Ob mit dem BMX, dem Scooter, auf dem Skateboard oder auf Inlinern – auf der alten Rampe zeigen die Teilnehmer ihr Können. Foto: Rudel

Auf dem Theodor-Heuss-Platz ist für viele Jugendliche und junge Erwachsene eine Ära zu Ende gegangen: Der Skaterverein S.I.S. hat auf der alten Anlage die Skate-Open veranstaltet – und Appetit auf etwas Neues gemacht.

Göppingen - Wer hätte das gedacht, damals vor fast 20 Jahren, als die Stadtverwaltung die Rampe der Skateboarder ganz am Rand des Theodor-Heuss-Platzes aufstellen ließ? Der Trendsport von damals, der von vielen Erwachsenen ebenso misstrauisch beäugt wurde wie die jungen Sportler, die ihn praktizierten, ist längst in der Gesellschaft angekommen. Das haben in den vergangenen Jahren auch die Stadtverwaltung und der Gemeinderat begriffen. Am 7. Juli vergibt der Gemeinderat aller Voraussicht nach die Arbeiten für den Bau einer komplett neuen Trendsportanlage auf dem Platz für fast eine Million Euro. Künftig können sich dort Skateboarder, Inline-Skater, BMX- und Scooter- (Roller)-Fahrer nach Herzenslust austoben – ohne die Bewohner der nahen Wilhelmshilfe zu stören. Dafür sorgt eine vier Meter hohe Lärmschutzwand.

Ein Last Ride für die alte Garde

Der Skateverein S.I.S. , der sich um die Anlage und die Belange der Sportler in der Stadt kümmert, hat am Samstag auf seine Weise Abschied von der bisherigen Anlage genommen, die Mitte Juli den Bauarbeiten weicht. Bei den letzten Skate-Open auf dem angestammten Platz gab es nicht nur wie in den Vorjahren viel Musik und zahlreiche Wettbewerbe für Anfänger und Könner in den verschiedenen Disziplinen. Die Skater der ersten Stunde waren zu einem Last Ride, einer letzten Fahrt, auf der altgedienten Rampe geladen, die nach zwanzig Jahren ausgedient hat. Um 15 Uhr zerschnitt der Göppinger Oberbürgermeister Guido Till zusammen mit Vertretern des Skatevereins ein Band auf der Rampe und eröffnete damit die letzte Runde für die Könner der Generation Ü-30.

„Wir haben eine kinder- und jugendfreundliche Stadt“, sagte Till. Fast eine Millionen Euro für das neue Trendsportfeld zu investieren, sei keine Kleinigkeit. „Ihr könnt Euch ja mal von euren Eltern erklären lassen, wie lange sie für so viel Geld arbeiten müssen“, sagte Till an die jungen Zuhörer gewandt. Allerdings läge der Verwaltung und dem Gemeinderat die Zukunft der Anlage sehr am Herzen. Der Oberbürgermeister lobte die gute Zusammenarbeit mit dem Skateverein. Dieser hat, zusammen mit Mitarbeitern der Stadtverwaltung die neue Trendsportanlage in den vergangenen Jahren in zahlreichen Workshops geplant. Auf ein BMX-Rad sitzen oder gar ein Skateboard testen, das wollte Till allerdings bei aller Sympathie für die jungen Sportler lieber doch nicht.

Der Nachwuchs steht schon bereit

Bruno Ohngemach, der frühere S.I.S.– Vorsitzende und einer der Initiatoren der neuen Anlage, sowie etliche andere wie etwa Daniel Schindler, der einst die erste Skate-Open organisiert hatte, fegten danach auf Inlinern und dem Skateboard über die Rampe. Sie zeigten mit Salti und anderen Tricks, dass sie ihren Sport immer noch mit Begeisterung betreiben. Lange blieben die Altvorderen der Göppinger Skaterszene aber nicht unter sich. Schnell mischten sich auch Nachwuchssportler mit ihren Inlinern und Scootern unter sie und führten beim Last Ride ihre Tricks vor.

„Um die Zukunft des Trendsportfelds muss man sich wirklich keine Sorge machen“, sagte die Leiterin des Referats Kinder und Jugend der Stadt Göppingen mit Blick auf die vielen Erwachsenen, Jugendlichen und Kinder auf der Rampe. „Die erste Generation der Skater ist heute bereits mit ihren Kindern da. Und die sind genauso begeistert dabei, wie die Großen.“

Die neue Anlage kommt

Geschichte
Auf dem Gelände des heutigen Theodor-Heuss-Platzes stand einst eine mechanische Weberei. 1998 stellte die Stadt die Miniramp, die zuvor bei der Hohenstaufenhalle und bei der Bereitschaftspolizei gestanden hatte, am Rand des Platzes auf. Fünf Jahre später wurde die Anlage erweitert und die sogenannten Skateguards gründeten sich. Ein Jahr später organisierte der Skater Daniel Schindler die ersten Skate-Open. Im Jahr 2006 gründete sich der Skaterverein S.I.S. Zwei Jahre später wurde die Anlage erneut erweitert.

Zukunft
Seit 2012 wurde der Bau einer neuen Anlage für unterschiedlichste Trendsportarten diskutiert und mit zahlreichen Workshops von den Skatern und der Stadt angegangen. Die Anlage ist in zwei Bauabschnitten geplant, von denen der erste für knapp eine Million Euro nun umgesetzt wird. Wann der zweite Abschnitt für 450 000 Euro folgt, ist offen.

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