Flüchtlingskinder sollen früher eingeschult werden. Foto: dpa

Flüchtlingskinder sollten aus Sicht der Lehrergewerkschaft GEW früher als bisher in die Schule gehen dürfen. Der Besuch einer Schule oder einer Kita sollte vom ersten Tag der Aufnahme an möglich sein.

Stuttgart - Flüchtlingskinder sollten aus Sicht der Lehrergewerkschaft GEW früher als bisher in die Schule gehen dürfen. Der Besuch einer Schule oder einer Kita sollte vom ersten Tag der Aufnahme an möglich sein, forderte Landeschefin Doro Moritz am Dienstag in Stuttgart. Dafür müsse das Schulgesetz geändert werden: Momentan sehe es vor, dass Kinder spätestens sechs Monate nach Ankunft in Deutschland zur Schule gingen.

Da das Asylgesetz geändert werde und Erwachsene nach drei Monaten arbeiten dürften, sollten auch Kinder spätestens nach dieser Zeit in die Schule gehen dürfen. Hintergrund ist, dass Schulen den Besuch von Flüchtlingskinder in manchen Fällen mangels Plätzen zeitlich verzögern.

Kitas und Schulen böten Flüchtlingen einen dauerhaften Kontakt zur Gesellschaft, sagte Moritz. „Uns ist es wichtig, diesen Menschen in ihrer schwierigen Situation zur Seite stehen und den Kindern und ihren Familien einen guten Start zu ermöglichen.“ Jeder fünfte Flüchtling sei im schulpflichtigen Alter.

Für einen erfolgreichen Schulbesuch ist nach Auffassung der GEW die Kooperation zwischen Schule und Eltern unentbehrlich. Mit Vätern und Müttern ohne Deutschkenntnisse sei die Verständigung sehr schwer. „Dolmetscherdienste sollten unbürokratisch zur Verfügung stehen“, forderte Moritz.

Außerdem bräuchten Kitas, Einrichtungen der Jugendhilfe und Schulen Unterstützung beim Umgang mit traumatisierten Flüchtlingen. Schulpsychologen, Sozialpädagogen sowie Trauma-Experten müssten die Lehrer beraten. Auch an geeigneten Unterrichtsmaterialien für Deutsch als Fremdsprache bestehe Mangel. Das Kultusministerium solle den Schulen rasch Handreichungen bereitstellen.

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