Seine drei Tore reichten nicht: Göppingens Rückraumspieler Sebastian Heymann. Foto: Baumann

23 Spiele in Serie war Frisch Auf Göppingen im EHF-Pokal ungeschlagen geblieben. Im Halbfinale setzte es nun gegen die Füchse Berlin ein 24:27. Damit spielt das Team an diesem Sonntag nur um Platz drei gegen Gastgeber SC Magdeburg und ist in der neuen Saison nicht auf der internationalen Bühne vertreten.

Magdeburg - Trainer Rolf Brack tröstete nach der Schlusssirene jeden einzelnen seiner Spieler. Dann trabten die Handballer in Grün und Weiß zu ihren Fans: Die 250 mitgereisten Anhänger von Frisch Auf Göppingen unter den 6209 Zuschauern in der Magdeburger Getec-Arena feierten ihr Team für eine große kämpferische Leistung – und auch bei Brack hielt sich die Enttäuschung in Grenzen: „Wir können nach dieser Vorstellung in den Spiegel schauen.“

Unterm Strich stand aber ein 24:27 (13:13) gegen den klar favorisierten Bundesliga-Dritten Füchse Berlin und damit die erste Niederlage nach 23 ungeschlagenen Spielen im EHF-Pokal seit dem 27. April 2016 – damals gab’s an gleicher Stelle ein 27:29 beim SC Magdeburg. Frisch Auf verpasste mit dem Aus im Halbfinale nicht nur die Chance auf den fünften EHF-Pokal-Titel nach 2011, 2012, 2016 und 2017. Die Göppinger sind damit in der neuen Saison auch nicht auf der internationalen Bühne vertreten. Die Füchse stehen dagegen an diesem Sonntag (15.15 Uhr) im Finale gegen das französische Spitzenteam Saint-Raphael.

Stochl wichtiger Faktor für die Füchse

Frisch Auf war vor der Pause das bessere Team, agierte mit drei Rechtshändern im Rückraum und lag mit 13:10 vorne. Kurz vorher hatte sich Füchse-Keeper Silvio Heinevetter auswechseln lassen. Für ihn war Petr Stochl ins Tor gekommen, der wesentlich dazu beitrug, dass es zur Halbzeit 13:13 stand. Auch nach der Pause hielt der 41-Jährige Tscheche im vorletzten Spiel seiner Karriere sehr gut. „Stochl war sicher ein Faktor für den Sieg der Füchse“, sagte Brack, der auch Kritik an den Schiedsrichtern übte: „Wir kassierten sieben Zeitstrafe ohne zuvor eine Gelbe Karte zu bekommen.“ Dennoch führte Frisch Auf noch mit 20:19 (44.). Der eingewechselte Sebastian Heymann gab wichtige Impulse und warf drei Tore. Doch danach schlichen sich zu viele technische Fehler ins Göppinger Spiel ein. Die cleveren Füchse drehten die Partie – und ihr Trainer Velimir Petkovic, der mit Frisch Auf 2011 und 2012 den EHF-Pokal gewann, war glücklich: „Ich stehe zum siebtenmal im Finale und will es unbedingt gewinnen.“ Für Brack wäre es die Premiere gewesen: „Für mich hätte die Finalteilnahme die Erfüllung eines Lebenstraums bedeutet, aber das ist jetzt nicht wichtig“, sagte der 64-Jährige. Beste Göppinger Werfer waren Marcel Schiller (6/3) und Marco Rentschler (4), für die Füchse warf Hans Lindberg 9/2 Tore.

Im Spiel um Platz drei geht es um 25 000 Euro

Im ersten Halbfinale hatte Gastgeber SC Magdeburg gegen Saint Raphael mit 27:28 verloren. „Das ist die größte sportliche Enttäuschung meiner Karriere“, sagte SCM-Trainer Bennet Wiegert. Sein Team trifft nun an diesem Sonntag (12.45 Uhr) im Spiel um Platz drei auf Frisch Auf. Bei dem Duell geht es ums Prestige und eine Prämie von 25 000 Euro für den Sieger. Ein schwacher Trost

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