„Einen American Diner gibt es in Kirchheim noch nicht“ – Mit dem neuen Lokal will Michael Holz an alte Zeiten anknüpfen. Foto: Ines Rudel

Gastro-Urgestein Michael Holz eröffnet in Kirchheim ein neues Lokal. Mit Burgern und Livemusik meldet sich der stadtbekannte Wirt in der Szene zurück.

Kirchheim - Der Kirchheimer Gastronom Michael Holz kehrt mit einem neuen Lokal hinter den Zapfhahn zurück. Im ehemaligen Dreikönigs eröffnet der 58-Jährige ein Burger-Restaurant im Stil eines American Diner. Klassische Burger, Pommes, Salate, Milchshakes, Cocktails, Bier und alkoholfreie Getränke sollen im Mittelpunkt der Karte stehen. „Keine gehobene Gastronomie, sondern bodenständige Burger. Wir zeigen auch große Fußballspiele und wollen Livemusik auf die Bühne bringen. Es wird aber keine Sportsbar und auch keine Disko“, so Holz zum Konzept.

Brötchen und Fleisch will er dafür von lokalen Erzeugern beziehen und auch saisonale Gerichte anbieten. Öffnen will Holz das Lokal vorerst nur abends, allerdings immer mit einem gewissen Anspruch: „Ich war in verschiedenen Burgerläden und war nicht zufrieden. Deshalb ist es unser Ziel, das hier besser zu machen.“

Mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Gastronomie

Ein Jahr lang stand das Lokal in der Kirchheimer Innenstadt leer. Zuletzt wurde es unter dem Namen Dreikönigs betrieben. 120 Sitzplätze gibt es drinnen, im Außenbereich sind es 40. Ursprünglich, sagt Holz, der unter anderem auch als Hausverwalter tätig ist, sollte das Lokal von der Restaurantkette Joe Peñas übernommen werden. Das sei jedoch an den dafür erforderlichen Umbauarbeiten gescheitert. Kurzerhand entschied er sich dann, selbst das Lokal zu betreiben. „Ich werde in der Stadt oft darauf angesprochen, wieder einen eigenen Laden in Kirchheim aufzumachen. Jetzt hat sich die Gelegenheit ergeben.“

Kirchheim hat laut Holz viel Potenzial, und wenn es nach ihm ginge, würde der Kleinstadt noch mehr Vielfalt in Sachen Gastronomie gut stehen. Unter dem Namen 3 K und dem Motto ‚good old times‘ will sich der Weindorf-Wirt und Kreistagsabgeordneter für die Grünen wieder in die Glanzzeiten seines gastronomischen Schaffens zurückzapfen.

Die begannen in den 80er-Jahren unter anderem mit der Eröffnung der Bar Wunderbar in Kirchheim 1986. Von 1991 an führte Holz auch die Villa. Von legendären Partys in dem hübschen Gemäuer in direkter Nachbarschaft zur Polizeiwache ist in der Teckstadt heute noch die Rede. 1995 kam die Gaststätte Bären neben dem Rathaus dazu. Seit 1997 veranstaltet Holz die Kirchheimer Musiknacht. 2001 startete der umtriebige Kirchheimer als Wirt auf dem Weindorf durch, 2011 kam noch die gastronomische Bespielung des Stadtkinos hinzu. Die meisten Läden führte Holz gleichzeitig. Peu à peu trennte er sich von 2000 an von einem Laden nach dem anderen wieder. Zuerst von der Villa, 2007 folgte der Abschied aus der Wunderbar, 2015 gab er die Gaststätte Bären ab.

„Ich sterbe nicht im Büro, sondern hinterm Zapfhahn.“

Parallel war Holz in der lokalen Politik als Gemeinderatsmitglied für die Grünen aktiv. Für ihn war das alles nicht zu viel. Ausgebremst hat ihn dann jedoch eine Erkrankung. „2014 kam der Einschnitt, da musste ich mich von der Gastronomie zu großen Teilen verabschieden.“ Auch ein Gesinnungswandel ging damit einher. Holz kandidierte 2017 als Bürgermeister in der Gemeinde Weilheim und wollte ganz auf die Politik setzen. Seit einigen Jahren lebt er auf dem Land, in Ochsenwang auf der Alb.

Mit der Wahl zum Bürgermeister in Weilheim hat es nicht geklappt, dafür aber sitzt er seit Mai für die Grünen im Kreistag. „Ich bin sehr froh über die Arbeit im Kreistag. Aber mir wurde auch klar, dass ich nicht im Büro hinterm Schreibtisch sterbe, sondern hinterm Zapfhahn. Das ist mein Leben.“ Wenn alles nach Plan läuft, können Gäste mit ihm darauf von Mitte November an im 3 K anstoßen.

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