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Ein Urlauber-Jet mit Ziel Gran Canaria ist am Sonntag auf dem Dortmunder Flughafen von der eisglatten Startbahn gerutscht.

Dortmund - Ein mit 165 Urlaubern besetzter Jet ist auf dem Dortmunder Flughafen von der Startbahn gerutscht und hat den Airport für Stunden lahmgelegt. Die Passagiere und die sechs Besatzungsmitglieder blieben unverletzt. Der Pilot der Boeing 737-800 hatte am Sonntagmorgen den Start der Maschine der Air Berlin mit Ziel Gran Canaria nach Problemen mit dem Tempomesser abgebrochen. Das Flugzeug rutschte über das Ende der Startbahn hinaus, kippte vornüber und blieb mit dem Bugrad in einer Wiese stecken.

Erst am Sonntagabend wurde der Flugbetrieb in Dortmund wieder aufgenommen. Insgesamt waren mehr als 4000 Fluggäste von der Sperrung des Flughafens betroffen, sagte ein Sprecher. 28 Maschinen wurden auf andere Airports umgeleitet oder konnten gar nicht starten.

Behinderungen bei Schnee und Eis gab es am Sonntag auch auf dem Leipziger, dem Frankfurter und dem Düsseldorfer Flughafen. "Die Bahnen sind frei, aber die Enteisung dauert", sagte ein Sprecher in Düsseldorf. Es kam zu mehrstündigen Verspätungen.

In Frankfurt machte dichtes Schneetreiben dem Flughafenpersonal zu schaffen. Am Morgen konnten 32 Maschinen nicht starten, berichtete Fraport-Sprecher Uwe Witzel. Zweimal seien für kurze Zeit keine Landungen möglichen gewesen. Die Flüge seien nach Stuttgart, München, Köln, Nürnberg und Leipzig umgeleitet worden. Viele Passagiere wurden umgebucht oder innerhalb Deutschlands mit Zügen befördert.

Air Berlin: Pilot hat korrekt gehandelt

Air Berlin sieht die Schuld für den verunglückten Start in Dortmund nicht beim Piloten. "Unser Pilot hat korrekt gehandelt", sagte Sprecherin Diane Daedelow. Er habe den Start wegen zweier unterschiedlicher Geschwindigkeitsanzeigen abbrechen müssen. Anscheinend sei einer der Tempomesser der Boeing nicht in Ordnung gewesen.

Die Fluggesellschaft kündigte an, Versäumnisse des Flughafenbetreibers zu prüfen. "Es ist die Frage, ob der Ausrollweg vollständig enteist wurde", sagte Daedelow. Nach Angaben des Airports war die Strecke ordnungsgemäß geprüft worden: "Wenn die Bahn nicht frei gewesen wäre, hätte es keine Startfreigabe gegeben", erklärte ein Sprecher. Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung sollen die Unfallursache klären. Nach Angaben des Flughafen-Sprechers könne es mehrere Wochen dauern, bis ein Ergebnis vorliegt.

Nachdem sich die Fluggäste der Unfallmaschine vom ersten Schreck erholt hatten, konnten sie ihre Reise vom Flughafen Paderborn- Lippstadt fortsetzen. Sie hatten den Jet über Treppen verlassen und waren zunächst psychologisch bereut worden. Die Maschine wurde über eine eigens errichtete Piste aus der Wiese gezogen.

Auch auf den Flughäfen der Kanaren herrschte Durcheinander. Weil im Flugkontrollzentrum auf Gran Canaria für 20 Minuten der Strom ausgefallen war, wurden rund 40 Flüge verschoben oder gestrichen, berichtete das spanische Fernsehen. Die Passagiere mussten Verspätungen von bis zu zwei Stunden in Kauf nehmen.

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