Um Nektar für ein Kilogramm Honig zu sammeln, muss eine Biene eine Strecke fliegen, die dem Sechsfachen des Erdumfanges entspricht. Foto: dpa

Honig ist nicht gleich Honig. Wie gesund ist Honig und kann er eigentlich auch schädlich sein? Wir beantworten die wichtigste Fragen zum Thema in unserem Überblick.

Stuttgart - Fast alle Produkte, die von Bienen stammen, werden genutzt: Honig (aus Nektar produziertes Futter); Honigtau (aus den süßen Ausscheidungen der Blattläuse produzierte Nahrung); Pollen (zu sogenanntem Honigbrot verarbeitet), vergorene Pollen dienen als Futter für die Larven; Gelée Royale (Futter für die Bienenkönigin); Propolis (Kittharz, das als Baumaterial und Schutz vor Krankheitserregern und Pilzen dient und antibiotische Wirkung hat) sowie Bienengift (zur Behandlung etwa von rheumatischen Erkrankungen indiziert)

Woraus besteht Honig?

Honig besteht zu 80 Prozent aus Zucker, vornehmlich Fructose (Fruchtzucker) und Glucose (Traubenzucker). Beide gehören zur Gruppe der Kohlenhydrate und Einfachzucker (Monosaccharide). Glucose ist der wichtigste Energielieferant des Körpers, der schneller ins Blut gelangt als Fructose. Je höher der Anteil des Traubenzuckers im Honig ist, desto rascher kristallisiert er – wie Raps- und Löwenzahnhonig.

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Warum darf der Wassergehalt nicht zu hoch sein?

Der Wassergehalt im Honig muss unter 20 Prozent liegen, weil es sonst bei der Lagerung zur Gärung kommt und er ungenießbar wird. Der ursprüngliche Wassergehalt des Nektars (30 bis 40 Prozent) wird durch den Transport und die Weitergabe von Biene zu Biene deutlich reduziert.

Die Verdunstung des Wassers wird dadurch beschleunigt, dass die Bienen mit ihren Flügeln fächern. Dabei wird die feuchte Luft im Stock durch kühlere, trockene Außenluft ausgetauscht. Der fertige Honig wird schließlich in Waben eingelagert und mit einer wasserundurchlässigen Wachsschicht überzogen.

Welche weitere Inhaltsstoffe finden sich im Honig?

Honig enthält außer Wasser und Zucker in geringem Maße organische Säuren (wie Essig-, Butter – und Oxalsäure) sowie Eiweiße und Enzyme. Enzyme sind Eiweißverbindungen, die biochemische Vorgänge wie ein Katalysator beschleunigen. Glucose-Oxidase ist eine solche Verbindung: Als Bestandteil körpereigener Sekrete der Bienen führt es zur Bildung von Wasserstoffperoxid. Dieser Stoff hat eine keimhemmende und keimtötende Wirkung auf bestimmte Bakterien.

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Kann Honig schädlich sein?

Ist Honig gesünder als Industriezucker?

Im Gegensatz zu industriell hergestellter Fructose, die in Fertigprodukten oder Süßigkeiten enthalten ist, wird und deren übermäßiger Konsum zu Herz-Kreislauferkrankungen, Krebs, Diabetes und Gicht führen kann, ist das Süßen mit Honig deutlich gesünder. Aber auch für Honig gilt: Im Übermaß genossen, trägt er wenig zu einer gesunden Ernährung bei, da er genauso wie Gummibärchen, Schokoriegel oder Bonbons Karies und Übergewicht verursacht.

Wie lagert man Honig richtig?

Im Honig finden sich in sehr geringen Mengen an Mineralien wie Kalium, Natrium, Magnesium und Kalzium, außerdem Eisen, Kupfer, Schwefel und Chlor und Vitamine (vor allem Vitamin C). Der unterschiedliche Duft des Honigs (Rapshonig riecht süßlich-mild, Tannen- und Waldhonig herb-würzig) kommt von den unterschiedlichen Aromastoffen.

Da Honig Gerüche sehr leicht aufnimmt und zudem licht- und wärmeempfindlich ist, sollte er in gut verschlossenen Gefäßen im Dunkeln bei maximal 15 Grad Celsius gelagert werden.

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Kann Honig schädlich sein?

Honig ist nicht gleich Honig. Grundsätzlich gilt: Im Honig ist nur das drin, was die Bienen in den Stock tragen. Honig kann eine Vielzahl an Pestiziden, Insektiziden, Fungiziden und sonstigen Schadstoffen enthalten, welche Apis mellifera beim Nektar- und Pollensammeln aufnimmt.

Wie aufwendig ist die Herstellung von Honig?

Um Nektar für ein Kilogramm Honig zu sammeln, muss eine Biene eine Strecke fliegen, die dem Sechsfachen des Erdumfanges entspricht. Der Blütennektar, den sie mit ihrem Rüssel aufsaugt, wird in der Honigblase vorverdaut. Am Stock angekommen, würgt sie den Saft wieder hoch und gibt ihn an andere Bienen weiter.

Dieser Vorgang wiederholt sich einige Male. Beim Transport und Umtragen geraten Säuren, Enzyme und Proteine, welche die Bienen produzieren, in den Nektar. Sie bewirken, dass aus dem Pflanzensaft wertvoller Honig wird.

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Was unterscheidet die Honigsorten?

Wie gesund ist Honig aus dem Supermarkt?

Die meisten Honigsorten, die man im Supermarkt kaufen kann, sind pasteurisiert. Sie wurden also kurzzeitig erwärmt, um Bakterien abzutöten. Dadurch gehen wertvolle Inhaltsstoffe verloren. Wer reinen Honig haben will, geht am besten zum Imker. Der aus den Waben mit Hilfe einer Honigschleuder gewonnene Honig landet nach ein- bis zweiwöchiger Lagerung direkt im Glas. Ein echtes Naturprodukt.

DIB-Honig – was ist das?

Seit 1925 steht das Gütesiegel „Echter Deutscher Honig“ des Deutschen Imkerbundes (D.I.B) für ein naturbelassenes und amtlich geprüftes Produkt. Was drauf steht, ist auch drin : Honig aus deutschen Landen. Als Brotaufstrich und zum Süßen von Joghurt und Müsli ist er wärmstens zu empfehlen. Hier gilt der bekannte Werbespruch einmal uneingeschränkt: „Da weiß man, was man hat.“

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Was unterscheidet die einzelnen Honigsorten voneinander?

Ist der Honig mit einer botanischen Herkunftsangabe wie zum Beispiel Rapshonig, Heidehonig, Kleehonig, Lavendelhonig, Thymianhonig oder Akazienhonig versehen, muss er überwiegend – dass heißt zu mehr als 50 Prozent – von der betreffenden Pflanze stammen.

Was ist Honigtauhonig?

Neben Blütenhonig gibt es noch Honigtauhonig. Er wird von Bienen produziert, welche die zuckerhaltigen und ballaststoffreichen Ausscheidungen von Pflanzenläusen (dem sogenannten Honigtau) sammeln. Dieser Honig hat eine deutlich dunklere Farbe als Honig aus Blütennektar und bleibt länger flüssig.

Was ist Waldhonig?

Als Waldhonig bezeichnet man Honigtauhonig, der nicht überwiegend von einer Pflanzenart stammt – wie zum Beispiel Schild- und Rindenläuse auf Fichten, Douglasien, Kiefern oder Tannen. Blatthonig wird der Honigtauhonig von Laubbäumen wie Eiche oder Ahorn genannt.

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Warum ist Tannenhonig so selten?

Tannenhonig hat einen kräftig-würzigen Geschmack und grünlich-dunklen Farbton. Die Bienen gewinnen ihn aus dem Honigtau der Weißtanne. Ohne Massenbefall der Grünen Tannenhoniglaus gibt es auch keinen Tannenhonig. Da nur alle paar Jahre mit einer guten Tannentracht zu rechnen ist, kann man sich leicht vorstellen, warum echter Weißtannenhonig aus dem Schwarzwald 20 Euro und mehr pro Kilogramm kostet.

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