In einem Weinort sind auch Gräber unter Reben denkbar, meint die CDU. Foto: Patricia Sigerist

Andreas Wersch und der CDU schwebt die Einrichtung eines Friedweinbergs auf einer Wengertbrache vor. Die Gemeindeverwaltung soll die neue Bestattungsform für Kernen prüfen.

Kernen - Zumindest einer der von der CDU-Fraktion im Gemeinderat Kernen zum Haushaltsplan 2019 vorgetragenen Ideen dürfte umstritten sein. Die Christdemokraten haben einen „Friedweinberg“ analog zu den schon weit verbreiteten Friedwäldern vorgeschlagen. Die Gemeindeverwaltung soll die neue Bestattungsform für Kernen prüfen.

Bestehende Beispiele gibt es in Ahrweiler in Rheinland-Pfalz und Nordheim in Franken

„Friedwälder und ähnliche letzte Ruhestätten erfreuen sich immer größerer Beliebtheit gegenüber herkömmlichen Bestattungsformen, auch gegenüber oftmals unwirtlichen Urnenwänden“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat, Andreas Wersch. Er nennt bereits bestehende Beispiele in Ahrweiler in Rheinland-Pfalz und Nordheim in Franken: „Diese erfreuen sich einer großen Nachfrage.“

Die unterfränkische Gemeinde Nordheim am Main hat dafür beispielsweise auf der berühmten Maininsel bei Volkach den direkt an den Weinbergen liegenden kommunalen Friedhof entsprechend erweitert. „Der Blick auf die Vogelsburg und die Hänge der Mainschleife – das ist schon schön“, mit diesen Worten zitiert die „Süddeutsche Zeitung“ den Landschaftsarchitekten Joachim Kaiser. Auf dem Gelände stehen fast 200 Rebstöcke und Steinriegel und erzeugen die Stimmung eines aufgelassenen Weinbergs.

Die Gemeindeverwaltung soll jetzt einen Auftrag erhalten, über mögliche Standorte zu berichten

Gedacht ist auch in der CDU in Kernen an einen aufgelassenen Wengert, der für den Weinbau nicht mehr genutzt wird und entsprechend umgestaltet und neu bepflanzt werden muss. Erträge soll er nicht bringen: „Einen sogenannten Friedhofswein, wie er von mancher Seite kritisch ins Feld gebracht wird, soll und wird es also nicht geben“, sagt Wersch.

Dennoch sind sich die Christdemokraten bewusst, „dass solches ‚Neuland’ sehr kritisch gesehen und zu kontroversen Diskussionen führen wird“, wie der Fraktionsvorsitzende unterstreicht. Nicht einmal seine Fraktionskollegen seien sich darüber einig. Auch habe die CDU noch keinen Standort ins Auge gefasst und wisse nicht, ob es einen geeigneten Platz in Kernen überhaupt gibt. Die Gemeindeverwaltung soll jetzt einen Auftrag erhalten, über mögliche Standorte zu berichten und die Kosten vorab ermitteln.

Mit einem weiteren Antrag an den Gemeinderat will die CDU prüfen lassen, was es kostet, die Wege mit Kopfsteinpflaster auf dem Friedhof in Rommelshausen instand zu setzen oder das Pflaster zu entfernen und die Wege zu teeren. „Einige mit Kopfsteinpflaster versehene Wege auf dem Friedhof in Rommelshausen haben sich mittlerweile zu echten Stolperfallen entwickelt“, kritisiert Andreas Wersch.

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