Die Universität Tübingen gibt eine Zarenurkunde an Kiev zurück. Foto: dpa

Fast 70 Jahre lang liegt die bedeutende Urkunde in der Universität Tübingen – bis eine Forschergruppe herausfindet, dass das Dokument eigentlich der Ukraine gehört. Jetzt wurde das Kulturgut zurückgegeben.

Tübingen - Baden-Württemberg und die Universität Tübingen haben eine während des Zweiten Weltkriegs geraubte Urkunde Peters des Großen an die Ukraine zurückgegeben. Das aufwendig gestaltete Einzelstück wurde am Donnerstag vom Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Walter Lindner, überreicht.

„Das Land stellt sich seiner historischen Verantwortung“

„Dass wir diese symbolisch höchst bedeutsame Urkunde, die gewaltsam nach Deutschland gebracht wurde, nun an die Ukraine zurückgeben können, ist zugleich ein Zeichen: Das Land stellt sich seiner historischen Verantwortung“, wird Kunstministerin Theresia Bauer (Grüne) in einer Mitteilung der Universität zitiert.

Das Dokument befand sich seit den 1950er Jahren im Besitz der Tübinger Hochschule. Der russische Zar bestätigte damit 1708 die Ernennung des Erzbischofs von Kiew.

Weitere geraubte Kulturgüter zurückgegeben

Zu der Rückgabe war es gekommen, nachdem eine deutsch-ukrainische Forschergruppe zur Herkunft der Urkunde recherchiert hatte. Sie fanden heraus, dass das Dokument vermutlich 1941 während der deutschen Besatzung aus Kiew entwendet wurde. Nach Kriegsende gelangte es in den Verkauf und so schließlich in den Besitz der Universität.

Bereits im Februar hatte die Landesregierung zwei andere geraubte Kulturgüter zurückgegeben. Damals wurden eine während der Kolonialzeit entwendete historische Bibel und eine Peitsche aus der Sammlung des Lindenmuseums an Namibia überreicht.

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