Auf dem Marktplatz vor dem Stuttgarter Rathaus demonstrieren erneut Schüler für mehr Klimaschutz. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Von wegen nur die Schule schwänzen: Trotz Regenwetter und Osterferien haben auf dem Stuttgarter Marktplatz wieder mehrere hundert Schüler auf der Fridays-for-Future-Kundgebung für besseren Klimaschutz demonstriert.

Stuttgart - Wer den Teilnehmern der Schülerdemo Fridays for Future bislang unterstellt hat, sie wollten nur die Schule schwänzen, muss sich etwas Neues einfallen lassen. Denn trotz Osterferien und Regenwetter haben sich auch am Freitag wieder einige hundert junge Leute versammelt, um ihrem Ärger über die ihrer Meinung nach viel zu zaghafte Klimapolitik Ausdruck zu verleihen.

Wie immer standen Hüpfeinlagen auf dem Programm („Hoch mit dem Klimaschutz, runter mit der Kohle!“). Dem Regen trotzten die Schüler außerdem mit Sprechchören und Parolen. Gesungen wurde auch: Über Whats­app-Gruppen hatten die Organisatoren ein offizielles Songbook der Klima-Demo verbreitet.

Wut auf die herrschenden Verhältnisse

„Der Klimawandel macht keine Ferien und ihr anscheinend auch nicht“, begrüßte Mit-Initiatorin Nisha Toussaint-Teachout ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter. Paul Epple fand es sogar „geil“, dass es regne, schließlich bräuchten die Pflanzen das Wasser. Einen Redebeitrag steuerte eine Frau aus der Tübinger Demo-Ortsgruppe bei. Sie machte ihrer Wut auf die herrschenden Verhältnisse Luft und beklagte, dass vielen Menschen der Klimawandel völlig egal sei. „Muss der Planet erst brennen, damit die darauf aufmerksam werden?“, fragte sie.

Der 16-jährige Patrick Vexler bezeichnete sich und die Anwesenden als „Konvertiten“ und bedauerte ebenfalls, dass die große Masse das Problem des Klimawandels nicht erkannt habe. Vor allem Konservative hätten nicht verstanden, dass es eigentlich ihre Aufgabe wäre, den Planeten zu erhalten.

Eine weitere Rednerin stellte die Systemfrage und forderte die Teilnehmer der Kundgebung auf, auch am 1. Mai für das Klima auf die Straße zu gehen. Pragmatischer hielt es ein junges Mitglied des Vereins Solar: Er berichtete davon, wie es der Verein geschafft habe, Solarzellen auf dem Dach des Jugendhauses in Rommelshausen zu installieren. Er rief die Schüler dazu auf, die Schulen zu ermuntern, ihre Dächer ebenfalls mit Solarzellen auszustatten.

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