Patienten sollen schneller auch von neuen OP-Techniken profitieren. Foto: dpa/Felix Kästle

Das Forum Gesundheitsstandort unter Führung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann will Forschung, Wirtschaft und Versorgung besser vernetzen. Jetzt geht das Netzwerk in die konkrete Projektarbeit.

Stuttgart - Allmählich wird es spannend beim Forum Gesundheitsstandort Baden-Württemberg, dem vor gut einem Jahr gegründeten Netzwerk zur Stärkung der Gesundheitswirtschaft im Südwesten unter Federführung des Staatsministeriums. Die Arbeitsstrukturen des Netzwerks mit seinen 350 Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft und medizinischer Versorgung sind inzwischen etabliert, wie am Freitag bei der Herbsttagung des Forums in Stuttgart deutlich wurde. Jetzt geht es darum, konkrete Projekte auf den Weg zu bringen.

Bei einer Podiumsdiskussion zum Abschluss der Tagung sagte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne), aus den Arbeitsgruppen gebe es eine Vielzahl interessanter Vorschläge. Eine Entscheidung darüber, welche Projekte gefördert werden, sei aber noch nicht gefallen. Auch die Höhe der insgesamt zur Verfügung stehenden Fördermittel sei offen. Die Grünen-Politikerin verwies auf die laufenden Verhandlungen innerhalb der Regierungskoalition zum Doppelhaushalt für die kommenden beiden Jahre – und bat um Geduld.

Ein wesentliches Handlungsfeld des Forums ist die Digitalisierung im Gesundheitsbereich. „Wir können es uns nicht leisten, dass Gesundheitsdaten auf unzähligen Servern versauern. Wir brauchen die Daten, um Patienten passgenau zu versorgen“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Klar sei aber auch, dass die ethischen Standards der EU und der Schutz der Privatsphäre oberste Priorität haben müssten bei der Analyse von Patientendaten.

54 Milliarden Euro Wertschöpfung

Die Akteure kümmern sich auch darum, wie medizinische Innovationen schneller in die Versorgung von Patienten gelangen können. Dabei scheint allerdings besondere Vorsicht geboten, wie der jüngste Skandal um die an der Uni Heidelberg entwickelte Brustkrebs-Früherkennung gezeigt hat.

Im Forum sind beispielsweise Hersteller von Medikamenten und Medizinprodukten organisiert, dazu Unikliniken und weitere Forschungseinrichtungen sowie Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte. Auch Krankenkassen sind dabei. Neben dem Wissenschaftsministerium sind die Ressorts Wirtschaft und Soziales eingebunden. Die Gesundheitswirtschaft im Land steht für eine jährliche Bruttowertschöpfung von 54 Milliarden Euro und beschäftigt mehr als eine Million Menschen.

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