Alle Hände voll zu tun: Die Greenkeeper im Waldaustadion Foto: Steffen /ometsch

Das Sportamt der Stadt Stuttgart arbeitet mit Hochdruck an der Verbesserung des Spielgrunds im Trainingsstadion der Schweizer Fußballer auf der Waldau. Zuvor hatte sich die Mannschaft von Nationaltrainer Murat Yakin unzufrieden mit der Rasen-Qualität gezeigt.

Eigentlich sollte die öffentliche Trainingseinheit vor fast 4000 Fans im Stadion auf der Waldau, bei der auch Oberbürgermeister Frank Nopper und Ministerpräsident Winfried Kretschmann zugegen waren, die Schweizer EM-Lust schüren. Doch am Ende war das Gegenteil der Fall. Eine glatte Sechs vergaben die Eidgenossen bei der Bewertung des Rasens. „Klar ungenügend“, sei das Geläuf laut Nationalmannschaftsdirektor Pierluigi Tami. „Wir sind nicht zufrieden.“

Jetzt reagiert die Stadt Stuttgart, die für die Pflege des Rasens im Waldaustadion während der Trainingswochen zuständig ist, auf die Kritik. „Wir wollen, dass das Schweizer Team beste Bedingungen vorfindet“, betont Stadtsprecher Sven Matis gegenüber unserer Zeitung. „Daher haben wir uns für den Rasen entschieden, den uns die Uefa empfohlen hatte.“ Bei der Inaugenscheinnahme habe er eine sehr gute Qualität aufgewiesen, nach dem Ausrollen hätten sich jedoch Verfärbungen gezeigt. „Wir haben die Schweizer Mannschaft umgehend informiert“, so Matis. Auch andere Trainingsorte mit dem selben Lieferanten hätten ähnliche Probleme.

Schweizer Fußballer beklagen Unebenheiten im Rasen

Der Rasen an der Heimstätte der Stuttgarter Kickers war extra für die Schweizer, die hier ihr Basislager für die Europameisterschaft haben und im benachbarten Waldhotel wohnen, neu verlegt worden. Doch dort, wo die einzelnen Bahnen des Rollrasens aneinanderstoßen, seien Unebenheiten entstanden, erklärte der SFV-Mediendirektor Adrian Arnold. Die Bälle würden verspringen. Auch die Uefa hat sich für den Zustand des Rasens entschuldigt.

Zwischenzeitlich hatten die Schweizer Kicker sogar erwogen, ihre täglichen Trainingseinheiten auf einem anderen Platz abzuhalten. Der Verband fand aber in der Kürze der Zeit keinen Alternativstandort, der einen besseren Rasen bei vertretbarem logistischem Aufwand, gewährleistet hätte.

Uefa hat Rasen abgenommen

Man habe jetzt gemeinsam mit dem Schweizer Fußball-Verband einen Aktionsplan ausgearbeitet. „Am Wochenende haben sieben Greenkeeper fast jeden Halm gestreichelt. Und wir bleiben am Ball“, verspricht Matis: „Das Sportamt lässt den Platz walzen und lockern, um den Boden für das Training zu bereiten.“ Objektiv betrachtet habe der Rasen gute Spielqualität. Die Uefa hat ihn am Wochenende abgenommen und ein Gutachter habe 86 Prozent Güte bescheinigt. „Wir arbeiten weiter mit Hochdruck an der Verbesserung des Spielgrunds“, sagt der Stadtsprecher.

Die Mannschaft von Nationaltrainer Murat Yakin bereitet sich nun mit zwei weiteren Trainingseinheiten im Waldaustadion auf ihr erstes EM-Spiel am Samstag gegen Ungarn (15 Uhr) vor, ehe es am Freitagnachmittag mit dem Zug zur Partie nach Köln geht. Am Mittwoch (21 Uhr) spielen die Eidgenossen an gleicher Stelle gegen Schottland. Zum Abschluss der Gruppe A spielen die Schweizer am 23. Juni (21 Uhr) in Frankfurt gegen Deutschland.