"Der König der Löwen": In der neuen Disney-Verfilmung spricht Florence Kasumba die hinterhältige Hyäne Shenzi Foto: © 2019 Disney Enterprises, Inc. All Rights Reserved

Florence Kasumba synchronisiert in "Der König der Löwen" die Hyänenanführerin Shenzi. Mit wem sie besonders gerne gearbeitet hat, verrät sie im Interview.

Fernsehzuschauer kennen Florence Kasumba (42, "Deutschland 86") aus dem Tatort - doch die deutsche Schauspielerin mit ugandischen Wurzeln hat längst auch in Hollywood einen Fuß in der Tür. So spielte sie bereits in Blockbustern wie "Avengers: Infinity War", "Black Panther" oder "Wonder Woman" mit. In "Der König der Löwen" spricht sie nun in der deutschen und englischen Fassung die Hyänenanführerin Shenzi.

Der kleine Löwe Simba (Stimme: JD McCrary, später Donald Glover) wächst unbeschwert mit seiner gleichaltrigen Freundin Nala (Shahadi Wright Joseph, später Beyoncé) als Thronfolger von Mufasa (James Earl Jones), dem König der Löwen, auf. Doch Scar (Chiwetel Ejiofor), Mufasas hinterhältiger Bruder und ursprünglicher Anwärter auf den Thron, sieht in Simba eine Gefahr für seine Macht.

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Zusammen mit einem Rudel Hyänen um Anführerin Shenzi (Florence Kasumba) schmiedet er einen teuflischen Plan, tötet Mufasa und sorgt dafür, dass der kleine Simba das Königreich verlässt. Nach einigen Jahren im Exil fasst der Löwe neuen Mut und kehrt zusammen mit seinen neuen Freunden Timon (Billy Eichner) und Pumbaa (Seth Rogen) in seine alte Heimat zurück...

Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news verrät Schauspielerin Florence Kasumba pünktlich zum Kinostart unter anderem, mit welchem Kollegen sie bei "Der König der Löwen" am liebsten zusammengearbeitet hat.

In "Der König der Löwen" synchronisieren Sie Shenzi auf Deutsch und Englisch. Wie haben Sie sich auf Ihre erste Sprechrolle vorbereitet?

Florence Kasumba: Da wird viel experimentiert. Ich arbeite generell sehr gerne mit der Sprache. Natürlich hätte ich den klassischen Weg gehen und schauen können, wie sich Hyänen generell verhalten. Aber da wir die Tiere vermenschlichen, wollte ich vor allem eine gewisse Message rüberbringen, damit der Zuschauer später deutlich heraushört, welche Motive hinter meiner Figur stecken.

Haben Sie Shenzi alleine in einem Tonstudio eingesprochen?

Kasumba: Es gab die unterschiedlichsten Variationen. Bei der deutschen Aufnahme war ich als Schauspielerin allein, hatte aber einen Regisseur, der mit mir im Gespräch durch den Film gegangen ist. Das gab mir nicht das Gefühl, dass ich solo arbeite. Somit wurde auch im Tonstudio zusammengespielt. In den USA gab es dann unter anderem die Black Box.

Black Box? Was ist das denn?

Kasumba: Mehrere Schauspieler sind in einem vollkommen schwarzen Raum, der mit vielen Kameras ausgestattet ist, die jede unserer Bewegungen erfassen. Die Mikrofone sind dabei an unsere Körper gesteckt. Da konnte ich quasi die tierische Rolle ausleben, mich frei im Raum bewegen, um meine Kollegen herum laufen, springen, hüpfen und alles machen, was ich möchte.

Sind Sie nicht aufgeregt, wenn Sie mit Oscar-Preisträgern oder vielleicht auch Ihren persönlichen Lieblingsschauspielern zusammenarbeiten dürfen?

Kasumba: Nein, ich bin nie aufgeregt oder eingeschüchtert, wenn ich mit gewissen Leuten arbeite, weil sie auch nur ihren Job machen und ganz normale Leute sind. Ich behandle meine Kollegen alle gleich und habe das Glück gehabt, dass es umgekehrt auch so ist. Alles andere wäre auch gar nicht produktiv. Da geht es darum, dass man gemeinsam diese Geschichte erzählt und das Projekt gemeinsam erarbeitet - alles andere tritt in den Hintergrund.

Mit wem haben Sie denn bei "Der König der Löwen" am liebsten zusammengearbeitet?

Kasumba: Ich durfte viel mit Scar, also mit Chiwetel Ejiofor arbeiten, was eine tolle Erfahrung für mich war. Sein Scar ist so unheimlich gefährlich. Er hat eine Art und Weise, dir eine Botschaft zu vermitteln, die eigentlich negativ ist, aber so wie er es spielt, oder wie er es spricht, ist es mehr "Uh, eigentlich ist es doch gar nicht so gemeint" und das finde ich sehr interessant. Die Art und Weise, wie er die Menschen oder eben die Tiere um sich herum stimmlich manipuliert, fand ich von der Technik her unheimlich spannend.

Außerdem war es großartig, mit Jungdarstellern wie JD McCrary, der den jungen Simba spielt, zu arbeiten. Er hat eine großartige Stimme und in seinem Alter schon so viel geleistet. Das ist ein riesiges Geschenk.

Nach "Wonder Woman", "Black Panther" oder "Avengers" sind Sie Erwartungsdruck gewöhnt. Hatten Sie dennoch Momente, in denen Ihnen die Tragweite der Produktion bewusst geworden ist?

Kasumba: Ja, natürlich. Es geht hier ja auch um wirklich viel. Es ist "Der König der Löwen" und kein Film, der irgendwo im Regal verschwinden wird. Deswegen musste ich mich auch voll auf meine Arbeit konzentrieren. Aber ich habe in meinem Berufsumfeld noch nie schlechte Erfahrungen gemacht und deswegen ist es für mich immer positiv, auf neue Leute zu treffen und mich auf ein neues Projekt vollkommen einzulassen.

Bei so einem internationalen Cast ist die Arbeit sicher mehr als abwechslungsreich...

Kasumba: Und ob! Chiwetel Ejiofor kommt aus London, ich aus Deutschland, Beyoncé, Donald Glover und Seth Rogen aus den USA. Jeder von uns hat seinen Teil zu diesem außergewöhnlichen Projekt beigetragen - das finde ich schön.

Das klingt fast, als würde "Der König der Löwen" auf eine ganz andere Ebene gehoben werden als noch der Disneyfilm von 1994. Wie sehen Sie das?

Kasumba: Ich finde der Disneyfilm von 1994 war bereits damals großartig, aber was die neue Version von 2019 zu bieten hat, kann ich kaum in Worten beschreiben. Nach der Realverfilmung des Dschungelbuchs 2016 ist die Technik noch einmal drei Jahre weiter. Von der Qualität her ist es fast so, als würde man eine Dokumentation ansehen. So etwas hat der Zuschauer tatsächlich noch nie im Fernsehen oder im Kino erlebt. Dazu noch die Story, die Musik und die Figuren - "Der König der Löwen" wird überraschen.

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