Das Randecker Maar, in herbstliches Licht getaucht Foto: Dieter Ruoff

Das Randecker Maar und der Posidonienschiefer in Holzmaden sind weiterhin Nationale Geotope. Das bedeutet auch Verpflichtungen für den Kreis.

Bissingen - Es ist eine wichtige Auszeichnung. Auch in den nächsten zehn Jahren dürfen sich das Randecker Maar und der Holzmadener Posidonienschiefer „Nationale Geotope“ nennen. Die Zertifizierungsurkunden hat die Akademie für Geowissenschaften und Geotechnologien vor kurzem dem Esslinger Landrat Heinz Eininger überreicht. Ziel der Auszeichnung ist es, die Öffentlichkeit auf die Naturschätze Deutschlands aufmerksam zu machen und das Bewusstsein für die Geowissenschaften zu fördern.

Bundesweit von Bedeutung

Mit der Zertifizierung besitzt der Landkreis Esslingen weiterhin zwei erdgeschichtliche Zeugnisse, die bundesweit von herausragender geowissenschaftlicher Bedeutung sind. Zum ersten Mal haben die beiden Geotope die Auszeichnung im Jahr 2006 erhalten. Heinz Eininger freut sich über die Auszeichnung: „Die landschaftliche und erdgeschichtliche Bedeutung des Landkreises wird dadurch hervorgehoben.“ Geologie und Erdgeschichte drückten vor allem dem südlichen Teil des Landkreises ihren Stempel auf. Dieser sei nicht umsonst eine beliebte Wander- und Erholungsregion. Das Prädikat verpflichte zum sorgsamen Umgang mit den Geotopen.

Der Geschäftsführer des Geoparks, Siegfried Roth, betonte, dass sich acht von 77 Nationalen Geotopen auf dem Gebiet des Unesco-Geoparks Schwäbische Alb befinden. Dazu gehören das Lonetal, die Blaubeurer Alb mit dem Blautopf, das Obere Donautal, der Vulkan Höwenegg bei Immendingen, der Mössinger Bergrutsch und der Meteoritenkrater „Steinheimer Becken“. Das zeige, dass die Schwäbische Alb zu Recht ein „Geopark der Superlative“ sei. Das reiche erdgeschichtliche Erbe sei ausschlaggebend dafür gewesen, dass der Geopark im Jahr 2015 die Unesco-Anerkennung erhalten habe.

Ein ehemaliger Vulkanschlot

Das Randecker Maar ist ein ehemaliger Vulkanschlot am Trauf der Schwäbischen Alb auf Ochsenwanger Gemarkung und gehört zur Gemeinde Bissingen. Der Vulkan ist vor rund 17 Millionen Jahren entstanden. Nach seiner aktiven Zeit bildete sich in der Senke ein Maarsee. Aus den Seeablagerungen sind zahlreiche Fossilfunde bekannt, die die Tier- und Pflanzenwelt des Miozäns widerspiegeln. Heute wird das Randecker Maar vom Zipfelbach entwässert, den 20 Quellen speisen. Das Maar hat einen Durchmesser von 1,2 Kilometern.

Der Posidonienschiefer von Holzmaden ist vor etwa 180 Millionen Jahren im flachen Urmeer der Jurazeit entstanden. Die Bezeichnung „Schiefer“ ist dabei irreführend. Vielmehr handelt es sich um einen fein geschichteten Tonstein. Am sauerstofffreien Meeresboden konnten sich die abgestorbenen Meereslebewesen nicht zersetzen und haben sich außergewöhnlich gut erhalten. Der Posidonienschiefer und die dazugehörigen Fossilien sind im Museum Hauff zu sehen. Zu den Exponaten zählen Ichthyosaurier, Plesiosaurier, Krokodile, Flugsaurier, Fische, Seelilien, Ammoniten und Belemniten. Das bekannteste Exponat ist die mit 18 mal 6 Metern weltgrößte, versteinerte Seelilienkolonie.

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