Die analoge Fotografie begleitet Stefan Troitzsch bereits seit der Kindheit. Mit seinem Miet-Labor hat es sich einen Traum erfüllt, den er gerne teilen möchte. Foto: Marta Popowska

Fans der analogen Fotografie können seit kurzem in Stuttgart-Rot selbst zum Vergrößerer greifen. Stefan Troitzsch hat ein Fotolabor eröffnet, in das man sich einmieten kann. Sein Wissen gibt der gerne weiter.

Rot - Seit einigen Jahren boomt die Analogfotografie wieder. Die einen begeistert der Retro-Trend, für andere ist es ein entschleunigendes Hobby in Zeiten von schnellen Handyfotos. Ein Problem haben aber alle Analogfans: Wo aber die Bilder abziehen? Die Standardabzüge von der Stange trüben so manche Freude, wenn man das Ergebnis in der Hand hat. In Rot können ambitionierte Fotografen und Anfänger nun selbst zu Vergrößerer und Entwickler greifen. Seit kurzem bietet Stefan Troitzsch ein gut ausgestattetes Schwarz-Weiß-Labor – und bei Bedarf auch Unterstützung, blickt er selbst doch auf ein halbes Jahrhundert Erfahrung zurück.

Seine Leidenschaft für die Fotografie hat Stefan Troitzsch in der fünften Klasse entdeckt. Sein einst angefangenes Fotografiestudium hat er jedoch nach der Hälfte abgebrochen. „Ich hatte keine Lust, mein Leben lang Colaflaschen zu fotografieren“, sagt er. Die Theaterfotografie hätte ihn interessiert, doch die Aussichten auf eine Stelle seien verschwindend gering gewesen. Also wurde er Pädagoge an einer Schule für Erziehungshilfe. Als Hobby und Leidenschaft begleitete ihn Fotografie dennoch und er gab sein Wissen gern weiter. „Mit Schulen habe ich beispielsweise Fotografie- und Laborkurse gemacht“, sagt er.

Auch ein kleines Atelier und Kameras stehen zur Verfügung

„Jetzt habe ich mir einen Alterstraum gegönnt“, fügt der kürzlich pensionierte Stammheimer hinzu. An der Olnhauser Straße in Rot hat er sich ein Schwarz-Weiß-Fotolabor eingerichtet, das Interessierten offen steht. Jeden Dienstag ist es von 12 bis 20 Uhr geöffnet. Andere Termine können mit Troitzsch vereinbart werden.

Ausgestattet hat Stefan Troitzsch sein Labor mit mehreren Durst-Vergrößerungsgeräten für Kleinbild und Rollfilmformate bis 6x6 Zentimeter. Auch ein Agfa Varioscop 60 SW für Formate bis 6x9 ist vorhanden. Von der Filmentwicklungsdose über den Durchlauftrockner für PE-Papiere bis zur Trockenpresse für Barytpapier ist auch alles vorhanden. Darüber hinaus hat Stefan Troitzsch ein kleines Atelier eingerichtet, in dem man Porträts machen kann. Wer keine eigene Kamera besitzt, hat die Möglichkeit, vor Ort eine zu leihen. Der Fotofan hat neben diversen Kleinbildkameras auch eine Mittelformatkamera im Repertoire: „Vielleicht leiste ich mir irgendwann auch eine Hasselblad.“ Die gilt bis heute als Inbegriff der 6x6 Kameras. Für den Preis bedeutet das freilich nichts Gutes. Laut Troitzsch müsste man schon mit 1000 Euro rechnen, wenn man eine Brauchbare haben möchte.

Stefan Troitzsch möchte auch Menschen ansprechen, die zuhause im Schrank alte Negative haben – vielleicht gar von den Großeltern – und sich gerne Fotoabzüge davon machen würden. „Es ist etwas Faszinierendes, zu sehen, wie ein Bild in einen Entwickler kommt“, sagt er. Die Auswahl an Fotopapieren sei gut. „Es gibt nicht mehr so viele Hersteller wie früher, aber einige produzieren noch, weil die Nachfrage da ist“, erklärt er. Dazu gehören Tetenal aus Deutschland und aber auch das englische Traditionsunternehmen Ilford. Stefan Troitzsch übernimmt auf Wunsch auch gerne die Bestellung.

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