Gerade bei den vielen Steigungsstrecken in Stuttgart bieten sich die Pedelecs an. Foto: Bosch

Immer mehr Pedelecs fahren durch die Stadt, das birgt Risiken. Verschärft werden die Risikosituationen durch Tuning-Kits, die aus den Elektrorädern echte Geschosse mit bis zu 50 Sachen in der Ebene machen können, meint unser Autor Jürgen Löhle.

Stuttgart - Keine Frage, Stuttgart ist wie geschaffen für Pedelecs. Deutschlands einzige Großstadt, die knapp 350 Meter Höhenunterschied zu bieten hat, verlangt Radfahrern konditionell vieles ab. Flach und locker kommt man nur in der City weiter, ansonsten heißt es treten – oder es sich ebenmit einem Elektromotor ein wenig leichter machen.

Die steigende Zahl bringt Probleme

Das tun mittlerweile auch viele, die sonst nicht Rad fahren würden. Das ist löblich, weil Radler die eh schon notorisch verstopften Straßen und die Umwelt entlasten. Gleichzeitig bringt aber die steigende Zahl der Pedelecs auch neue Probleme mit sich, vor durch das Fahrverhalten der Radler: Pedelec-Anfänger sind oft mit der heftigen Beschleunigung und dem längeren Bremsweg bergab überfordert, und Autofahrer überrascht, wie schnell doch so ein Pedelec plötzlich da ist. Verschärft werden die Risikosituationen durch Tuning-Kits, die aus den bei 25 Stundenkilometern abgeriegelten Pedelecs mit ein paar Handgriffen echte Geschosse mit bis zu 50 Sachen in der Ebene machen können.

So was gehört auf keinen Radweg, weil nicht die großem Tempounterschiede neue Unfallrisiken kreieren. Wer in der Stadt mir dem Rad unterwegs ist, erlebt immer mehr Speedradler. Der Polizei sind die zu schnellen Pedelecs noch nicht aufgefallen. Aber da könnte man schon einmal genauer hinschauen und die Tuning-Radler zumindest dahin bitten, wo die legalen S-Pedelecs mit Versicherungskennzeichen und Helmpflicht schon sind: auf die Straße.

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