Nach dem Rennen 2019 in Baku standen Valtteri Bottas (li.) und Sebastian Vettel nebeneinander auf dem Podium – eine Szene, die für 2021 unwahrscheinlich scheint. Foto: AFP/ALEXANDER NEMENOV

Der Finne Valtteri Bottas darf auch nächstes Jahr weiter im Silberpfeil fahren, was die Zukunftschancen des Ex-Weltmeisters Sebastian Vettel in der Formel 1 schmälert.

Silverstone - Lieber die gefühlte Nummer zwei bei Mercedes als die nominelle Nummer eins bei einem anderen Rennstall. So ähnlich hat Valtteri Bottas gedacht, als er den Vertrag unterschrieben hat, der ihm ein Silberpfeil-Cockpit bis Ende 2021 zusichert. Die aktuelle Vereinbarung zwischen dem Finnen und dem Weltmeister-Team endet an Silvester. „Ich freue mich sehr darüber, dass ich bei Mercedes bleibe und auf den Erfolgen aufbauen kann, die wir gemeinsam erreicht haben“, sagte Bottas vor dem Großen Preis „70 Jahre Formel 1“ an diesem Sonntag (15.10 Uhr/RTL) in Silverstone, „seit ich mich als Kind in die Formel 1 verliebt habe, war es mein Traum, Weltmeister zu werden. Dieses Jahr fahre ich um den Titel und durch meinen Verbleib bei Mercedes befinde ich mich auch nächstes Jahr in der bestmöglichen Position.“

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Eine bessere Option hätte der 30-Jährige nicht bekommen können, aktuell ist der Silberpfeil das beste Auto im Feld, im kommenden Jahr werden sich die Kräfteverhältnisse kaum drastisch verschieben. „Ich bin zuversichtlich, dass wir die stärkste Fahrerpaarung in der Formel 1 haben, und die Vertragsverlängerung mit Valtteri ist ein wichtiger erster Schritt, diese Stärke beizubehalten“, sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. Der zweite Schritt sollte bald folgen – noch hat der sechsmalige Champion Lewis Hamilton nicht verlängert. Allerdings sprechen keine Anzeichen dafür, dass der 35 Jahre alte Brite der Mannschaft aus Brackley goodbye sagen könnte. „Wir haben seit sieben Jahren den gleichen Vertrag, wir mussten ihn nie hervorholen“, sagte Wolff kürzlich, „es geht um die kommerziellen Bedingungen, da mache ich mir keine Sorgen, bisher waren wir stets in der Lage, uns schnell einig zu werden.“

So schwinden die Chancen von Sebastian Vettel, ein Cockpit zu ergattern. Vettel im Silberpfeil? Wo soll Hamilton hin? Zu Red Bull, wo Max Verstappen den Platzhirsch mimt? Das röche nach Ärger. Ob es sich der Weltmeister antut, in einem Mittelklassewagen zu sitzen, muss bezweifelt werden; Hamilton bastelt an seiner Legende. Vettel bleiben kaum Alternativen. Ferrari (Charles Leclerc, Carlos Sainz) hat ihn fortgejagt, McLaren (Lando Norris, Daniel Ricciardo) und Renault (Fernando Alonso, Esteban Ocon) sind ausgebucht. Eisern hält sich das Gerücht, der Hesse könne bei Aston Martin (derzeit Racing Point) unterkommen, jedoch hat sowohl Sergio Perez als auch Lance Stroll einen Vertrag für 2021. Über Red Bull wird noch immer spekuliert, obwohl die Teamchefs abgewunken haben. Red-Bull-Ausbildungsstall Alpha Tauri dürfte für einen 33-Jährigen kaum infrage kommen, die Hinterbänkler Alfa Romeo, Williams und Haas wird sich Vierfach-Champion Vettel kaum antun wollen. Viele Hintertürchen stehen nicht mehr offen.

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