Der Eingangsbereich ist auch die Visitenkarte unserer Wohnung. Weshalb er Stil und Persönlichkeit seiner Bewohner widerspiegeln sollte. Möbel von Montana über architare. Foto: Montana

Hereinspaziert! Den ersten Schritt setzt man immer in den Flur! Daher sollte er viel mehr als nur die Garderobe sein, findet Barbara Benz. Die Geschäftsführerin des Einrichtungsunternehmens architare gibt Tipps, wie man seinen Gästen, aber vor allem sich selbst beim Nachhausekommen einen schönen Empfang bereitet.         

Stuttgart - Im Flur ist man nicht mehr ganz draußen, aber auch noch nicht wirklich drinnen. „Deshalb wird die Diele oft als „Transferzone“ betrachtet,“ erklärt Barbara Benz, Geschäftsführerin des Einrichtungsunternehmens architare. „Hier hängt man den Mantel an die Garderobe, legt den Schlüssel auf ein Sideboard, zieht die Schuhe aus – der Eingangsbereich muss funktionieren, behaglich kann es später werden.“ Aber mal ehrlich: Gute Laune macht so ein Entree meist weder den Gästen noch uns selbst, wenn wir nach Hause kommen. Wie also gestalten Profis ihren Eingangsbereich?

„Die Einrichtung des Eingangsbereichs ist natürlich abhängig von der Größe des Flurs,“ so Barbara Benz. Für jede Wohnsituation gilt aber: Schaffen Sie Stammplätze für Schlüssel, Handy und die Post. Für Mäntel, Schuhe, Mützen & Co. sind Einbauschränke und Kommoden die eleganteste Lösung – falls es der Platz erlaubt. Hat man sich um die Notwendigkeiten gekümmert, geht es ans Gestalten. Denn der Flur, so Barbara Benz, sei der stilistische Auftakt in die weiteren Räume der Wohnung oder dem Haus. Er solle Gäste einen ersten Eindruck verleihen und die Bewohner beim Nachhausekommen glücklich machen. Wohnlichkeit verbreitet ein gepolsterter Stuhl oder Sessel. Aber auch eine stimmige Beleuchtung, aromatische Duftkerzen, Vasen, Blumen und Kunst an der Wand beeinflussen sehr stark unser Gefühl, das sich beim Öffnen der Haustür einstellt.

Langer schmaler Flur: Wie sich der Tunneleffekt wegzaubern lässt

Nun haben viele nicht den Eingangsbereich, von dem sie träumen. Man kann aus jeder räumlichen Gegebenheit aber das Beste herausholen, versichert Barbara Benz. In einem kleinen Flur kann man zum Beispiel eine Wand mit einer eindrucksvollen Tapete tapezieren, die vielleicht auf großer Fläche zu kostspielig wäre. Tapeten von Labels wie Moooi oder Tecnografica sorgen an dieser Stelle für einen Wow-Effekt, der ganz schnell von der Enge des Raumes ablenkt.

Wie aber einen langen, schmalen und dunklen Flur gestalten? Auch hier rät Benz, über Tapeten oder auch eine dunkle Wandfarbe nachzudenken. Das fördere die Intimität und Wohnlichkeit. Und damit der lange Korridor nicht zur monotonen Durchgangsstraße wird, empfiehlt die architare Geschäftsführerin, kleine Showstopper zu schaffen: Eine Konsole mit Lampen und Spiegel oder eine Sitzbank mit Kissen und Kunst darüber zaubern den Tunneleffekt elegant weg.

Großes Entree: Ein Vestibül verdient Wohnzimmereigenschaften

Wer einen großen Eingangsbereich oder eventuell sogar ein Vestibül besitzt, kann sich glücklich schätzen. Zumal hier genügend Platz für hohe Einbauschränke vorhanden ist oder Mäntel und Co. vielleicht sogar in einer separaten, seitlichen Kleiderkammer verschwinden können.

Wenn es der Grundriss erlaubt, kann man in diesen lobbyartigen Räumen in der Mitte einen Tisch aufstellen. Dekoriert mit Vasen, Pflanzen, Kerzen oder Bilderrahmen setzt dieses Möbel einen wohnlichen Akzent und gibt zugleich dem Auge Halt. Das Volumen des Raumes lässt sich obendrein mit einem Lüster betonen, der an dieser Stelle ruhig etwas extravagant und dramatisch sein darf. Und auch bei den Sitzmöbeln gilt: Eher groß statt klein denken! Statt über ein, zwei Sessel kann man sich auch für eine komplette Sitzgruppe entscheiden.

Wie gestalte ich einen zweiten Eingang?

„Viele meiner Kundinnen und Kunden haben bei ihren Häusern auch einen zweiten Eingang, den sie fast täglich mehrmals benutzen“, erzählt Barbara Benz. „Weil sie zum Beispiel von der Garage direkt ins Haus gelangen oder sie mit dem Hund immer den Hintereingang nehmen.“ Auch diese zweiten Eingänge sollte man so gestalten, dass sie mehr wie Drinnen als Draußen wahrgenommen werden. Stauraum für Regenmäntel, Turnschuhe oder Hundeleine sind hier ebenso wichtig wie wohnliche Elemente. Ein Sessel zum Schuheausziehen, ein Sideboard mit Lampen oder ein eleganter Läufer verschönern das Nachhausekommen.

Sonderform: Kein Flur

Eine besondere Herausforderung ist es, wenn eine Wohnung keinen Flur, sondern einen zum Wohnraum hin offenen Eingangsbereich besitzt. In diesem Fall sollten Form und Funktion eine besondere Symbiose eingehen. Da die Möbel und Einbauten vom Wohnraum einsehbar sind, ist hier Ordnung das oberste Prinzip.

Sollte in keinem Flur fehlen: ein Spiegel

Spiegel sind ein wesentliches Element jedes Eingangsbereichs. Zudem stellen sie eine gute Möglichkeit dar, Räume zu vergrößern oder optisch so zu verändern, sodass zum Beispiel ein langer schmaler Flur breiter wirkt. „Auch hier rate ich, eher groß zu denken“, so Barbara Benz. Schließlich böten sich Spiegel auch für den schnellen Total-Check kurz vor dem Verlassen des Zuhauses an.

Flurgestaltung: Tipps von Barbara Benz und dem architare Team in der Bildergalerie entdecken.