Hundehaufen sind jetzt ein Fall für den Gemeindetag. Foto: Mauritius

Richtet Deggingen wirklich eine DNA-Hunde-Datenbank ein, könnten sich für die Gemeinde ungeahnte Chancen eröffnen.

Deggingen - Das kleine Örtchen Deggingen könnte eine echte Duftmarke setzen, die in ganz Deutschland zu riechen wäre – und womöglich eine stattliche Zahl an Nachahmern finden würde. Seit geraumer Zeit wird in der Filstalgemeinde bereits darüber diskutiert, ob man denn nun voraushecheln und – als erste Kommune in der Bundesrepublik überhaupt – eine DNA-Datenbank für Hunde einführen solle.

Mittels eines zuvor eingereichten genetischen Lefzenabdrucks ließe sich, falls Waldi mal Kacka macht und Herrchen dieses nicht wie vorgeschrieben ins Tütchen packt, der unbekannte Ortsverschmutzer genetisch ermitteln. So zumindest lautet der Plan, der von einigen Gemeinderäten allen Ernstes vorangetrieben wurde. Die Verwaltung wiederum hatte das Ansinnen ernsthaft geprüft und zur jüngsten Sitzung des Gremiums vorgeschlagen, die Einführung eines solchen Registers nicht weiter zu verfolgen. Die Begründung: Es habe nicht eindeutig geklärt werden können, ob der Aufbau einer solchen DNA-Datenbank rechtlich zulässig wäre.

Doch das Rathaus hatte die Rechnung ohne die Räte gemacht. Die wollten, mit knapper Mehrheit, das Thema nicht einfach so eintüten und entsorgen. Vielmehr soll jetzt der Gemeindetag Baden-Württemberg das Geschäft verrichten und die rechtlichen Rahmenbedingungen klären. Das ist in jedem Fall sinnvoll. Schließlich kann erst nach einer landesweiten Klärung ein tatsächlich funktionierendes Hunde-DNA-Abgleichsystem eingerichtet werden. Nur so könnten etwa, falls beispielsweise Wochenendgäste mit ihren Fremd-Häufchen-Setzern nach Deggingen kommen, die kläffenden Täter belangt werden.

Und macht das Beispiel Schule, spricht nichts dagegen, ein HSV, ein Hunde-Sünder-Verzeichnis, einzurichten und dessen deutschlandweite Zentrale im oberen Filstal anzusiedeln. Nach und nach könnte das HSV dann zum TKV, zum Tier-Kötel-Verzeichnis, erweitert werden, um die Hinterlassenschaften von Pferden, Katzen oder anderem Getier ebenfalls DNA-technisch abgleichen und in der Folge sanktionieren zu können. Deggingen würde damit auch seine Anfangsinvestitionen wieder einspielen. Immerhin schlägt zunächst jede Würstchenprobe mit 70 Euro zu Buche.

Ärgern würde sich, sollte sein Degginger Kollege Karl Weber das Ding wirklich durchziehen müssen, der Börtlinger Schultes Franz Wenka. Dieser hatte – nicht so ganz ernsthaft – einen ähnlichen Vorschlag schon im vergangenen Oktober in seinem Gemeindeblatt veröffentlicht. Das Rennen um den Goldenen Haufen hätte dann ein anderer gemacht.

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