Gemüse wie Bohnen kocht man besser, bevor man sie ist, sonst sind sie unbekömmlich Foto: dpa

Dass Zucchini giftig sein können, hat viele Gartenbesitzer überrascht und verunsichert. Zusammen mit der Vergiftungsinformationszentrale Freiburg haben wir Gemüsesorten, Blumen und Sträucher zusammengestellt, bei denen es im Garten immer wieder zu unangenehmen Überraschungen kommt.

Stuttgart - Dass Zucchini giftig sein können, hat viele Gartenbesitzer überrascht und verunsichert. Zusammen mit der Vergiftungsinformationszentrale Freiburg haben wir Gemüsesorten, Blumen und Sträucher zusammengestellt, bei denen es im Garten immer wieder zu unangenehmen Überraschungen kommt.

Grüne Bohnen

In den rohen Bohnenhülsen und den Samen steckt viel Phasin. Diese Eiweißverbindung verklumpt die roten Blutkörperchen und ­verursacht Magen-Darm-Probleme. Dafür reichen schon wenige Samen.Beim Kochen wird Phasin zerstört, nicht aber beim Trocknen der Bohnen. Erbsen und Zuckerschoten können zwar roh gegessen werden. Da auch diese ein wenig Phasin ­enthalten, werden sie bekömmlicher, wenn man sie kurz blanchiert.

Kartoffeln

Alle Pflanzenteile sind giftig, besonders Keime, Blüten und Früchte sowie die grünen Kartoffelknollen. Schuld ist das enthaltene Solanin, welches auch beim Kochen nicht zerstört wird, gleichzeitig aber ins Kochwasser übergeht. Solanin bildet sich auch bei lange gelagerten Kartoffeln, besonders im Bereich der sogenannten Augen. Diese werden vor dem Kochen besser entfernt, genauso wie die grünen Stellen.

Kürbisgewächse

Der giftige Bitterstoff Cucurbitacin wurde aus den Früchten von Kürbisgewächsen wie Gurken, Zucchini, Melonen und Speisekürbissen eigentlich herausgezüchtet. In Wurzeln, Blättern und Samen kann er aber noch enthalten sein – und durch Kreuzungen mit Zierkürbissen auch wieder in die Früchte gelangen. Offenbar sorgt auch die lang anhaltende Hitze in diesem Sommer dafür, dass die Früchte vermehrt Bitterstoffe gebildet haben. Bevor man ein Kürbisgemüse ganz verkocht, sollte man deshalb ein kleines Stück probieren und sehr bittere Früchte entsorgen.

Tomaten

In unreifen Tomaten steckt das giftige und hitzebeständige Solanin. Eine unreife Frucht reicht, damit einem schlecht wird und man sich übergeben muss. Es gibt allerdings Tomatensorten, die auch reif noch grün sind – sie werden dann aber weich und verfärben sich leicht gelb oder orange. Bei diesen Sorten ist Solanin kein Problem. Auch die grüne Stelle, wo der Stängel angewachsen war, kann ruhig gegessen werden.

Eibe

In den Nadeln, den Zweigen und den ­Samen befindet sich in hoher Konzentration Taxin, welches die Eibe giftig macht. Schon wenige Nadeln oder zwei zerkaute Samen können zu schweren Vergiftungserscheinungen führen. Die verlockend rote Fruchthülle sowie das süßlich schmeckende Fruchtfleisch sind übrigens ungefährlich.

Holunder

Blätter, Rinde, unreife Früchte, aber auch die reifen, rohen Holunderbeeren enthalten giftiges Sambunigrin. Beim Kochen wird der giftige Stoff zerstört. Gelee, Sirup oder Tee kann man also beruhigt essen oder trinken. Auch Holunderblüten sind unbedenklich.

Hortensie

Krebserregende, blutverdünnende und berauschende Stoffe: Das alles soll in Hortensien stecken. Zumindest für Letzteres fehlen den Wissenschaftlern zwar noch die Belege. Dennoch werden seit Jahren Hortensien-Triebe und -Blüten aus Gärten gestohlen, um sie als Cannabis-Ersatz zu rauchen. Da beim Rauchen jedoch auch Blausäure freigesetzt wird,drohen dabei Vergiftungserscheinungen.

Blauer Eisenhut

Die schöne Staude mit den blauen Blüten gilt als giftigste Pflanze Europas. Egal welchen Pflanzenteil man isst: Schon wenige Gramm sind lebensbedrohlich. Bei Kindern reicht es sogar, wenn sie mit den Blüten spielen, denn das Gift kann auch über die intakte Haut und die Schleimhäute aufgenommen werden. Schon bei einem Verdacht auf eine Vergiftung sollte man deshalb schnell die nächste (Kinder-)Klinik aufsuchen.

Engelstrompete

Alle Pflanzenteile enthalten sogenannte ­Tropanalkoide.Diese beeinflussen Kreislauf und Nervensystem – mal erregend, mal beruhigend. Es kommt zu Halluzinationen. Schon kleinste Mengen reichen aus. Kliniken berichten immer wieder von Jugendlichen, welche die Engelstrompete als Droge missbraucht haben.

Kirschlorbeer

Alle Pflanzenteile sind giftig, besonders die Blätter und Samen wegen der enthaltenen zyanogenen Glykoside. Werden die Blätter gekaut, setzt sich Blausäure frei. Wer mehr als drei Beeren und Blätter gegessen hat, muss mit Bauchschmerzen, Übelkeit und Brechreiz rechnen.

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