Viele Menschen nutzten das Angebot, sich untersuchen zu lassen. Foto: StZ

Auf dem Göppinger Marktplatz wurde über die Themen Schlaganfall und Diabetes informiert.

Göppingen - Im Notfall zählt jede Sekunde. Wer einen Schlaganfall erleidet, braucht schnelle medizinische Hilfe. Am Dienstag informierten das Christophsbad, die Alb-Fils-Kliniken, das Rote Kreuz, der Deutsche Diabetiker Bund zusammen mit dem Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim auf dem Marktplatz in Göppingen unter dem Titel „Herzenssache Lebenszeit“ über die Themen Schlaganfall und Diabetes. Außerdem konnten Blutzucker- und Blutdruckmessungen sowie eine Halsschlagaderschalluntersuchung vorgenommen werden.

Diabetes schädigt die Blutgefäße

Jährlich erleiden in Deutschland rund 270 000 Menschen einen Schlaganfall. Zwischen 50 und 70 Prozent dieser Fälle ließen sich durch Vorsorge und einen gesunden Lebensstiel verhindern. Einem Schlaganfall geht bei viele Menschen eine Diabeteserkrankung voraus. Die Diabetes schädigt die Blutgefäße ebenso wie der Bluthochdruck. Und geschädigte Blutgefäße können wiederum zu Schlaganfällen sowie zu den oft tödlichen Herzinfarkten oder Aneurysmen führen.

Ablagerungen in den Blutgefäßen seien das Kernproblem, erklärt der Mediziner Stephen Schröder, der Chefarzt der Alb-Fils-Kliniken. Typische Ursachen seien Rauchen, Übergewicht, zu hohe Cholesterinwerte, aber auch die Gene. „Wer erblich vorbelastet ist, sollte nicht auch noch rauchen“, betonte er. Neben einer Minimierung der Risikofaktoren rät der Arzt zu regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen, beispielsweise mit einem Urinstick.

Deutschland zählt zu den Ländern, in denen weltweit die meisten Menschen gefährdet sind. Allein bei sieben Prozent der erwachsenen Bevölkerung wurde Diabetes bereits diagnostiziert. Die Dunkelziffer liegt noch höher. „Es ist ein Wohlstandsproblem“, erklärt Schröder. Wenig Bewegung und kalorienreiches Essen führen zu Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes. Die Folgen sind Schlaganfälle und Herzinfarkte. Hinzu kommt die hohe durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen in Deutschland. „Es ist auch ein Alterungsprozess, dass die Gefäße Ablagerungen aufweisen“, berichtet der Arzt. Das typische Alter für einen Herzinfarkt sei 65.

Das typische Alter für einen Herzinfarkt ist 65

Wer einen Schlaganfall oder Herzinfarkt hat, sollte den Notruf 112 wählen und keinesfalls versuchen, selbst in ein Krankenhaus zu fahren oder den Hausarzt anzurufen. Das raten die Chefärzte Norbert Sommer und Bernd Tomandl vom Chri­stophsbad. Der Rettungsdienst könne die Zeit der Fahrt zum Krankenhaus bereits für Vorbereitungen zur Aufnahme des Patienten nutzen. Bei einem Schlaganfall muss alles schnell gehen, bei einem Herzinfarkt sowieso. „Nach 30 Minuten muss klar sein, was zu tun ist“, sagt Tomandl.

Der Initiator des Informationstages in der Göppinger Innenstadt ist das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim. Im Rahmen der bundesweiten Kampagne „Herzenssache Lebenszeit“ werden seit dem Jahr 2012 Informationstermine mit den Kliniken vor Ort in unterschiedlichen Städten angeboten. Am Mittwoch ist der auffällige rote Doppeldeckerbus mit seinem Informationsstand in Heilbronn, am Donnerstag in Kirchheim unter Teck (Kreis Esslingen) und am Freitag in Ulm.

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