Im Stadtgarten fand die Abschlusskundgebung der Bewegung statt. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Die Klimaaktivisten von Fridays for Future waren mit mehreren Tausend Menschen in Stuttgart wieder auf den Straßen. Das Hygiene-Konzept mit Abständen und zusätzlichen Ordnern wurde laut Polizei eingehalten. Die Bewegung freut sich über neue Mitstreiter.

Stuttgart - Das Wetter hat den Klimaaktivisten von Fridays for Future Stuttgart nicht wirklich in die Hände gespielt. Zum „Globalen Klimastreik“ sind trotzdem mehrere Tausend Menschen gekommen. Unter dem Motto „#keinGradweiter“ bildeten die Aktivisten einen Protestzug, der zwischenzeitlich eine Länge von über einem Kilometer hatte. Angeführt von einem Schlagzeug auf Rädern, ging es mit lauten Sprechchören vom Stadtgarten über den Hauptbahnhof und die B14 zum Rotebühlplatz und wieder zum Stadtgarten. Hier fand am Nachmittag die Abschlusskundgebung der Bewegung statt.

„Es ist höchste Zeit, denn die Politik ist zu langsam“

„Es sind viele neue Leute auf der Straße. Auch unser Orga-Team hat sich verdoppelt“, sagt Nisha Toussaint-Teachout, Sprecherin von Fridays for Future Stuttgart. Die Aktivistin freut sich, dass es nach vielen Monaten ohne Großdemonstrationen nun endlich wieder auf die Straße geht. „Wir demonstrieren auch stellvertretend für alle, die nicht da sind“, so die 21-Jährige: „Unser eigentlicher Weg sind Demos. Das ist das, was wir können.“ Die Studentin sagt, die Klima-Bewegung habe die vergangenen Monate genutzt, um sich auch mit anderen Akteuren wie der Antirassismus-Bewegung oder Gewerkschaften zu vernetzen, denn die „Klimagerechtigkeit muss für alle da sein“.

„Es ist höchste Zeit, denn die Politik ist zu langsam“, findet Britta Brunnecker: „Nur wir alle zusammen können klarmachen, dass es uns alle betrifft.“ Die 54-Jährige sagt, sie würde sich um ihre Zukunft und die ihrer Kinder fürchten, deshalb sollten nicht nur junge Menschen für den Klimaschutz auf die Straße gehen. „Jetzt mit unserem Nachwuchs ist uns die Zukunft noch wichtiger“, sagt ein Ehepaar, dass mit Kinderwagen und Baby auf die Demonstration gekommen ist: „Das ist nicht nur ein Problem der Kinder. Die Erwachsenen müssen Veränderungen einbringen.“ Die beiden 30-Jährigen sagen, ihre Tochter werde den Klimawandel noch stärker zu spüren bekommen, als sie selbst.

Hygiene-Konzept wurde eingehalten

Für die Demonstration gab es ein Hygiene-Konzept. Die Teilnehmenden der Demonstration mussten ausreichende Abstände einhalten. Zudem wurden immer einige Dutzend Menschen zu Blöcken zusammengefasst, die dann einen noch größeren Abstand zueinander einhielten. Das Hygiene-Konzept mit Abständen und zusätzlichen Ordnern wurde bei der Demonstration eingehalten, wie die Polizei Stuttgart auf Nachfrage bestätigt. Nach den Angaben eines Sprechers trugen die Teilnehmer des Protestzugs bis auf wenige Ausnahmen sogar durchgehend eine Mund-Nasen-Bedeckung, obwohl dies keine verpflichtende Auflage war. Insgesamt hätten etwa 7 000 Menschen an der Demonstration teilgenommen, schätzt Fridays-for-Future Stuttgart.

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