Spanischer Jubel auf dem Schlossplatz Foto: LICHTGUT/Zophia Ewska

Am Ende feiert der Schlossplatz eine Fiesta. Olé erklingt bei den letzten Ballpassagen der Spanier im Halbfinale gegen Frankreich. Tausende Fans jubeln und freuen sich aufs Finale der Fußball-Europameisterschaft am Sonntag. In Berlin und auf dem Schlossplatz.

Was wäre, wenn. Tja, auch Marc und seine Kumpels stellen sich wie ganz Fußball-Deutschland diese Frage. Was wäre, wenn Schiedsrichter Charles Taylor einen Handelfmeter gepfiffen hätte? Was wäre, wenn Antonio Rüdiger nicht Mikel Merino aus den Augen verloren hätte? Was wäre, wenn Deutschland gegen Spanien das Viertelfinale gewonnen hätte? Dann wäre am Dienstagabend der Schlossplatz aus allen Nähten geplatzt. So waren Marc und seine Kumpels die pinkenen Farbtupfer auf einem vornehmlich grauen Platz. Sie wollten noch mal Fußball gucken, und drücken jetzt den Spaniern die Daumen. „Dann sind wir wenigstens gegen den Europameister ausgeschieden.“

Viva Espana Foto: Zophia Ewska/Zophia Ewska

Dagegen hätten Dani und Janis nichts. Die Mama ist Spanierin, der Papa kommt aus Zypern, und sie sind aufgewachsen in Esslingen. Beim Spiel der Deutschen gegen Ungarn waren sie schon auf dem Schlossplatz, da haben sie dem Team von Trainer Julian Nagelsmann die Daumen gedrückt. Nun hoffen sie, dass Spanien es nach Berlin ins Finale schafft. Doch die Franzosen seien ein harter Gegner, fürchten sie. „Die liegen uns nicht mit ihrer starken Abwehr.“ Nun die Bedenken haben sich nach 25 Minuten zerstreut. Zwei Tore, viva Espana.

Bangen mit Frankreich Foto: Zophia Ewska/Zophia Ewska

Auf die gute Defensive hatte Émile gesetzt, wenn schon vorne wenig zusammenlaufen wollte. Und nun schießen seine Franzosen das erste Tor aus dem Spiel heraus, und dann sacre bleu, fangen sie sich binnen Minuten zwei Stück. Der Austauschschüler lebt gerade in der Nähe in Heilbronn, er hat sich überlegt, ob er nach München fährt zum Ort des Halbfinals, das war ihm dann doch zu weit. Also wurde es Stuttgart, so ein bisschen EM-Luft schnuppern auf dem Schlossplatz. Lange war er einer der wenigen Verlorenen vor der Leinwand, dann füllt sich der Platz. 8000 Fans sind es am Ende.

Der letzte Zug fährt 0.19 Uhr, insofern hofft Èmile auf einen Sieg ohne Verlängerung und Elfmeterschießen. Den Zug bekommt er, allerdings mit einer Niederlage im Gepäck. Spanien gewinnt die Partie gegen Frankreich mit 2:1. Während er sich auf den Weg zum Bahnhof macht, beginnt auf dem Schlossplatz die Fiesta und wieder eine spanische Nacht.