Zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Vorbereitung: Der neue VfB-II-Trainer Frank Fahrenhorst. Foto: imago/Jörg Schüler

Seit 22. Juni arbeitet Frank Fahrenhorst als Trainer des VfB Stuttgart II. Im Interview schildert er seine ersten Eindrücke, stellt die Neuzugänge vor und sagt, warum sein Team am kommenden WFV-Pokal-Wettbewerb nicht mehr teilnimmt.

Stuttgart - Die vergangenen acht Jahre arbeitete Frank Fahrenhorst (43) im Nachwuchsbereich für den FC Schalke 04. Nun betreut der ehemalige Bundesligaprofi (zwei A-Länderspiele) die U-21-Regionalligamannschaft des VfB Stuttgart. Er baut auf eine erfahrene Achse, viele Talente und einen Neuzugang mit ungewöhnlicher Vita.

Herr Fahrenhorst, Sie sind am 22. Juni beim VfB Stuttgart II gestartet. Wie fällt Ihr erstes Zwischenfazit aus?

Ich bin sehr zufrieden. Die ersten beiden Wochen dienten vor allem dem Kennenlernen von Mannschaft, Umfeld, Trainerteam und Staff. Dann folgte eine einwöchige Pause, in der die Spieler individuelle Trainingspläne bekamen und – ich muss sagen – sie haben gut gearbeitet. In der vergangenen Woche wurde die Trainingsarbeit intensiver. Die Spieler waren Richtung Wochenende richtig müde, es wäre interessant gewesen, zu sehen, wie sie im Testspiel ihre Leistung abrufen.

Das Spiel beim Verbandsligisten SV Fellbach am vergangenen Samstag kam aber nicht zustande, weil ein Spieler der Gastgeber hohes Fieber hatte und auf das Corona-Virus getestet wurde.

Ja, der Verein hat sich vorbildlich verhalten und uns informiert, da noch kein Testergebnis vorlag. Es ist völlig klar, dass man da kein Risiko eingeht. Solche Situationen können in diesen außergewöhnlichen Zeiten eben vorkommen. Wir haben statt des Testspiels trainiert. Der Befund des Spielers war negativ, sodass wir an diesem Mittwoch um 18.30 Uhr die Partie nachholen. Drei Tage später, am 25. Juli, testen wir dann um 13 Uhr beim Oberliga-Aufsteiger TSG Backnang.

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Beschreiben Sie doch bitte Ihre drei Neuzugänge.

Mittelfeldspieler Richard Weil ist mit seinen 32 Jahren sehr routiniert und spielte zuletzt bei Regionalligist Kickers Offenbach. Er soll gemeinsam mit Innenverteidiger Marc Stein (35) und Stürmer Marcel Sökler (29) die Achse der Erfahrenen bilden. Falko Michel von der U19 des SC Freiburg spielt auf der Sechser- oder Achter-Position im Mittelfeld und ist mit seinen 19 Jahren natürlich noch lange nicht am Ende seiner Entwicklung. Und Matej Maglica, ein 1,94 Meter großer torgefährlicher Innenverteidiger vom 1. Göppinger SV, ist uns in der Oberliga aufgefallen. Er hat eine ungewöhnliche Vita, noch viel Entwicklungspotenzial und deshalb versprechen wir uns von ihm mit seinen 21 Jahren noch einiges für die Zukunft.

Maglica spielte in der A-Jugend noch für die TSG Backnang, durchlief nicht die klassische Ausbildung in einem Nachwuchsleistungszentrum (NLZ). Kennen Sie solche „Spätzünder“ aus eigener Erfahrung?

Ich selbst bin auch erst in der A-Jugend zum VfL Bochum gewechselt und spielte bis dahin bei kleinen Vereinen. Heutzutage werden solche Karrieren aber immer seltener, da die Scouts frühzeitig beginnen zu sichten. Aber den einen oder anderen Spätentwickler kann es immer geben, den man auch Anfang 20 noch auf ein bestimmtes Level heben kann. Dem wollen wir uns beim VfB nicht verschließen.

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Das Transferfenster ist bis zum 5. Oktober offen. Steht Ihr Kader dennoch?

Man soll nie nie sagen, aber es ist Stand jetzt nichts mehr in Planung.

Anfang September startet die Regionalligasaison. Bereits am 5. August gibt es im WFV-Pokal-Viertelfinale das erste Pflichtspiel. Ist dieser Termin in Ihrem Kalender ganz dick angestrichen?

Jede Woche ist etwas Besonderes, da wir die Entwicklung der Spieler vorantreiben wollen. Aber der Wettkampfcharakter stellt eine besondere Herausforderung dar. Zumal es im Pokal gegen den Drittliga-Absteiger SG Sonnenhof Großaspach auch noch gegen einen sehr reizvollen Gegner geht.

Selbst als Cupsieger dürften Sie mit dem VfB II nicht am DFB-Pokal teilnehmen. Schmälert das die Motivation Ihres Teams?

Klar wäre im DFB-Pokal jeder gerne dabei, aber wir sind Sportler und wollen unabhängig davon im WFV-Pokal-Wettbewerb das Maximale herausholen. Deshalb haben wir uns auch entschieden, den Wettbewerb zu Ende zu spielen. Mit jetzt noch drei Siegen hätte die Mannschaft einen Titel gewonnen.

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Wird der VfB II auch in der kommenden Saison am WFV-Pokal-Wettbewerb teilnehmen?

Nein. Die Regionalliga Südwest startet mit 22 Mannschaften. Das wird eine Mammutsaison mit einem sehr engen Terminplan. Mit den zusätzlichen Spielen im WFV-Pokal wäre es noch stressiger. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, auf eine Teilnahme am WFV-Pokal 2020/21 zu verzichten.

Termine des VfB II

22. Juli, 18.30 Uhr: Testspiel SV Fellbach – VfB II

25. Juli, 13 Uhr: Testspiel TSG Backnang – VfB II

1. August, 14 Uhr: Testspiel SGV Freiberg – VfB II

5. August, 18 Uhr: WFV-Pokal-Viertelfinale VfB II – SG Sonnenhof Großaspach

1./2. oder 5./6. September: 1. Spieltag Regionalliga Südwest

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