Von dem Reiheneckhaus ist nach der Explosion im Januar nur ein Schutthaufen übrig. Das Reihenhaus links daneben ist ebenfalls so schwer beschädigt, dass es später abgerissen wird. Foto: SDMG/Woelfl

Ein Gutachter hat die mutmaßliche Ursache für das Unglück gefunden, bei dem eine Frau schwer verletzt und ihr Haus in Trümmer gelegt wurde: Es sieht so aus, als habe ein Installateur nicht sorgfältig gearbeitet.

Donzdorf - Ob sich je herausfinden lässt, wer genau für die Explosion in der Dr.-Frey-Straße in Donzdorf verantwortlich ist, steht in den Sternen. Immerhin ist jetzt offenbar klar, was zu der Gasexplosion geführt hat, die im Januar ein Reiheneckhaus in Schutt und Asche gelegt und mehrere Nachbarhäuser zum Teil schwer beschädigt hat. Die Bewohnerin des Hauses wurde schwer verletzt. Der Gesamtschaden geht in die Millionen.

Einem Gutachten zufolge war es wohl Schlamperei, die letzten Endes den Austritt von Gas und schließlich die Explosion verursacht hat. Der Gutachter hat entdeckt, dass ein Gewinde hinter dem Hauptabsperrhahn im Keller gebrochen war. Auf diese Weise konnte Gas ausströmen, das sich schließlich entzündete.

Wer die nicht passenden Teile verband, bleibt wohl offen

Dem Gutachten zufolge seien zwei Teile ineinander gedreht worden, die nicht richtig gepasst hätten, berichtet der Sprecher der Ulmer Staatsanwaltschaft Michael Bischofberger. Ob ein Installateur diesen Fehler beim Einbau der Heizung begangen hat, oder ob später jemand an der Leitung herumgebastelt hat, ist allerdings völlig offen. „Wir konnten zwar den Betrieb ausfindig machen, der die Heizung eingebaut hat“, sagt Bischofberger. Doch weil der Einbau der Heizung schon länger her sei, gebe es keine Unterlagen mehr zu dem Einbau und über die Mitarbeiter, die sich seinerzeit darum gekümmert haben. Die Aufbewahrungsfristen seien bereits verstrichen. Außerdem habe der Betrieb inzwischen den Besitzer gewechselt.

Die Staatsanwaltschaft versucht nun, zu ermitteln, ob die Anlage regelmäßig kontrolliert und gewartet wurde und falls ja, ob das schadhafte Gewinde dabei hätte auffallen müssen. Es gehe darum, herauszufinden, ob jemand jemand seine Sorgfaltspflichten vernachlässigt habe und somit eine Mitschuld an dem Unglück trage, erläutert Bischofberger. Ob bei den Untersuchungen noch viel herauskommt, darf freilich bezweifelt werden. Denn von dem Haus waren nach der Explosion nur noch Trümmer übrig. Inzwischen wurde das Eckhaus sowie das angrenzende Reihenhaus, das ebenfalls schwer beschädigt wurde, vollends abgerissen. Die Grundstücke sind mittlerweile geräumt.

Die Schäden an den Nachbarhäusern sind größtenteils repariert

Weil immer noch nicht klar ist, wer die Schuld an dem Unglück trägt, ist auch offen, wer die Kosten für die Schäden und deren Beseitigung am Ende bezahlen muss. Möglicherweise bleiben Nachbarn wie etwa Otto Blinkle, der nicht mehr warten wollte und viel Geld dafür ausgegeben hat, sein Grundstück von Schutt und Glassplittern zu befreien, auf ihren Kosten sitzen. Denn im Gegensatz zu den Schäden an den Gebäuden kommen normale Gebäudeversicherungen dafür nicht auf.

Immerhin, die Reparatur der Nachbarhäuser ist direkt nach dem Unglück angelaufen. Gutachter haben die Schäden begutachtet. Danach konnten die Eigentümer Handwerker kommen lassen, um Löcher in ihren Dächern, verzogene Türen und Fenster und ähnliches richten zu lassen. Ein großer Teil der Schäden war durch herumfliegende Trümmer entstanden. Die Schäden an Otto Blinkles Haus direkt neben dem Unglückshaus entstanden durch die Wucht der Detonation.

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