Eine Ausbildung beim Werkzeugmaschinenhersteller Trumpf in Ditzingen ist begehrt. Foto: dpa

Am 9. Oktober diskutieren der Trumpf-Ausbildungsleiter Andreas Schneider und die Schulleiterin Barbara Graf in der Veranstaltungsreihe „Forum Bildung“ der Stuttgarter Nachrichten.

Stuttgart - Die Ausbildungsplätze bei Trumpf in Ditzingen sind begehrt. Auf die 66 Stellen bei dem Werkzeugmaschinenhersteller bewerben sich 1900 junge Männer und Frauen. Ob sie zum Zug kommen, hängt nicht allein von ihren Noten ab. „Wichtig ist die Persönlichkeit“, sagt Ausbildungsleiter Andreas Schneider: Gefragt sind Menschen, die interessiert sind, eigene Ideen haben, gern anpacken und im Team arbeiten.

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Mark K. (Name geändert) ist einer von ihnen. Seine Schule hatte ihn nicht zum Abitur zugelassen, doch bei Trumpf bekam er die Chance, eine Ausbildung zum Industrie­mechaniker zu machen. Bei der Vorstellung hatte er überzeugt, weil er geschickt mit Werkzeug umgehen und gut planen konnte – mit seinem Vater hatte er seit seiner Kindheit an Autos montiert.

Nicht für alle Jugendlichen läuft es so gut. Zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres Anfang September vermeldete die Arbeitsagentur, dass es im Baden-Württemberg noch 18.000 offene Stellen gibt – und 12.000 Schulabgänger, die auf der Suche sind. Viele seien nicht ausbildungsreif, argumentieren die Arbeitgeber. Zum Teil seien ihre Noten – besonders in Deutsch und Mathematik – so schlecht, dass sie die Berufsschule nicht schaffen würden. Zum anderen fehle es ihnen an wichtigen persönlichen Voraussetzungen: Pünktlichkeit, Verlässlichkeit, Verantwortungsgefühl, Teamgeist und mehr.

Praktika in höheren Klassen

Schulen müssten dafür mehr tun, fordert die Wirtschaft regelmäßig. Wirtschaftsminister Nils Schmid und Kultusminister ­Andreas Stoch (beide SPD) haben bereits angekündigt, dass das Thema Wirtschaft und berufliche Bildung an den Schulen künftig eine größere Rolle spielen soll.

Neu ist das Thema dort nicht – in allen weiterführenden Schulen sind beispielsweise in den höheren Klassen Praktika vorgesehen. Die Vor- und Nachbereitung an den Schulen ist aber sehr unterschiedlich.

Die Theodor-Heuglin-Schule in Ditzingen hat schon vor Jahren Langzeitpraktika eingeführt. Ein Vierteljahr lang verbringen die Achtklässler einen Tag in einem Betrieb oder einer sozialen Einrichtung. Schulleiter Jörg Fröscher ist wichtig, dass die Praktikanten in den regulären Arbeitsablauf einbezogen werden. Die Erfahrungen in der realen Arbeitswelt stärken nicht nur das Selbstbewusstsein, sie verändern auch das Verhalten der Schüler. Höflichkeit werde selbstverständlich, sagt Lehrer Steffen ­Beesch, der die Praktikanten betreut.

Auch Schulleiterin Barbara Graf legt großen Wert auf die Berufs- und Studienorientierung ihrer Schüler. Am Stuttgarter Hegel-Gymnasium startet in der neunten Klasse das Projekt „Fit für die Zukunft“. Die Mädchen und Jungen beschäftigen sich mit ihren Stärken und der Frage, wie sie sich ihr Leben vorstellen. In Arbeitsgemeinschaften wie Technik oder Modellbau können sie Talente entfalten, die im Fachunterricht nicht angesprochen werden. Das Gymnasium arbeitet auch eng mit der Bundesagentur für Arbeit und mit ihren Bildungspartnern zusammen – Unternehmen, die den Schülern Praktika in verschiedenen Bereichen bieten.

Unterstützung bei Schwierigkeiten

Dass einige Betriebe keine Auszubildenden finden oder schnell wieder verlieren, liege teilweise auch an ihnen selbst, sagt Ausbildungsleiter Schneider. Wer junge Menschen schlecht behandle, dürfe sich nicht wundern, wenn sie die Flucht ergriffen.

In der BMW-Niederlassung in Stuttgart- Vaihingen muss man sich nicht um Bewerber sorgen, und auch Ausbildungsabbruch ist dort kein Thema. In diesem Jahr haben sich über 600 Schulabgänger für die 18 Ausbildungsplätze im kaufmännischen und gewerblichen Bereich beworben. Am ersten Ausbildungstag begrüßen Niederlassungsleiter Erwin Mayer und die Führungskräfte die Auszubildenden und ihre Eltern – bei der Veranstaltung, die mit einem Weißwurstessen endet, wird auch über die Erwartungen an das Verhalten der Auszubildenden gesprochen. Wenn es Schwierigkeiten gibt, wird Unterstützung angeboten. Das habe bisher immer geholfen, sagt Mayer.

So melden Sie sich für den 9. Oktober an

„Der Weg zum Traumberuf “ heißt es beim Forum Bildung der Stuttgarter Nachrichten am Mittwoch, 9. Oktober, 19 Uhr, in der BMW-Niederlassung Stuttgart, Untere Waldplätze 3.

Wie der Start ins Berufsleben besser gelingt – darüber sprechen Andreas Schneider, Ausbildungsleiter bei Trumpf in Ditzingen, und Barbara Graf, geschäftsführende Schulleiterin der Stuttgarter Gymnasien. Moderiert wird die Diskussion von Bildungsredakteurin Maria Wetzel.

Der Eintritt ist frei, eine Einlasskarte ist jedoch erforderlich. Diese erhalten Sie, wenn Sie sich im Internet anmelden.

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