Daimler stellt Brückenpraktikanten wie diesem syrischen Flüchtling (links) Paten zur Seite und vermittelt sie im Anschluss an das Praktikum auch in andere Betriebe. Foto: dpa

Für Flüchtlinge, die sich nicht dauerhaft als Hilfsarbeiter durchschlagen wollen, führt der Weg in den deutschen Arbeitsmarkt meist über Praktika und eine Berufsausbildung. 19 von 25 von uns befragten Konzernen haben sich zur Zahl der bei ihnen beschäftigten Flüchtlinge geäußert.

Stuttgart - Für Flüchtlinge, die sich nicht dauerhaft als Hilfsarbeiter durchschlagen wollen, führt der Weg in den Arbeitsmarkt meist über Praktika, Einstiegsqualifizierungen und Berufsausbildungen. Diesen Schluss legen die Ergebnisse einer Umfrage dieser Zeitung bei 25 der größten Unternehmen im Land nahe. 19 von 25 befragten Konzernen mit mehr als 10 000 Beschäftigten haben sich zur Zahl der bei ihnen beschäftigten Flüchtlinge geäußert. Genannt wurde vor allem die Zahl derer, die über ein Praktikum oder eine Trainingsmaßnahme den Einstieg gefunden haben. Direkteinstiege würden nicht gesondert erfasst, heißt es häufig. Hier der Überblick über die Branchen:

Wenn Daimler Flüchtlingen eine Brücke in den Arbeitsmarkt baut, muss diese nicht zwangsläufig bei dem Autobauer selbst enden. Seit 2015 haben mehr als 700 Menschen mit Fluchthintergrund ein sogenanntes Brückenpraktikum beim Stuttgarter Konzern absolviert, rund 90 davon sind mittlerweile fest bei Daimler angestellt, viele weitere Teilnehmer erhielten im Anschluss an das 14-wöchige Praktikum Jobangebote von anderen Unternehmen, von Zeitarbeitsfirmen, aus dem Mittelstand oder Handwerk in feste Jobs bei anderen Unternehmen, Zeitarbeitsfirmen, im Mittelstand oder Handwerk, so der Autobauer.

Aktuell absolvierten rund 220 Flüchtlinge ein solches Praktikum an den deutschen Konzernstandorten, dazu kommen 50 Flüchtlinge in regulären Praktika und 40 in einer Einstiegsqualifizierung als Vorbereitung auf eine Berufsausbildung. Von den 50 zusätzlichen Lehrstellen, die der Autobauer für Flüchtlinge geschaffen hat, seien momentan 20 besetzt.

Beim anderen Stuttgarter Autobauer Porsche laufen derzeit die Planungen für ein drittes Integrationsjahr. Damit werden Flüchtlinge seit 2015 auf den Arbeitsmarkt vorbereitet, zunächst mit Schulungen, in denen sie kulturelle, soziale und handwerkliche Kompetenzen erhalten. Nach dem ersten Integrationsjahr haben sieben von 13 Teilnehmer im Alter zwischen 16 und 38 Jahren einen festen Job in der Produktion und Logistik erhalten, zwei eine Ausbildungsstelle und zwei weitere werden im sogenannten Porsche-Förderjahr auf eine Lehre vorbereitet. Von den 15 Flüchtlingen im zweiten Integrationsjahr, mit dem der Autobauer ausdrücklich auch für andere Unternehmen ausbilden will, „die sich kein solches Programm leisten können“, haben bereits sieben „eine berufliche Perspektive in einem Partnerbetrieb“ erhalten, teilt Porsche mit.

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