach mal mitgegangen und hab’ geguckt, wie es geht“, erzählt der Achtjährige, der am Golf vor allem eines gut findet: „Dass man zusammen spielen kann und es egal ist, wie alt man ist.“

Den Erwerb von Grundstücken zum Bau des neuen Kurzplatzes hatte der Verein schon im Jahr 2010 beschlossen, zwei Jahre später reichte er den Bauantrag ein. „Bis November 2016 mussten wir warten, dann kam endlich die ersehnte Baugenehmigung“, sagt Sorg. Wegen der langen Trockenheit sei der Zustand des nun eröffneten Kurzplatzes allerdings noch nicht optimal, aber: „Wir arbeiten daran und eröffnen deshalb den Kurzplatz zunächst im Probebetrieb.“

Rasenpflege sieben Tage die Woche

An etlichen Stellen auf dem Gelände erinnern erdbraune Flecken im Grün daran, dass es diesen Sommer extrem wenig geregnet hat. Während der Trockenheit habe man sich darauf konzentriert, die wichtigsten Bereiche zu bewässern, sagt Eckhard Stadelmaier. Er ist einer von jenen, die zumindest im Sommer sieben Tage pro Woche dafür sorgen, dass der rund 60 Hektar große Golfplatz, der nun um weitere rund fünf Hektar erweitert worden ist, tipptopp gepflegt aussieht. Denn: „Das Grün ist das Herzstück“, sagt Stadelmaier. Seit mehr als 20 Jahren ist er im Golfclub Haghof tätig und hält neben vielen anderen Aufgaben den Rasen auf der fürs Golfen optimalen Länge von drei bis vier Millimetern. Was das von der Trockenheit angegriffene Grün im Golfclub angeht, ist der erfahrene Greenkeeper im übrigen guter Dinge: „Der Rasen wird sich wieder erholen.“

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