Die Mädchen und Buben an der Botnanger Grundschule haben Anke Leitzinger musikalisch begrüßt. Foto: Torsten Ströbele

Anke Leitzinger ist in Botnang in ihr neues Amt als Rektorin eingeführt worden.

Botnang - Seit rund zwei Monaten ist die Botnangerin Anke Leitzinger Rektorin an der Franz-Schubert-Schule. Am vergangenen Mittwoch wurde sie offiziell in ihr neues Amt eingeführt. Dabei gab es von allen Seiten Lob für die gebürtige Göppingerin, Jahrgang 1979. Sie bringe viel Schwung und Engagement mit, sagte beispielsweise ihre Stellvertreterin Sibylle Towhidi. Etwas auf die lange Bank zu schieben oder um den heißen Brei herumzureden, das gebe es bei Anke Leitzinger nicht.

„Sie schlagen hier ein neues Kapitel auf. Das kann man gewiss schon sagen, obwohl noch keine 100 Tage im Amt vorbei sind“, sagte die Leitende Schulamtsdirektorin Ulrike Brittinger. An der Franz-Schubert-Schule sei viel Neues zu gestalten. Seit diesem Schuljahr gebe es das Schülerhaus. Zudem habe man sich auf den Weg begeben, Ganztagsschule zu werden. Diese Prozesse und Entwicklungen sollen gemeinsam mit Lehrern, Sozialpädagogen, Eltern sowie Schülern umgesetzt und begleitetet werden. „Und was bringen Sie dafür mit?“, fragte Brittinger rhetorisch. „Sie haben schon einen erstaunlichen Lebensweg hinter sich.“ Nach dem Abitur habe Leitzinger in New York ein Sozialpraktikum absolviert. „Sie haben sich für junge Menschen eingesetzt, die nicht immer vom Glück gesegnet waren. Das war sicherlich eine wichtige Erfahrung für Sie“, sagte die Schulamtsdirektorin. Leitzinger zeige, dass sie für jedes einzelne Kind Verantwortung übernehmen wolle.

Anke Leitzinger Foto: Ströbele

Einige Zeit später habe sie geheiratet und ihr Studium in Ludwigsburg begonnen – Deutsch und Englisch auf Lehramt für Grund- und Hauptschulen. „Danach sind Sie nicht gleich ins Referendariat gegangen, sondern haben sich wieder sozial engagiert“, sagte Brittinger. Dieses Mal für ein halbes Jahr im südafrikanischen Kapstadt. „Dort haben Sie eine Pfadfinder-Gruppe der Royal Rangers mit aufgebaut.“ Nach dem Referendariat an der Grundschule in Riedenberg stand dann erst einmal die Familie uneingeschränkt im Mittelpunkt – nach der Geburt eines Mädchens und eines Buben. Der Start als Lehrerin erfolgte schließlich an der Bachschule in Feuerbach. Nach einer weiteren familiären Auszeit aufgrund der Geburt ihrer zweiten Tochter kletterte Leitzinger die Karriereleiter Schritt für Schritt empor. Sie wurde Konrektorin. „In dieser Zeit haben Sie alles kennengelernt, was man für den Posten als Schulleiterin benötigt: Statistik, Personalplanung, Ganztagsschule. Das war alles von sehr großem Nutzen“, sagte Brittinger. Unter anderem durch ihre ruhige, ausgegliche Art und christliche Empathie schaffe es Leitzinger, dass die Schule allen Beteiligten nicht nur auf Augen-, sondern auch auf Herzenshöhe begegne.

Neue Schulbücherei eingeweiht

Die neue Rektorin hat an der Franz-Schubert-Schule viel vor: „Jedes einzelne Kind soll wahrnehmen, wie wertvoll und wichtig es ist.“ Nachdem Schule nicht mehr nur eine Lehranstalt, sondern auch ein Lebensraum sei, müsse man schauen, wie die Kinder die Zeit an der Schule nutzen können. Dazu sei es erforderlich, dass man die Angebote erweitere. Der Kinder- und Jugendtreff habe schon Interesse bekundet, sein Engagement auszubauen. Auch Jugendfarm, Musikalische Vereinigung Botnang und die Sportvereine haben Bereitschaft signalisiert. „Ich habe viele Ideen aus der Bachschule mitgebracht“, sagte die Rektorin. Die Kinder müssten beispielsweise den richtigen Umgang mit Internetsuchmaschinen erlernen.

Und schon vor den Herbstferien wurde die neue Schulbücherei eingeweiht. Ihre Affinität zu Büchern stellt Anke Leitzinger auch in ihrer Freizeit unter Beweis. Sie ist seit Jahren im „Bücherforum“ des Gospel Forums in Feuerbach aktiv.

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