Heimst Lob ohne Ende ein: Nationalspieler Toni KroosAuf dem Weg zum Weltstar:Toni Kroos  Foto: dpa

Er sucht nicht den Weg ins Rampenlicht, stattdessen führt er gekonnt Regie in der deutschen Mannschaft. Warum Toni Kroos längst der Fixstern im Mittelfeld des DFB-Teams ist.  

Evian - Jetzt hat Bastian Schweinsteiger (31) das Land schon wieder in helle Aufregung versetzt. Erst sein Tor gegen die Ukraine, und nun die Hochzeit mit der serbischen Tennisschönheit Ana Ivanovic (28), die unmittelbar nach der Europameisterschaft folgen soll. Treffpunkt der Festgesellschaft am Münchner Flughafen, Reise im Privatjet an einen streng geheimen Ort, dreitägige Feierlichkeiten – so berichten es jedenfalls die Boulevardzeitungen, deren Reporter eifrig bemüht sind, auch die Details herauszukriegen.

Toni Kroos (26) ist bereits einen Schritt weiter. Weitgehend unbemerkt heiratete er schon vor einem Jahr seine Jugendfreundin Jessica, eine Tourismuskauffrau. Ein Privatjet war nicht nötig, gefeiert wurde auf dem Hohen Darsberg bei Neckarsteinach – den vorüberziehenden Wanderern, so berichtete am Tag darauf die Lokalzeitung, „war das Fest relativ egal“. Ein Jahr lang musste der Boulevard auf das erste Hochzeitsfoto warten, Kroos selbst war es, der es dieser Tage auf seine Facebook-Seite stellte, versehen mit einem Gruß an die Gemahlin, die das zweite Kind erwartet: „Es ist ein Geschenk, dich an meiner Seite zu haben.“

Mag sein, dass auch Bastian Schweinsteiger nicht danach gestrebt hat, zu einem festen Teil des Showbusiness zu werden. Fest steht, dass Toni Kroos sehr froh ist, dass sich sein Privatleben weitgehend im Verborgenen abspielt. Bekannt ist seine Liebe zu Hunden und Schlager sowie seine Freundschaft mit Hartmut Engler, dem Sänger von Pur. Ansonsten aber findet Kroos nicht in den in den Sportteilen der Zeitungen statt – dort aber sehr ausführlich, gerade jetzt, das das zweite deutsche EM-Gruppenspiel gegen Polen an diesem Donnerstag (21 Uhr/ZDF) bevorsteht.

Sie nennen ihn den „stillen Weltstar“

Ein Spiel hat Toni Kroos, dem „stillen Weltstar („FAZ“), dem „unheimlichen König“ („Süddeutsche“), genügt, um die Fußballwelt wieder einmal in Verzückung zu versetzen. Hingerissen waren die Betrachter beim 2:0 gegen die Ukraine von seiner Eleganz, seiner Leichtigkeit, seinem brillanten Passspiel. 109 Pässe haben die Statistiker im deutschen Auftaktspiel notiert, 94 Prozent davon haben einen Mitspieler erreicht. Auch bei der neuen so genannten Packing-Methode, die nicht allein die Pässe zählt, sondern die Zahl der Gegner, die damit überspielt werden, lag Kroos wie üblich mit weitem Abstand vorne. Dabei sagt er selbst: „Leistungsdaten werden überbewertet.“

Kroos braucht keine Statistiken, um die Bestätigung dafür zu finden, dass er ein herausragender Mittelfeldspieler ist. Er braucht auch keine Ratschläge von Bundestrainer Joachim Löw oder Zinedine Zidane, dem früheren Jahrhundertfußballer, der jetzt sein Coach bei Real Madrid ist. Er weiß selbst am besten, was auf dem Platz zu tun ist. „In diesem Fußballleben wird mich keiner mehr dazu bringen, meine Art, Fußball zu spielen, grundsätzlich zu ändern.“

Sie hat ihn zu einem Weltklassespieler gemacht, der sich nach seinem Wechsel vom FC Bayern im Anschluss an den WM-Titel 2014 auch bei Real, dem größten aller Fußballvereine, mit bemerkenswerter Selbstverständlichkeit durchgesetzt hat. Manche mag das überrascht haben – ihn selbst nicht. Wahrscheinlich hat er nicht einmal darüber nachgedacht, über die Möglichkeit des Scheiterns. „Ich bin nie nervös“, sagt Kroos, , ich weiß, dass ich mein Potenzial auch in besonderen Momenten abrufen kann.“

Bei der WM 2014 bestreitet er alle sieben Spiele

Als Champions-League-Sieger ist der Mecklenburger während der EM-Vorbereitung zur Nationalmannschaft gekommen, wo sich seine Rolle in den vergangenen Jahren grundlegend verändert hat. Bei der WM 2010 ist er noch der Frischling gewesen, kam zu Kurzeinsätzen und vergab im Halbfinale gegen Spanien (0:1) die große Chance zum Führungstreffer. Ergänzungsspieler war er auch bei der EM 2012, als er nur im Halbfinale gegen Italien von Beginn an spielen durfte, was hinterher als ein Grund für das 1:2 betrachtet wurde. Unklar schien auch noch vor der WM 2014 seine Rolle, ehe er sämtliche Spiele bestritt – und damit endgültig den bösen Verdacht widerlegte, der ihn jahrelang begleitet hatte: dass es ihm im entscheidenden Moment an Wille und Durchsetzungsvermögen fehle.

Jetzt ist Kroos endgültig der Fixstern im deutschen Mittelfeld, das ansonsten nicht frei von Sorgen ist. Keiner weiß so genau, wie lange der Körper von Sami Khedira den Belastungen der nächsten Wochen standhält; unklar bleibt vorerst, welchen Beitrag Bastian Schweinsteiger im Ernstfall leisten kann. Topfit hingegen scheint Kroos trotz aller Strapazen in der zurückliegenden Saison, körperlich ebenso wie mental. Maßgeblich von ihm wird es abhängen, wie weit die deutsche Mannschaft bei dieser Europameisterschaft kommt.

Wenn der Weg bis ins Finale führt, wird sich Schweinsteiger sehr beeilen müssen, pünktlich bei seiner eigenen Hochzeit zu erscheinen.

- Jetzt hat Bastian Schweinsteiger das Land schon wieder in Aufregung versetzt. Erst sein Tor gegen die Ukraine, und nun die Hochzeit mit der serbischen Tennisschönheit Ana Ivanovic, die kurz nach dem EM-Finale zelebriert werden soll. Treffpunkt der Festgesellschaft am Münchner Flughafen, Reise im Privatjet an einen streng geheimen Ort, dreitägige Feierlichkeiten – so berichten es die Boulevardzeitungen, deren Reporter bemüht sind, auch die Details herauszukriegen.

Toni Kroos (26) ist bereits einen Schritt weiter. Weitgehend unbemerkt heiratete er schon vor einem Jahr seine Jugendfreundin Jessica, eine Tourismuskauffrau. Ein Privatjet war nicht nötig, gefeiert wurde auf dem Hohen Darsberg bei Neckarsteinach – den vorüberziehenden Wanderern, so berichtete am Tag darauf die Lokalzeitung, „war das Fest relativ egal“. Ein Jahr lang musste der Boulevard auf das erste Hochzeitsfoto warten, Kroos selbst war es, der es dieser Tage auf seine Facebook-Seite stellte, versehen mit einem Gruß an die Gemahlin, die das zweite Kind erwartet: „Es ist ein Geschenk, dich an meiner Seite zu haben.“

Mag sein, dass auch Bastian Schwein­steiger nicht danach gestrebt hat, zu einem festen Teil des Showbusiness zu werden. Fest steht, dass Toni Kroos sehr froh ist, dass sich sein Privatleben im Verborgenen abspielt. Bekannt ist seine Liebe zu Hunden und Schlagern sowie seine Freundschaft mit Hartmut Engler, dem Sänger von Pur. Ansonsten aber findet Kroos nur im Sportteil der Zeitungen statt – dort aber sehr ausführlich, gerade jetzt, da das zweite EM-Gruppenspiel gegen Polen an diesem Donnerstag (21 Uhr/ZDF) bevorsteht.

Ein Spiel hat Toni Kroos, dem „stillen Weltstar“ (FAZ), dem „unheimlichen König“ („Süddeutsche“), genügt, um die Fußballwelt in Verzückung zu versetzen. Hingerissen waren die Betrachter beim 2:0 gegen die Ukraine von seiner Eleganz, seiner Leichtigkeit, seinem brillanten Passspiel. 109 Pässe haben die Statistiker notiert, 94 Prozent haben einen Mitspieler erreicht. Auch bei der neuen sogenannten Packing-Methode, die nicht allein die Pässe zählt, sondern die Zahl der Gegner, die damit überspielt werden, lag Kroos wie üblich mit weitem Abstand vorne. Dabei sagt er selbst: „Leistungsdaten werden überbewertet.“

Kroos braucht keine Statistiken, um die Bestätigung dafür zu finden, dass er ein herausragender Mittelfeldspieler ist. Er braucht auch keine Ratschläge von Bundestrainer Joachim Löw oder Zinédine Zidane, dem früheren Jahrhundertfußballer, der jetzt sein Coach bei Real Madrid ist. Er weiß selbst am besten, was auf dem Platz zu tun ist. „In diesem Fußballleben wird mich keiner mehr dazu bringen, meine Art, Fußball zu spielen, grundsätzlich zu ändern.“

Sie hat ihn zu einem Weltklassespieler gemacht, der sich nach seinem Wechsel vom FC Bayern im Anschluss an den WM-Titel 2014 auch bei Real Madrid mit bemerkenswerter Selbstverständlichkeit durchgesetzt hat. Manche mag das überrascht haben – ihn selbst nicht. Wahrscheinlich hat er nicht einmal darüber nachgedacht über die Möglichkeit des Scheiterns. „Ich bin nie nervös“, sagt Kroos. „Ich weiß, dass ich mein Potenzial auch in besonderen Momenten abrufen kann.“

Als Champions-League-Sieger ist der Mecklenburger während der EM-Vorbereitung zur Nationalmannschaft gekommen, wo sich seine Rolle in den vergangenen Jahren grundlegend verändert hat. Bei der WM 2010 ist er noch ein Frischling gewesen, kam zu Kurzeinsätzen und vergab im Halbfinale gegen Spanien (0:1) die Chance zum Führungstreffer. Ergänzungsspieler war er auch bei der EM 2012, als er nur im Halbfinale gegen Italien von Beginn an spielen durfte, was als ein Grund für das 1:2 betrachtet wurde. Unklar schien auch noch vor der WM 2014 seine Rolle, ehe er sämtliche Spiele bestritt – und damit endgültig den bösen Verdacht widerlegte, der ihn jahrelang begleitet hatte: dass es ihm an Wille und Durchsetzungsvermögen fehle.

Jetzt ist Kroos endgültig der Fixstern im deutschen Mittelfeld, das ansonsten nicht frei von Sorgen ist. Keiner weiß so genau, wie lange der Körper von Sami Khedira den Belastungen der nächsten Wochen standhält; unklar bleibt vorerst, welchen Beitrag Bastian Schweinsteiger im Ernstfall leisten kann. Topfit hingegen scheint Kroos trotz aller Strapazen in der zurückliegenden Saison. Maßgeblich von ihm wird es abhängen, wie weit die Mannschaft kommt. Wenn der Weg bis ins Finale führt, wird sich Bastian Schweinsteiger beeilen müssen, pünktlich bei seiner Hochzeit zu erscheinen.

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