trinken in einem Garten im grellen Sonnenschein Mineralwasser aus Flaschen. Foto:  

Genug zu trinken ist zentral für Wohlbefinden und Gesundheit – besonders in der aktuellen Hitzewelle. Doch viele Menschen sind es nicht gewohnt, für genug Flüssigkeitszufuhr zu sorgen.

Berlin/Stuttgart - Fast jeder dritte Erwachsene in Deutschland schafft es nicht regelmäßig, täglich genug zu trinken, um den eigenen Flüssigkeitsbedarf zu decken. Das geht aus einer neuen Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse hervor. Fragen und Antworten rund um Wasser, Sommer und Gesundheit.

Wie viel Flüssigkeit braucht ein Mensch?

Erwachsene brauchen laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung rund 1,5 Liter Wasser täglich. Bei großer Hitze, schwerer körperlicher Arbeit oder Sport kann bis zu ein Liter zusätzlich nötig sein. Doch fast jedem dritten Bundesbürger gelingt es der Umfrage zufolge nach eigenen Angaben nur teilweise, selten oder nie, täglich genug zu trinken.

39 Prozent schaffen dies laut der Umfrage meistens, 30 Prozent immer. 39 Prozent der Frauen und 27 Prozent der Männer bleiben unter 1,5 Liter. Von den Menschen unter 40 Jahren trinkt jeder Siebte selten oder nie genug, bei den Älteren nimmt der Anteil der Trinkmuffel ab.

Der TK-Trinkstudie 2019 „Trink Was(er), Deutschland!“ zufolge gelingt es 32 Prozent nach eigenen Angaben nur teilweise, selten oder nie, genug zu trinken. 39 Prozent schaffen dies laut der Umfrage meistens, 30 Prozent immer. 39 Prozent der Frauen und 27 Prozent der Männer bleiben demnach unter den standardmäßig empfohlenen 1,5 Litern.

Was passiert, wenn man zu viel und zu wenig trinkt?

Der menschliche Körper besteht zu bis zu 70 Prozent aus Wasser. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät daher, pro Tag eineinhalb bis zwei Liter zu trinken – an heißen Tagen und nach dem Sport entsprechend mehr. Wer zu wenig trinkt, kann schnell unter Schwindelgefühlen, Durchblutungsstörungen, Erbrechen und Muskelkrämpfen leiden.

Ein Zuviel an Flüssigkeit kann dagegen zu gesundheitlichen Schäden durch eine Hyponatriämie – einem zu niedrigen Natriumspiegel im Blut – führen. Weit größer ist jedoch die Gefahr des „Austrocknens“. Vor allem ältere Menschen haben oft kein Durstgefühl mehr. Im Sommer sind die Arztpraxen und Krankenhäuser voll von Senioren, die wegen eines zu geringen Wasserkonsums kollabieren.

Wird bei der Arbeit genug getrunken?

Vor allem im Berufsleben wird das Trinken bei vielen unregelmäßig. So greifen nur 57 Prozent der erwerbstätigen, aber 70 Prozent der anderen Bundesbürger regelmäßig über den Tag verteilt zu einem Getränk. Dabei fällt es fast jeder dritten Frau nach eigenen Angaben schwer, an den Arbeitstagen ausreichend zu trinken, aber nur 18 Prozent der Männer.

Die meisten Trinkmuffel im Job vergessen es einfach (77 Prozent), haben keine Zeit (56 Prozent) und/oder keinen Durst (45 Prozent). Fast jeder Dritte findet es zudem lästig, häufig zur Toilette zu müssen, oder meint, hierzu wenig Gelegenheit zu haben.

Was wird getrunken?

Am häufigsten greifen die Menschen in Deutschland zu Heißgetränken und Wasser. So trinken mehr als neun von zehn Bundesbürgern täglich oder mehrmals die Woche Kaffee oder Tee, 69 Prozent Mineralwasser und 63 Prozent Leitungswasser. Jeder Dritte trinkt regelmäßig Milch, Milchmixgetränke oder Kakao, fast jeder Dritte Saft oder Schorle, 16 Prozent Cola oder Limonade.

Dabei hängt es stark vom Alter ab, was die Menschen oft trinken: Softdrinks sind bei mehr als jedem vierten Erwachsenen unter 40 Jahren regelmäßiger Begleiter. Nur selten Leitungswasser trinkt fast jeder vierte Jüngere, aber mehr als jeder dritte ab 60.

Beim Getränkekauf achten nach eigenen Angaben 71 Prozent der Befragten auf den Geschmack, 65 Prozent darauf, dass sie möglichst Pfandflaschen bekommen, 57 Prozent auf den Preis. Der Kaloriengehalt ist nur 36 Prozent wichtig, Bioqualität 15 Prozent.

Wie sinnvoll sind Wellness-Getränke?

Verbraucherschützer halten aromatisierte Durstlöscher für reine Trendgetränke ohne gesundheitlichen Nutzen. Balance-, Relax- oder Vital-Getränke für Wohlfühlmomente, versetzt mit Zitronenmelisse, Malve oder Ginseng, enthielten alles, „was in einem gesunden Durstlöscher unerwünscht und überflüssig ist“, sagt Andrea Schauff, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Hessen.

Der Fruchtsaftgehalt liege zwischen null und fünf Prozent. Was dagegen oft fehle, seien wichtige Mineralstoffe. Außerdem sind die Mixturen richtige Kalorienbomben. Eine 1,5-Liter-Flasche kann bis zu 300 Kilokalorien enthalten.

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